„Nora oder Ein Puppenheim“

Landestheater Coburg
Ibsens „Nora oder Ein Puppenheim“
Zwischen Psychodrama und Krimi
Zum letzten Mal

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Szenenfoto „Nora oder Ein Puppenheim“
Foto: 2014 © Landestheater Coburg/Andrea Kremper

Passend für ein Schauspiel, dessen Handlung am Heiligen Abend spielt, feiert Ibsens „Nora oder Ein Puppenheim“ zwei Tage vor Weihnachten Premiere am Landestheater Coburg, genauer gesagt auf der Bühne Cortendorf, in der Gärtnersleite 1. Auch alle weiteren Vorstellungen des Stücks werden auf die Bühne Cortendorf verlegt.

Ibsens Drama gehört zu den bis heute meistgespielten Stücken des Naturalismus. Die junge Nora Helmer wird – ausgerechnet zu Weihnachten, dem Fest der Familie – von ihrer Vergangenheit eingeholt: Vor Jahren hat sie, um ihrem kranken Mann Torvald Helmer eine dringend nötige Kurreise zu finanzieren, heimlich einen Kredit aufgenommen und dafür die Unterschrift ihres Vaters gefälscht.

Krogstad, von dem sie das Geld geliehen hat, benutzt den gefälschten Schuldschein, um Nora zu erpressen. Sie soll ihren Mann dazu bringen, die Kündigung Krogstads zurückzunehmen, die er als zukünftiger Direktor der Aktienbank ausgesprochen hat. Doch Torvald geht nicht darauf ein – und so lässt Krogstad die Fälschung auffliegen.

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Szenenfoto
„Nora oder Ein Puppenheim“
Foto: 2014 © Landestheater Coburg/Andrea Kremper

Konfrontiert mit der Tat seiner Frau sieht Torvald egoistisch nur die Gefahr für seinen Ruf. Er erkennt nicht, dass Nora es aus Liebe für ihn getan hat. Ibsen stellt die Ehe der Helmers als das titelgebende „Puppenhaus“ dar: Nora unterhält ihren Mann mit lustigen Spielen, sie stellt sich selbst als verschwenderisch, leichtsinnig und kindlich dar – und hegt gleichzeitig ihr Geheimnis, das ihr ein trügerisches Selbstbewusstsein verschafft. Torvald lebt, ahnungslos, in der Illusion einer klassisch „perfekten“ Ehe – er fühlt sich als Patriarch und hält Nora gönnerhaft in ihrer Unmündigkeit fest.

Dariusch Yazdkhasti und Malte Kreutzfeldt inszenieren das Drama mit Blick auf die Vielschichtigkeit der Figuren und der Beziehungsgeflechte zwischen ihnen. Die Inszenierung ist zwischen Psychodrama und Krimi angesiedelt.

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Szenenfoto „Nora oder Ein Puppenheim“
Foto: 2014 © Landestheater Coburg/Andrea Kremper

Mehr und mehr bröckelt die heitere Fassade des Puppenheims: Die Versuche, zu retten, was zu retten ist, werden immer bizarrer, bis die Wahrheit auf den Tisch kommt und nur noch der radikale Bruch als Ausweg möglich scheint. Die gutbürgerliche Maskerade wird in ihrer Groteske offen gelegt, die Aufrechterhaltung des Scheins bekommt karnevaleske Züge.

NORA ODER EIN PUPPENHEIM
Schauspiel von Henrik Ibsen
auf der Bühne Cortendorf

Inszenierung
Malte Kreutzfeldt, Dariusch Yazdkhasti

Bühnenbild
Malte Kreutzfeldt, Dariusch Yazdkhasti

Kostüme
Katharina Beth

Advokat Helmer
Alexander Peiler

Nora, seine Frau
Philippine Pachl

Doktor Rank
Thorsten Köhler

Frau Linde
Sandrina Nitschke

Rechtsanwalt Krogstad
Frederik Leberle

Weitere Vorstellungen

Samstag,       22. Februar 2014 – zum letzten Mal

jeweils 19.30 Uhr auf der Bühne Cortendorf

Karten
Theaterkasse (Di bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr, Sa 10.00 – 12.00 Uhr)

Weitere Vorverkaufsstellen
Touristinformation Coburg
Neue Presse Coburg
Coburger Tageblatt
Schuhhaus Appis Bad Rodach

Sprachauswahl

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