18. Coburger Neujahrskonzert 2005

Coburger Neujahrskonzert 2005
"Ach, wie so herrlich zu schau`n" (von Johann Strauss Sohn), vor allen Dingen jedoch, wie so herrlich zu hören war das 18. "Coburger Neujahrskonzert" mit dem Alt-Wiener Strauss-Ensemble aus Stuttgart unter der Leitung von Ralph Kulling...

"Ach, wie so herrlich zu schau`n … (von Johann Strauss Sohn: Lagunen Walzer aus "Eine Nacht in Venedig), vor allen Dingen jedoch, wie so herrlich zu hören war das 18. "Coburger Neujahrskonzert“ mit dem Alt-Wiener Strauss-Ensemble aus Stuttgart unter der Leitung von Ralph Kulling sowie den Gesangssolisten, dem Geschwisterpaar Ruth Ingeborg Ohlmann, Sopran und Daniel Ohlmann, Tenor

 

Schwungvoll begann das "Neue Jahr“ für die Konzertbesucher des 18. Coburger Neujahrskonzertes am 6. Januar im Kongresshaus "Rosengarten“ in Coburg. Traditionell starteten sie mit dem Alt-Wiener Strauss-Ensemble unter der Leitung von Ralph Kulling mit Melodien von Johann Strauss Vater, Johann Strauss Sohn, Josef Strauss und Eduard Strauss sowie C. M. von Weber, Carl-Michael Ziehrer und Franz Lehar in das Jahr 2005.

 

Mit seinen beschwingten Neujahrskonzerten hat sich das Ensemble in den vergangenen 18 Jahren in die Herzen der Coburger gespielt. Das in seiner Zusammensetzung in Deutschland einzigartige Ensemble, welches die Musik der Strauss-Dynastie, Joseph Lanners und seiner Zeitgenossen iinterpretiert, wurde 1972 von Konzertmeister Arthur Kulling und 11 Mitgliedern des Württembergischen Staatsorchesters Stuttgart gegründet.



Im September 2001 hat sein Sohn Ralph
die Leitung des Ensembles übernommen.

 

Das Besondere dieses Ensemble ist Arthur Kullings konkurrenzlose authentische Rekonstruktion verloren gegangener oder vernichteter Straussscher Originalarrangements für die kleine Besetzung und verleihen somit dem Ensemble einen besonderen Stellenwert. Seit der Vernichtung fast des gesamten Notenmaterials der Strauss-Kapelle im Jahr 1906 durch den letzten der "Sträusse“, Eduard Strauss, (er ließ in einem Anfall falsch verstandener Familiensolidarität die einmaligen handschriftlichen Originalnoten verbrennen) ist der ursprüngliche Sound der Straussschen Kompositionen erstmals wieder "original“ zu hören. Über 220 Werke umfasst das Repertoire des Alt-Wiener Strauss-Ensembles, die erfolgreichsten Musikstücke wurden inzwischen auf acht CDs veröffentlicht.

 

Neben den regelmäßigen Neujahrskonzertauftritten und einer regen, über das Jahr verteilten Konzerttätigkeit sowie Rundfunk- und Fernsehauftritten, gastierten die Musiker immer wieder mit großem Erfolg im Ausland. Die Stationen reichten von Schweden, Norwegen, Dänemark über Österreich, Schweiz, Spanien und Italien bis hin nach Südafrika.

Was wäre eine "Coburger Neujahrskonzert“ ohne die Moderation von Dr. Eduard Strauss aus Wien, dem Urenkel von Eduard Strauss und Ururenkel von Johann Strauss Vater. Es würden die sachkundigen mit "Wiener Charme“ vorgetragenen Worte fehlen. Er brilliert immer wieder mit interessanten Beiträgen und Ausführungen zu den einzelnen Musikstücken seiner "Altvorderen“.

Dr. Eduard Strauss wurde am 21. April 1955 in Wien als Sohn des sechsten und bislang letzten Musikers der Familie (nach Johann Strauss Vater) – Kapellmeister Eduard Strauss (II.) – geboren. Als Kind hatte er oft Gelegenheit, die Verzauberung der Zuhörerschaft in den Konzerten seines Vaters mitzuerleben. Die Musikbegeisterung hat in seinem Leben nie aufgehört eine große Rolle zu spielen. So war er jahrelang aktives Mitglied (Bariton) im traditionsreichen "Wiener Männergesang-Verein“, dem Widmungsträger und "Erstaufführer“ vieler berühmter (Chor-) Walzer von Johann Strauss Sohn, so auch z.B. des Walzers "An der schönen blauen Donau“. In der anspruchsvollen Chorvereinigung "Schola Cantorum“ in Wien singt er seit 1995.

