Schloss Hohenstein

Schloss Hohenstein
Ein Juwel im Coburger Land


2011 © Ulrich Göpfert

Um zum Ziel unseres heutigen Ausfluges zu gelangen fahren wir von der Bundesstraße 4 500 Meter nach Coburg an der Abfahrt zur Bundesstraße 303 (Schweinfurt, Fulda, Bad Neustadt) ab. Und fahren danach die Bundesstraße 303 ca. 2 km in Richtung Schweinfurt weiter. Rechterhand liegt die Ortschaft Ahorn und das "Ahorner Schloss“, linkerhand auf gleicher Höhe "Die Alte Schäferei. Darüber habe ich schon berichtet. (Siehe hierzu im Archiv unter Ausflugsziele). Wir fahren geradeaus weiter und erreichen nach ein paar 100 Metern eine Anhöhe. Dort biegen nach links von der Bundesstraße 303 ab und fahren weiter in Richtung der Ortschaft Schafhof.


2011 © Ulrich Göpfert

Vor der Ortschaft Schafhof begrüßt den ankommenden Besucher linkerhand auf der Anhöhe Schloss Hohenstein. In der Ortschaft Schafhof immer links halten und der Beschilderung durch den Wald bis zum Schloss folgen.


2011 © Ulrich Göpfert

Wir haben unser Ziel erreicht und fahren durch die Einfahrt am Kavaliershäuschen vorbei durch den Schlosshof und erreichen danach den Parkplatz. Unsere Erkundung des Schlosses und des Parks von Hohenstein kann seinen Anfang nehmen.


2011 © Ulrich Göpfert

Südlich von Coburg liegt über dem Westufer der Itz auf einem hohen Bergkegel, nahezu hundert Meter über dem Talgrund, die Burg Hohenstein. Ihre unmittelbare Umgebung ist geprägt von einem romantischen Landschaftspark und darüber hinausgreifenden Waldflächen. Lichtungen im Wald lassen den Blick über den Itzgrund bis zur Veste Coburg im Nordosten, im Süden bis nach Kloster Banz und nach Westen hin über die Hügellandschaft der umgebenden Berge schweifen. Die Gründung der Burg Hohenstein erfolgte 1306 durch Gräfin Jutta von Henneberg, die aus der benachbarten, im Zentrum des Grabfeldes liegenden ehemaligen Grafschaft Henneberg stammte.

Seit 1331 hielten über mehrere Jahrhundert die Burgvögte von Lichtenstein die Burg als Lehen. Auch wenn im 17. und 18. Jahrhundert unterschiedliche Besitzer überliefert sind, blieb die Burganlage bis 1741 im Wesentlichen im Umkreis der Lichtensteiner Familie. Die für die Burg entscheidende Wende trat im Jahr 1763 mit dem Erwerb des Schlosses durch Philipp Ernst, Freiherr von Imhoff ein. Er und seine Nachkommen gaben dem Schloss und seiner Umgebung das heutige Gesicht. Die Anlage blieb so bis fast zur Mitte des 20. Jahrhunderts im Familienbesitz.


2011 © Ulrich Göpfert

Das Schloss und der umliegende Park wurden allerdings aus der Gesamtanlage herausgelöst und 1941 an die damalige Reichspost verkauft. Das Schloss wird zum Erholungsheim und später Altenheim der Deutschen Bundespost. Seit 1976 ist Oskar Hacker der Eigentümer des Schlosses. In seinem Freundeskreis in der Region wird Oskar Hacker im Scherz gelegentlich als "Raubritter Oskar“ bezeichnet. Doch wie ein Raubritter ist Oskar Hacker ganz sicher nicht in das Coburger Land eingefallen. Vielmehr war es fast schon ein Segen, dass er sich in einer "denkmalschützerischen Sternstunde“ gerade dem Baudenkmal Schloss Hohenstein angenommen hat. Denn Oskar Hacker hat "sein“ Schloss Hohenstein nicht nur optisch wieder aufblühen lassen, er hat es auch wieder mit pulsierendem Leben erfüllt.

So hat Schloss Hohenstein heute einen Spitzenplatz im Hotellerie- und Gastronomie-Angebot des Coburger Landes eingenommen. Hier zu speisen und zu nächtigen, ist ein Genuss für alle Sinne. Viele Unternehmen und Institutionen haben den "Geist von Hohenstein“ bereits bei Tagungen aufgenommen. Auch Bundeskanzler Schröder weilte schon zu Besuch auf Schloss Hohenstein. Oskar Hackers Verdienst ist es nicht nur, die aufwändige Sanierung des Schlosses ohne jegliche öffentliche Förderung vorgenommen zu haben. Sein Verdienst ist vor allem die Liebe zu jedem Detail. Als Zeichen der Anerkennung hat Oskar Hacker vom Landkreis Coburg im Jahr 1998 die "Eiserne Rose“ verliehen bekommen.


2011 © Ulrich Göpfert

Erinnerungen
Am 13. Mai 2001 wurde mit einem Schlossparkfest auf Schloss Hohenstein unter Teilnahme der Bevölkerung Oskar Hacker für 25 Jahre Schloss Hohenstein unter seiner Führung gefeiert. Die Festbesucher wurden dabei u. a. in die Zeit des Mittelalters entführt, dazu waren eigens aus der Landeshauptstadt München "Die Münchener Moriskentänzer“ angereist. Das Duo "Anno Domini“ ebenfalls weithin bekannt – erweckte die Epoche der Staufer zum Leben. Sieben Musiker der "Capella Monacensis“ die auf historischen Instrumenten in Gewändern aus der Gotik spielten, waren ebenfalls bei diesem Fest zu hören und zu sehen.


2011 © Ulrich Göpfert

Zum Schluss folgte noch der Auftritt des Seemanns-Chores Coburg, der das Fest zum Anlass nahm, dem Schlossherrn, Förderer und Ehrenmitglied des Chores, zum Dank ein Geschenk zu überreichen.


2011 © Ulrich Göpfert

Auf dem Gelände der ehemaligen mittelalterlichen Burg steht die Schlosskapelle. Erbaut wurde sie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Bauherr war wahrscheinlich Christoph Freiherr von Thüna, dessen Ehewappen über dem Portal prangt. Das rechteckig angelegte Gotteshaus schließt nach Osten dreiseitig ab. Über dem Dach erhebt sich ein Dachreiter. Das Innere präsentiert sich als durchgehender Raum mit schlichter Holzdecke, einer Empore im Osten und zwei Emporen im Westen. Das Schmuckstück der Kapelle ist die Kanzel mit einem prächtig geschnitzten Schalldeckel, der auf das Jahr 1688 datiert ist. Die Schlosskapelle befindet sich im Familienbesitz und kann auf Anfrage für kirchliche Trauungen beider Konfessionen und andere Festlichkeiten genutzt werden. Sie bietet ca. 80 Sitzplätze und zusätzlich ca. 60 Stehplätze.

 
 
2011 © Ulrich Göpfert

Was aber wäre das Schloss Hohenstein ohne seinen Park. Erst dadurch wird die gesamte Anlage abgerundet. Diese romantische Parkanlage mit ihrem alten Baumbestand, den Laubengängen, Treppenanlagen, der Musikterrasse, dem Aussichtsturm, Rundtempel und der Drachenhöhle. Zum Schluss darf aber nicht vergessen werden, dass der Besitz ja auch einen Umgriff mit etwa 20 Hektar Waldung hat. Diese ganz wesentliche Abrundung des Grundstückes bringt das Schloss mit Park erst richtig zur Geltung und sichert auch auf Dauer die Arrondierung und Ungestörtheit des Besitzes.

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