Der Flieder

Wenn der weiße Flieder wieder blüht…
Der Flieder ist eine der ältesten und beliebtesten Gartenpflanzen

 
  Foto: © Ulrich Göpfert

„Wenn der weiße Flieder wieder blüht…“ hieß der im Jahre 1953 als Liebeskomödie gedrehte Film mit den beiden Hauptdarstellern Magda Schneider (Mutter von Romy Schneider) und Willy Fritsch. Die damals 15jährige Romy Schneider und der gleichaltrige Götz George gaben in diesem Film jeweils ihr Leinwanddebüt.

Wenn der Flieder – ob nun im viel besungen Weiß oder in irgendeiner anderen schönen Farbe – blüht, ja dann ist endlich der Wonnemonat Mai gekommen, und die frostigen Nächte gehen langsam dem Ende entgegen.

Ein Fliederbusch stand vor 100 Jahren in fast jedem Garten - heute ist er ein wenig aus der Mode gekommen. Der Flieder gehört zu Pfingsten wie Eier zu Ostern. Ursprünglich blühte der wilde Flieder auf dem Balkan und wurde erst im 16. Jahrhundert durch die osmanischen Eroberungen in Mitteleuropa kultiviert.

Die Osmanen belagerten Wien 1529 bis 1683. Damals umfasste das osmanische Reich einen Großteil des heutigen Ungarn, der Slowakei und Kroatiens, sowie Serbien, Bulgarien und Rumänien. Der in dieser Zeit verbreitete Flieder bekam deshalb einen osmanischen Namen. Bei zwei Sprachpaaren, nämlich dem Slowenisch und Kroatischen sowie dem Slowakisch und Tschechischen, wird das Wort Flieder deutlich voneinander getrennt: „spanski bezeg“ heißt Flieder im Slowenischen, „argovan“ im Kroatischen – „orgovan“ im Slowakischen, „secik“ im Tschechischen. Die slowenische Bezeichnung ist interessant, weil die wörtliche Übersetzung „spanischer Holunder“ lautet. Dieser deutsche Name ist um 1600 in Wien dokumentiert. Die Slowenen entlehnen also ein Wort aus dem Deutschen, während die Kroaten ein persisches Wort übernehmen.

 
  Foto: © Ulrich Göpfert

Auf der Balkanhalbinsel wächst noch heute die kleinwüchsige Wildform der Pflanze. Der Flieder aus der Familie der Ölbaumgewächse blüht von Mai bis Juni und bevorzugt sonnige Standorte. Er entwickelt fliederfarbene (violette), aber auch weiße und purpurfarbene Blüten. Als Großstrauch oder kleiner Baum kann er bis zu sechs Meter hoch werden.

Mit der richtigen Auswahl ließe sich alleine mit Flieder ein recht abwechslungsreicher Garten gestalten, mit einem Rausch an Formen und Farben über viele Wochen hinweg. Unterschiedliche Wuchsformen und Größen bieten genügend Spielraum für eine interessante Staffelung, damit jede Sorte optimal zur Geltung kommt. Wenn dann die frühen Sorten verblühen, punkten die mittleren in voller Schönheit, während andere, gerade einmal in Knospe, noch auf ihren Auftritt warten. Aber selbst ohne Blüten imponiert so mancher Flieder mit fast gelben oder interessant weiß gemusterten Blättern für den Rest der Saison.

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