Neckermann - Ein deutsches Wirtschaftswunder

Geschichte im Ersten
Neckermann - Ein deutsches Wirtschaftswunder
Montag, 12. August 2013, 23:30 Uhr im ERSTEN

Film von Dorothee Kaden

Neckermann macht's möglich
Generationen Westdeutscher haben damit ihr Häuschen eingerichtet oder gar gebaut, haben sich eingekleidet und sind in den Urlaub gefahren. Generationen Ostdeutscher haben im Westfernsehen sehnsüchtig die Kühlschränke, Musiktruhen und Motorräder bewundert, ohne zu ahnen, dass etliches davon aus DDR-Produktion stammte.

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Josef Neckermann (vorne Mitte) stellt bei einer Pressekonferenz
neue Preis-Sensationen seines Versands vor.
Foto: 2013 © HR/Neckermann


Neckermann
das ist die beispiellose Aufstiegsgeschichte eines ehrgeizigen, geschickten Unternehmers, der mit seinem 1950 gegründeten Versandunternehmen einen Siegeszug in die bundesdeutschen Haushalte antrat. Mit seinen günstigen Angeboten schien Josef Neckermann genau das zu erfüllen, was Wirtschaftsminister Ludwig Erhard versprach: „Wohlstand für alle". Angesichts dessen spielte seine Vergangenheit in der NS-Zeit keine Rolle: Vergessen, dass seine Karriere mit dem Arisieren jüdischen Besitzes begann.

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Josef Neckermann, Gründer des Neckermann-Versands.
Foto: 2013 © HR/Neckermann

Zeitzeugen erinnern sich voller Hochachtung an Begegnungen mit dem charismatischen Unternehmer. Für den 1942 geborenen Sohn Johannes Neckermann ist er noch heute Leitfigur und strahlendes Vorbild. Voller Bewunderung erzählt er von seiner Energie und seinem Einfallsreichtum. Davon, dass er immer alles unter einen Hut zu bekommen schien: Familie, Unternehmen, Reitsport. Für den Sohn war es da nicht immer leicht, dem Anspruch des Vaters zu genügen - im Unternehmen ganz genauso wie auf dem Pferderücken. Johannes Neckermann erlebte mit wie das Familienunternehmen zu einem Imperium anwuchs. In seinen Blütezeiten arbeiteten hier über 18.000 Menschen. Der Sohn kennt die Erfolgs-Strategien seines Vaters genauso wie die Fehler, die dazu führten, dass 1977 Karstadt den Neckermann-Versand übernahm.

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Johannes Neckermann, Sohn des Firmengründers Josef Neckermann.

Foto: 2013 © HR/Tobias Klutke

Die Geschichte des Hauses, die im Herbst 2012 mit der Insolvenz des Versandhändlers ein trauriges Ende fand, erzählt ein Stück packender Sozial-, Konsum- und Wirtschaftsgeschichte. Die historischen Bilder des Films zeigen eindrücklich und unterhaltsam, dass kaum ein anderes Unternehmen so eng mit dem Zeitgeist und den materiellen Sehnsüchten der Menschen verbunden war wie der Versandhandel Neckermann.

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