Im Berufsleben ist Dr. Eduard Strauss seit 1.1.1997 als Zivilrichter am Oberlandesgericht in Wien tätig. Nachdem er nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1978, am 1.12.1979 zum Doktor der Rechte promovierte. Noch im Februar des gleichen Jahres trat er in den Gerichtsdienst ein, fand großen Gefallen an dieser Arbeit und entschloss sich, den Richterberuf anzustreben.

Seit langem beschäftigt er sich nebenberuflich auch mit seiner Familiengeschichte, der Strauss-Forschung und Strauss-Pflege. Dabei geht es ihm um den sorgfältigen, entkitschten Umgang mit der Geschichte und der Musik der Familie. In diesem Sinn verfolgt er mit großem Interesse die Aktivitäten der internationalen Strauss-Gesellschaften und ist z.B. "Ehrenpatron“ (Honorary Patron) der Johann Strauss- Society of Great Britain, Ehrenmitglied der schwedischen, französischen, deutschen und Wiener Strauss-Gesellschaft. Von 1987 bis 1991 war er auch Präsident der letztgenannten Gesellschaft. Seit 1995 ist er Präsident des 1989 neu gegründeten Vereins "Wiener Institut für Strauss-Forschung“, dessen Hauptziel derzeit die Herausgabe des ersten auf wissenschaftlicher Basis erstellten Katalogs der Werke von Johann Strauss Sohn – "Strauss-Elementarverzeichnis (SEV)“ – ist.

 

Zwei hervorragende Solisten standen dem Alt-Wiener Strauss-Ensemble Stuttgart mit dem Geschwisterpaar, der Sopranistin Ruth Ingeborg Ohlmann und dem Tenor Daniel Ohrmann beim diesjährigen Neujahrskonzert in Coburg zur Seite.

Ruth Ingeborg Ohlmann wurde in Neustadt an der Aisch in Deutschland geboren und wanderte als 16jährige mit ihrer Familie nach Kanada aus, wo sie an der Wilfrid Laurer University in Waterloo Gesang studierte. Sie schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab und wirkte in vielen Opernproduktionen mit, so unter anderem am Opernhaus Zürich und an der Vancouver Opera. Von 1995 bis 1997 gehörte sie dem Ensemble des Landestheaters Coburg an, wechselte nach Leipzig und war als Sopranistin am Staatstheater am Gärtnerplatz in München tätig. Ruth Ingeborg Ohlmann ist auf dem internationalen Konzertpodium ein stets gern gesehener Gast. Sie sang in München und Waterloo und trat als Solistin mit den Stuttgarter Philharmonikern auf.

Daniel Ohlmann wurde 1973 in Weingarten geboren und wuchs in Kanada auf. Er studierte an der University of Toronto Gesang und erwarb 1998 seinen Bachelor of Music. Ein Stipendium ermöglichte ihm das Studium an der Royal Scottish Academy of Music und Drama, das er 2001 mit dem Master of Music beendete. Auch er war bisher an der Staatsoper in Stuttgart zu erleben. Zurzeit ist er als Pong in Turandot und Seemann in der Neuproduktion Tristan und Isolde dort zu hören.

  

Eine besondere Ehrung anlässlich des Konzertes erfuhr Herr Werner Abel durch den 3. Bürgermeister der Stadt Coburg, Norbert Tessmer, für seine 20jährige Tätigkeit als 2. Vorsitzender der Deutschen Johann Strauss Gesellschaft.  

 

Ein Konzertbericht "der etwas anderen Art“

 

Wie sie liebe Leser bisher lesen konnten, ist dieser Konzertbericht anderes geschrieben, als sie es sonst gewohnt sind. Das Eingehen auf die einzelnen Musikstücke überlasse ich gerne meinen Kollegen, die für diese Dinge die entsprechende Ausbildung und Erfahrung haben. Mir war es ein besonderes Anliegen in diesem Beitrag die einzelnen Mitwirkenden in den Vordergrund zu stellen. Denn sie sind es letztendlich, die das Maß der Dinge sind und den Zuhörern mit ihrem Können und der Ausstrahlung Freude und Musikgenuss schenken.  

Eines kann ich ihnen jedenfalls versichern, mir hat das diesjährige Neujahrskonzert wieder einmal sehr gut gefallen und ich kann nur jeden raten, sich Karten für das nächste Jahr zu sichern. Sie werden es ganz bestimmt nicht bereuen! 

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