Explosion der Hindenburg

75. Jahrestag der Explosion der Hindenburg
Als das fliegende Luxushotel in Flammen aufging

Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington

Sie war der Stolz der deutschen Luftfahrt:
Die LZ 129 Hindenburg war das größte Luftschiff der Welt und galt wegen seiner eleganten Ausstattung als "fliegendes Luxushotel". Doch am 6. Mai 1937 kam es zur Katastrophe: Beim Landeanflug auf das Flugfeld in Lakehurst im US-Bundesstaat New Jersey ging die Hindenburg in Flammen auf.

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Das Zeppelin-Luftschiff LZ126 landet in Lakehurst, New Jersey.
Das Bild zeigt das Schiff bei Ankunft nach der Überführungsfahrt
am 15. Oktober 1924

Foto: 2012 © Wikipedia /U.S. Naval Historical Center, Foto # NH 42024

Dieser 6. Mai 1937 hätte ein so schöner Tag werden sollen
Hunderte von Schaulustigen waren voller freudiger Erwartungen auf das Flugfeld der kleinen Ortschaft Lakehurst im US-Bundesstaat New Jersey geeilt. Und wer nicht kommen konnte, saß vor dem Radio: Das größte Luftschiff der Welt, die LZ 129 Hindenburg, benannt nach dem ehemaligen deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, sollte an diesem Nachmittag landen.

Alles schien planmäßig zu verlaufen
Der Radioreporter berichtete über die starken Winde und den Regen, aber was sollte das schlechte Wetter schon ausmachen? Die Hindenburg hatte in der Vergangenheit schon 340.000 Kilometer absolviert, die fast 60-stündige Atlantiküberquerung war längst Routine.

"Plötzlich gab es einen Feuerstoß"
Schon aus der Ferne war der Zeppelin zu sehen, gut zu erkennen war am Heck auch das Hakenkreuz. Der mächtige Rumpf der Hindenburg diente den Nazis immer auch zur Propaganda. Doch dann passierte etwas völlig Unvorhergesehenes: Die Hindenburg - oder, wie sie auch genannt wurde: das fliegende Luxushotel - ging in Flammen auf.

Angst. Entsetzen. Tränen. Reporter Herb Morrisson vom Sender WLS fand kaum mehr die richtigen Worte. Unter den Zuschauern war auch der damals 16-Jährige Zeno Wicks mit seinem Vater. In einem Gespräch mit dem Radiosender NPR schildert er seine Erinnerungen: "Wir sahen, wie das Schiff hereinkam. Und plötzlich gab es einen Feuerstoß. Mein Vater lief zum Unglücksort und rief mir zu, ich solle im Auto bleiben."

Ungesicherte Theorien über Unglücksursache
Gut 30 Sekunden dauerte das Feuer, dann krachte das ausgebrannte Metallgerippe der Hindenburg auf den Boden. 35 von 97 Passagieren und Besatzungsmitgliedern starben in dem Flammeninferno. Immerhin überlebten 62 Menschen und das hatte einen guten Grund: Die Explosion ereignete sich, als das Luftschiff schon nahe dem Boden war. Viele konnten so aus den Luken und dem großen Panoramafenster der Passagiergondel springen und sich retten.

Und warum kam es überhaupt zu dem Feuer?
US-Präsident Franklin D. Roosevelt hatte gegen Nazi-Deutschland ein Helium-Embargo verhängt. Amerika verfügte damals über ein Monopol an Helium. So mussten die Deutschen die riesige Gashülle mit leicht entzündbarem Wasserstoff füllen. Unklar ist bis heute, was der Auslöser für die Explosion war. Die meisten Experten gehen davon aus, dass es wegen eines Gewitters zu einer statischen Aufladung und damit zu Funkenbildung gekommen war. Doch gesichert ist diese Theorie bis heute nicht.

Quellenhinweis: tagesschau.de

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