Besenderte Schwarzstörche

Besenderte Schwarzstörche live verfolgen
LBV stattet junge Schwarzstörche mit GPS-Sendern
der neuesten Generation aus – Projekt soll besseren
Schutz ermöglichen, z. B. vor Windkraftanlagen

Hilpoltstein
Hightech Satellitensender bieten nun erstmals die Möglichkeit herauszufinden, wo Schwarzstörche ihre Nahrung suchen und wie dicht sie den gefährlichen Rotoren von Windkraftanlagen kommen. In einem dreijährigen Projekt möchte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) daher mehr über die heimliche Lebensweise der Störche erfahren. Mit den Daten können die Naturschützer den Schutz der seltenen Tierart zukünftig deutlich verbessen. Die Flugrouten aller drei Senderstörche können Naturfreunde unter www.lbv.de/schwarzstorch live verfolgen.

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Schwarzstorch Jungvögel im Horst
Foto: 2014 © Thomas Stephan

Vor wenigen Wochen statteten LBV-Biologinnen die ersten Schwarzstörche
mit Sendern aus

Schon jetzt brachte das Projekt neue Erkenntnisse hervor: Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass junge Schwarzstörche zwei bis vier Wochen mit ihren Eltern und Geschwistern im Revier umherziehen, um wichtige Fähigkeiten zu erlernen. Die besenderten Jungstörche hingegen verhielten sich wesentlich selbständiger und unabhängiger. Sie waren nur in den ersten Tagen mit ihren Eltern unterwegs und verließen dann deutlich früher als erwartet das elterliche Brutrevier.

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Junger Schwarzstorch auf Wiese
Foto: 2014 © Z. Tunka

Überraschenderweise zeigen die bislang gesammelten Daten auch
dass sich alle drei Jungstörche sehr unterschiedlich verhalten: Der älteste Sender-Schwarzstorch, der Anfang Mai im südlichen Mainfranken schlüpfte, hält sich - abgesehen von kurzen Abstechern nach Österreich und Oberbayern - hauptsächlich in Tschechien auf und zeigt keinen Drang, den Zug nach Süden zu beginnen. Zwei besenderte Geschwister aus dem südlichen Nürnberger Reichswald, die Anfang Juni geschlüpft sind, trennten sich schon im Brutgebiet. „Während ich den Jüngeren der beiden Ende August noch mit seinen Eltern auf Nahrungssuche beobachten konnte, war der Ältere bereits am Bodensee und ist mittlerweile über die Schweiz nach Frankreich geflogen“, berichtet LBV-Projektbetreuerin Helene Röhl. Doch auch der Jüngste ist nun aufgebrochen und schlägt bislang eine ähnliche Route ein, wie sein Geschwister zuvor. Die Überwinterungsgebiete der Schwarzstörche liegen voraussichtlich südlich der Sahara. Naturfreunde können die Flugrouten aller drei Senderstörche unter www.lbv.de/schwarzstorch live verfolgen.

Die genauen Neststandorte der drei Senderstörche, sowie Daten aus den Brutgebieten, werden zum Schutz der sensiblen, störanfälligen Tiere nicht öffentlich bekannt gegeben. Aus Schutzgründen erfolgt die Information über das Projekt deshalb erst jetzt im Anschluss an die Brutsaison.

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Fliegender Schwarzstorch
Foto: 2014 © Z. Tunka

Das dreijährige Projekt startete in diesem Frühjahr
 in enger Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten mit der Besenderung von drei jungen Schwarzstörchen aus Franken. In den nächsten zwei Jahren sollen dann auch erwachsene Schwarzstörche aus Mittel- und Oberfranken sowie der Oberpfalz mit den solarbetriebenen Satellitensendern der neuesten Generation ausgestattet werden. Diese können ein Storchenleben lang minutengenau die exakten Aufenthaltsorte, Fluggeschwindigkeiten, Flughöhen und sogar dreidimensionale Beschleunigungsdaten der scheuen Vögel aufzeichnen und über das Handynetz an die Biologen vom LBV schicken.

Der LBV sucht nach Naturfreunden, die Patenschaften für die jungen Schwarzstörche übernehmen.

Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V.
Landesgeschäftsstelle: Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein,

Telefon: +49 (9174) 4775-0
Telefax: +49 (9174) 4775-75
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Internet:
www.lbv.de

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