Erster bayerischer Kuckuck erreicht Afrika

Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV)
Erster bayerischer Kuckuck erreicht Afrika

Einzigartiges Projekt verfolgt per Mini-Satellitensender
unbekannte Aufenthaltsorte der beliebten Vögel – Live im Internet zu verfolgen

Hilpoltstein
Mit „Richard“ hat soeben der erste bayerische Kuckuck, der vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) vor einigen Wochen mit einem Mini-Satellitensender ausgestattet wurde, das afrikanische Festland erreicht. Der LBV betritt somit wissenschaftliches Neuland und lässt alle daran teilhaben. Bisher ist nicht bekannt, wo genau sich die bayerischen Kuckucke aufhalten, wenn sie nach nur drei Monaten Deutschland wieder verlassen. Dank des internationalen Projekts können nun zum ersten Mal sowohl die Vogelschützer als auch die breite Öffentlichkeit live im Internet mitverfolgen, auf welchen Wegen die beliebten Vögel mit ihren Hightech-Rucksäcken in den Süden ziehen und wo sie sich dort bis zum nächsten Frühling aufhalten.

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Kuckuck mit Satellitensender
Foto: 2013 © LBV/Andreas von Lindeiner

„Richard“ hat es geschafft
Als erster bayerischer Kuckuck ist er in Afrika angekommen und befindet sich momentan im Osten Libyens. Die Gegend dort ist hauptsächlich von Wüste geprägt, daher wird der kleine Bayer höchstwahrscheinlich bald weiter in den Süden Afrikas in baumreichere Regionen ziehen. Vom Fangort in der Oberpfalz aus führte ihn seine Flugroute zunächst über die Schweiz, den italienischen Stiefel entlang und schließlich über das Mittelmeer. Innerhalb der 13 vom LBV besenderten Kuckucke gehört er zu den wenigen Vögeln, die ohne größere Zwischenstopps in ihr Überwinterungsgebiet nach Süden ziehen.

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Kuckuck fliegend
Foto: 2013 © LBV/Z. Tunka

Die meisten anderen Kuckucke mit Mini-Satellitensender auf dem Rücken hingegen halten sich seit ihrem Wegzug aus Bayern schon seit einigen Tagen im Mittelmeerraum auf und verweilen dort. Zwei Tiere rasten derzeit in Italien und vier auf dem Balkan. Warum sie sich dort aufhalten, wann die Vögel weiterziehen, ob sie dann unterschiedliche Routen nach Afrika nehmen und sich am Ende dort aber wieder treffen, das sind die spannenden Fragen, auf die das internationale Telemetrie-Projekt in den nächsten Tage, Wochen und Monaten Antworten finden will und im Internet geben wird. Vogel-Fans können nämlich jederzeit die Wege der Kuckucke live unter www.lbv.de/kuckuck mitverfolgen.

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Kuckuck sitzend
Foto: 2013 © LBV/Max Dorsch

„Bereits zu Beginn der Zugzeit merken wir, dass wir sehr viel über die Kuckucke noch gar nicht wussten“, erklärt LBV-Artenschutzreferent Dr. Andreas von Lindeiner. „Dies beginnt mit den unvorhersehbaren Zugrouten und setzt sich mit den unterschiedlichen Gruppen der Aufhalter und schnellen Durchzieher fort“, so von Lindeiner weiter. Die Eindrücke bestätigen sich auch bei den im zweiten Testgebiet besenderten Tieren. Hier war „Pavel“ auf dem Weg nach Afrika sogar noch einen Tick schneller als „Richard“ und ist mittlerweile in Eritrea angekommen. Seine Artgenossen hingegen verweilen noch in der Nähe ihrer weißrussischen Heimat.

Zum Projekt:
Ende April stattete der LBV in der Umgebung von Regensburg und in Weißrussland einige der beliebten Vögel mit kleinen Hightech-Rucksäcken aus. Dabei arbeitet der LBV mit den neuesten Satellitensendern. Diese sind mittlerweile so leicht, dass sie schon bei so kleinen Vögeln wie dem Kuckuck aufgesetzt werden können. „Das Projekt vereint den leichtest möglichen Sender mit dem kleinstmöglichen Vogel“, so Andreas von Lindeiner. Mit dem internationalen und deutschlandweit erstmals durchgeführten Hightech-Projekt wollen der LBV und seine Partner Antworten auf bisher ungelöste wissenschaftliche Fragen zum Kuckuck finden. Außerdem wird damit auch die Basis für den Schutz dieser bedrohten Art geschaffen.

Weitere Informationen
Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.
Landesgeschäftsstelle Eisvogelweg 1 91161 Hilpoltstein
Telefon: +49 (9174) 4775-0
Telefax: +49 (9174) 4775-75
E-Mail:
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Internet:
www.lbv.de

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