Das Ernst-Alexandrinen-Volksbad in Coburg

Es war eines der markantesten Bauwerke in Coburg,
heute ist es leider nur noch als Torso erhalten

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Ernst-Alexandrinen-Volksbad heute
Foto: © Ulrich Göpfert

Das markanteste Bauwerk, das Coburg der Herzogin Alexandrine zu verdanken hat, ist heute leider nur noch als Torso erhalten. Die Rede ist vom Ernst-Alexandrinen-Volksbad (früher Löwenstr. 30, heute Alfred-Sauerteig-Anlage 1). Der prächtige Jugendstilbau wurde 1977 abgerissen.

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

Das Ernst-Alexandrinen-Volksbad war eines der bedeutendsten Jugendstilbauten in Coburg. Es wurde im Jahre 1907 durch die Initiative der Herzogin Alexandrine und unter dem Stadtbaurat Max Böhme errichtet. Das Volksbad bestand aus dem sogenannten Portikusbau und einer Schwimmhalle. Der Stadtbaurat Max Böhme, seit 1903 in Coburg, trug wesentlich dazu bei, den Jugendstil im Herzogtum einzuführen.

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

Eingeweiht wurde das Bad am 26. August 1907
120.000 Mark hat die Herzogin der Stadt Coburg hinterlassen mit der Auflage, "großen Teilen der Bevölkerung durch Errichtung eines Volksbades eine wesentliche Förderung und Hebung, namentlich der gesundheitlichen Beziehung, angedeihen zu lassen." Das Volksbad, vor dessen Portikusbau ein Brunnen an die Herzogin erinnert, ist beileibe nicht die einzige soziale Einrichtung, die auf Alexandrine zurückgeht.

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

Engagiert setzte sich Herzogin Alexandrine für sozial Schwache, die Ausbildung der Jugend und die Volksgesundheit ein. Sie vererbte der Stadt das Geld zum Bau des "Ernst-Alexandrinen-Volksbads".

Das Gymnasium Alexandrinum
das 1852 von Caroline Stoessel als "Höhere Töchterschule" gegründet wird, verdankt seine Existenz der 1900 ins Leben gerufenen "Alexandrinen-Stiftung". Der "Alexandrinen-Verein" finanziert von 1894 an den Bau von Reihenhäusern im Hahnweg, die nach einer Mietdauer von 30 Jahren in den Besitz der Mieter übergehen und der "Alexandrinen-Diakonissen-Verein für Armen- und Krankenpflege" kümmert sich um sozial Schwache.

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Alexandrinen-Hütte auf der Senningshöhe
Foto: © Ulrich Göpfert

Schließlich unterstützt die Herzogin auch noch den Thüringerwald-Verein. Auf der Sennigshöhe finanziert sie den Bau eines Aussichtsturmes, der aber schon 1936 baufällig ist und abgerissen wird.

Die Herzogin, die am 06. Dezember 1820 in Karlsruhe geboren wird, macht sich in Coburg als engagierte Streiterin für sozialen Fortschritt einen Namen. Alexandrines Vater ist der Großherzog von Baden, ihre Mutter Sophie Wilhelmine, Tochter des Königs Gustaf IV. von Schweden. Am 03. Mai 1842 heiratet die 21jährige den Coburger Prinzen Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha, den späteren Herzog Ernst II. Am 21. Dezember 1904 starb Herzogin Alexandrine.

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Der Alexandrinen-Brunnen am ehemaligen Alexandrinen-Volksbad
Foto: © Ulrich Göpfert

Kindheitserinnerungen
Mein Großvater Franz Zeidler arbeitete als Klempner und Installateur in der Werkstatt der Überlandwerke Coburg (heute SÜC). Wenn der Techniker des Alexandrinen-Volksbades Urlaub hatte war mein Großvater dort als Vertreter tätig. Für mich war diese Zeit immer von großer Bedeutung. Bedingt durch diese Urlaubsvertretungen, konnte ich dort meine Besuche mit anschließender Badeausbildung ausfüllen.

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Portikusbau des ehemaligen Alexandrinen-Volksbades
Foto: © Ulrich Göpfert

Erinnerungen, die ewig im Gedächtnis an dieses schöne Jugendstilbad bleiben. Meine Meinung zum Abriss ist und bleibt ein Vergehen an einer historischen Baukultur, die zur Baugeschichte Coburg dazugehörte. 

Fotostrecke mit weiteren historische Aufnahmen

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

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Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg

Quellenhinweise:
Stadt Coburg
Fotos: Postkarten-Archiv: Horst Jacob, Coburg
Repros/Fotos: Ulrich Göpfert

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