Bayerische Landesausstellung - Exklusiver Blick hinter die Kulissen

der Bayerischen Landesausstellung 2017 „Ritter, Bauern, Lutheraner“

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Gestaltung Große Hofstube der Veste Coburg
© graficde’sign pürstinger, Salzburg

Coburg
Anfang der kommenden Woche wird in Coburg die diesjährige Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“ unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Horst Seehofer, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle und dem evangelischen Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm feierlich eröffnet. Auf der Veste und in der Morizkirche wird noch letzte Hand zur Fertigstellung der Schau angelegt, Vitrinen werden geschlossen und geputzt.

Zentraler bayerischer Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017
„Um 1500“ – eine Zeit großer Veränderungen. Buchdruck, Flugschriften und Kampflieder bringen neue Ideen unter die Leute, jahrhundertealte Gewissheiten geraten ins Wanken. Dazu der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte Dr. Richard Loibl: „Die allgemeine Reformationsgeschichte spart Bayern, vor allem Altbayern, häufig aus. Gerne mit dem Hinweis, dass in Bayern selbst der Protestantismus nicht Fuß gefasst habe. Auch heuer fällt auf, dass das nationale Reformationsjubiläum der Bundesrepublik Deutschland einen deutlich nord- und ostdeutschen Schwerpunkt hat. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit der Landesausstellung in Coburg d e n zentralen bayerischen Beitrag zum Reformationsjubiläum 2017 leisten und ein breites Panorama der Zeit zeigen können.“ Sie wird am authentischen Spielort gezeigt: Von der sicheren Veste Coburg aus verfolgte der in Reichsacht stehende Martin Luther die Geschehnisse des Augsburger Reichstags von 1530. Coburg war damals ein zentral gelegenes Handels- und Nachrichtenzentrum, eng verbunden sowohl mit Nürnberg als auch mit dem mitteldeutschen Raum, das „Schaufenster Kursachsens“ nach Süden. Zu Beginn seines Coburger Aufenthalts hielt Luther sieben Predigten in der spätgotischen Stadtkirche St. Moriz, in der bereits seit 1524 der Gottesdienst in der neuen, lutherischen Form gehalten wurde. „Die beiden Originalschauplätze als Orte der Landesausstellung 2017 lassen die Stadt und Veste als Einheit sichtbar werden und könnten nicht besser gewählt sein!“, betont Dr. Peter Wolf, Projektleiter der Schau.

Vom Bauern bis zum Kaiser, vom Bettelmönch bis zum Papst
Wurde die Welt durch die Ideen und Schriften Martin Luthers verändert? Nicht die Person des Reformators steht im Mittelpunkt der Landesausstellung, sondern seine Wirkung auf das Reich, vor allem in Süddeutschland. Alle gesellschaftlichen Schichten werden in den Blick genommen: vom armen Bauern bis zum Kaiser, vom Bettelmönch bis zum Papst. Was trieb die Menschen in diesen bewegten Zeiten um, wofür lohnte es sich, mit Worten – teilweise auch mit Waffen – zu kämpfen? Kostbare und ungewöhnliche Originale aus der Zeit, Kunstwerke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und vielen anderen Meistern, lebendige und multimedial aufbereitete Inszenierungen beleuchten die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und künstleri­schen Traditionen und Umbrüche vom späten 15. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Die Veste Coburg als Originalschauplatz
„Ritter, Bauern, Lutheraner“ – in vielfacher Weise ist die Veste Coburg mit dem Thema verknüpft: als Landesfestung Kursachsens, als Fürstenresidenz, als Aufenthaltsort Martin Luthers und als Luthergedenkstätte. Die Veste wird so zum größten Exponat der Landesausstellung. In einem abwechslungsreichen Rundgang von der Lutherkapelle über den prächtigen gotischen Festsaal „Große Hofstube“ zu den „Lutherzimmern“ lernen die Besucher die bunte Vielfalt zur Zeit Luthers kennen: die bäuerlichen Lebensgrundlagen auf dem Land ebenso wie die Städte als Keimzellen für wirtschaftlichen Aufschwung und neue Ideen. Dem wachsenden Angebot des städtischen Marktes stand das ungemein vielfältige „Angebot“ für das Seelenheil der Gläubigen gegenüber: fromme Stiftungen, Bettelorden und Spitäler. Im bunten Adelstheater des Turnierwesens verbanden sich prächtige Waffen und Rüstungen, Schaugepränge und ein rückwärtsgewandtes Gesellschaftsideal, während die Reichsfürsten neue Formen staatlicher Machtausübung entwickelten. Humanistisch gebildete Gelehrte träumten von einer neuen Zeit nach dem Vorbild der Antike.

