Wiedehopf auf dem Durchzug

Unverwechselbare Vögel können derzeit auch in Gärten auftauchen
Mehrere aktuelle Sichtungen – Beobachtungen dem LBV melden

A 26 19 Wiedehopf Herbert Henderkes LBV Bildarchiv
Wiedehopf
Foto: © Herbert Henderkes

Hilpoltstein In den letzten Tagen wurden dem LBV aus Mittelfranken und Niederbayern insgesamt gleich drei durchziehende Wiedehopfe gemeldet. Eine echte Sensation, denn der unverwechselbare, etwa Specht große orange-schwarze Vogel mit der markanten Federhaube und dem langen Schnabel in Bayern extrem selten und vom Aussterben bedroht ist.

A 26 19 Wiedehopf Markus Glaessel LBV Bildarchiv
Wiedehopf
Foto: © Markus Glaessel

Auf der Rückkehr aus ihren Überwinterungsgebieten in Zentralafrika nach Mitteleuropa sind derzeit auch in Bayern immer wieder durchziehende Wiedehopfe zu beobachten. „Auf dem Durchzug ist alles möglich. Letztes Jahr wurde ein Wiedehopf am Stadtrand von München beobachtet, als er auf einer Gartenstuhllehne eine Pause einlegte. Der Wiedehopf kann derzeit also auch völlig unvermittelt in bayerischen Hausgärten auftauchen“, sagt der LBV-Ornithologe Dr. Thomas Rödl. Wer in den kommenden Wochen einen der markanten Vögel sieht, soll seine Beobachtung bitte dem LBV per E-Mail melden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

A 26 19 Wiedehoepfe Herbert Henderkes LBV Bildarchiv
Wiedehopfe
Foto:  © Herbert Henderkes

Der Wiedehopf ist einer der auffälligsten Vögel Europas und bei der Nahrung auf Großinsekten angewiesen. Er leidet deshalb auch stark unter den Auswirkungen des Insektensterbens. In den letzten Jahren haben im gesamten Freistaat nur sehr unregelmäßig ganz vereinzelte Paare gebrütet. „Wir hoffen, dass nun endlich auch wieder einzelne der durchziehenden Vögel in Bayern bleiben, und versuchen bei uns zu brüten“, so Rödl. Um eine bessere Voraussetzung für seine Wiederansiedelung zu schaffen, hat der LBV vor zwei Jahren ein Schutzprojekt zum Wiedehopf gestartet. Dabei wurden unter anderem in geeigneten Lebensräumen Nistkästen aufgehängt, da der scheue Vogel gerne in großen, aber selten gewordenen Baumhöhlen brütet.


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Wiedehopf
Foto: © Rosl Roessner

Wer einen Wiedehopf sieht und dem LBV meldet, den bitten die Naturschützer neben der Angabe von Ort und Datum auch darauf zu achten, ob der Vogel ruft. Denn nur wenn sich ein Wiedehopf in einem Lebensraum wohlfühlt, ertönt sein unverkennbar dumpfer „hup-hup-hup“ - Ruf, um ein Weibchen anzulocken.

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