95 Thesen und eine „Multimedia-Revolution“
In dieser Welt verbreitete sich ab 1518 eine revolutionäre Flugschrift: der „Sermon von ablaß und gnade“, die in deutscher Sprache abgefasste Version von Luthers 95 Thesen gegen den Ablasshandel. Rasch wurde die neue Lehre auch zum Thema der großen Politik, bis hin zu den Aufständen des „gemeinen Mannes“, die der Reformator als Aufruhr gegen die gottgewollte Ordnung scharf angriff. Luthers Aufenthalt in Coburg 1530 und die Entstehung sowie die Auswirkungen der „Augsburger Konfession“ werden ebenso zum Thema wie die „Multimedia-Revolution“ der Zeit – Flugschriften, Kampflieder, Mobilisierung einer neuen Öffentlichkeit. Was ist evangelisch, was katholisch – und wie wirkt sich das alles auf das Leben der Menschen aus? Konkrete Beispiele aus Thüringen, Franken, Altbayern und Schwaben zeigen Umsetzung und Folgen von Reformation und Gegenreformation, vom friedlichen Zusammenleben bis zum dauerhaften Streit. Abschließend geht es um Coburg als Luther-Gedenkort, um spätere Instrumentalisierungen des Reformators und schließlich um die Aktualität der Ereignisse um 1500: In welchem Bezug stehen Reformation und Freiheit? Was hat es mit dem viel zitierten Konzept der „evangelischen Freiheit“ auf sich, die sich verschiedene Parteien auf die Fahnen schrieben, ohne dabei das gleiche zu meinen? Und wie sehen die heutigen Möglichkeiten von Freiheit aus?

Begleitausstellung in der Kirche St. Moriz
Neben den Kunstsammlungen der Veste Coburg gehören die Außenbereiche der Veste, der Weg in die Stadt und die evangelisch-lutherische Kirche St. Moriz mit zum Gesamterlebnis der Coburger Landesausstellung. Pünktlich zum Reformationsjubiläum können Besucher die spätgotische Hallenkirche mit dem einmaligen Herzogsgrabmal der Spätrenaissance und frühklassizistischen Einbauten des 18. Jahrhunderts in neuem Glanz kennenlernen. Der Bau wird in seinen Formen und Funktionen als lutherischer Gottesdienstraum erklärt. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Musik: vom (frommen) Kampflied bis zum Reichtum der protestantischen Kirchenmusik. Und es geht um ganz aktuelle Fragen: Welche Rolle spielt die lutherische Kirche inmitten der Stadt im heutigen Leben der Menschen? St. Moriz ist kein Museum, sondern bleibt auch während der Ausstellung Gottesdienstraum und Ort für Konzerte. Gerade die Verbindung von Ausstellung, evangelisch-lutherischem Gottesdienst und Kirchenmusik ermöglicht den Besuchern ein authentisches Erlebnis in einem der architektonisch besonders interessanten Kirchenräume Nordbayerns.

Engagement der Förderer und Partner
Veranstalter der diesjährigen Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“, die vom 9. Mai bis 5. November 2017 in Coburg zu sehen sein wird, sind das Haus der Bayerischen Geschichte, die Coburger Landesstiftung und die Stadt Coburg - unterstützt durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Kirchengemeinde St. Moriz.

Die Bayerische Landesausstellung wird darüber hinaus von Förderern und Partnern maßgeblich unterstützt: der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Bayernwerk und dem Freundeskreis Haus der Bayerischen Geschichte e.V. Als Medienpartner konnten Bayern 2, tvo Fernsehen für Oberfranken, die Neue Presse Coburg und www.InFranken.de gewonnen werden. Mobilitätspartner ist DB Regio.

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© graficde’sign pürstinger, Salzburg

Bayerische Landesausstellung 2017 „Ritter, Bauern, Lutheraner“

Veste Coburg und Kirche St. Moriz

09.
Mai bis 05. November 2017, täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr

Veranstalter

Haus der Bayerischen Geschichte, Coburger Landesstiftung und Stadt Coburg - unterstützt durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Kirchengemeinde St. Moriz

Eintrittspreise

Erwachsene 12,00 €

Ermäßigt (z. B. Senioren, Studenten, Gruppen ab 15 Personen) 10,00 €

Familienkarte 24,00 €

Kinder und Jugendliche von 6 – 18 Jahren 2 €

Führungen für Gruppen

Bis 15 Personen 60,00 € zzgl. Eintritt

Ab 15 Personen 4,00 € pro Person zzgl. erm. Eintritt

Kontakt

Haus der Bayerischen Geschichte
Zeuggasse 7 – 86150 Augsburg
Telefon +49 (0) 821 3295-0
www.hdbg.de/reformation

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