Tambacher Sommer 2006 - Haindling

Tambacher Sommer 2006 präsentierte: Haindling
Hans-Jürgen Buchner ist ein Genie und einer der letzten Abenteurer
im deutschen Musikgeschäft

Eine Fotoreportage von Ulrich Göpfert

Schloss Tambach bei Coburg

Beim diesjährigen „Tambacher Sommer“ durfte natürlich ein „Vollblut-Musiker“ wie Hans-Jürgen Buchner – „ Handling“ nicht fehlen. Am vergangenen Sonntagabend war er mit seiner Band im Innenhof von Schloss Tambach zu Gast und begeisterte sein Publikum mit seiner ihm eigenen Musik, die nicht nur in Bayern, sondern darüber hinaus, immer mehr Begeisterung bei den Musikfreunden findet.

Haindling ist nicht nur ein Ort in Niederbayern, sondern Haindling wurde zum Synonym für Musik der besonderen Art und über Hans-Jürgen Buchner wurde von der „Münchner tz“ geschrieben: „Er ist ein Genie und einer der letzten Abenteurer im deutschen Musikgeschäft!“ Die Musik von Haindling ist Popmusik mit starken Einschlägen von Jazz und bayerischer Volksmusik und mit überwiegend bayerischen Texten, denn nach Buchners eigenen Aussagen will er mit seiner Musik die „bairische Mundart“, die am Aussterben sei, am Leben erhalten.

Haindling ist ein kleines Dorf in Niederbayern, in dem Hans Jürgen Buchner, am 27. Dezember 1944 geboren, lebt. Nach dem Ort benannte er sich und seine Musik Anfang der 80iger Jahre. Das etwas seltsame Pseudonym soll die Verbundenheit mit dem ländlichen Wallfahrtsort in Niederbayern ausdrücken. Aber lassen wir mal die Kirche im Dorf, oder besser gesagt in Haindling, denn gleich neben dem Gotteshaus gibt es ein altes Wirtshaus und in eben diesem (das seiner Großmutter gehörte) kommt der kleine Hans-Jürgen zum ersten Mal mit Musik in Kontakt. Dass es sich hierbei nicht um Rock`n Roll oder derartige Musikrichtungen handelte, hat der ein oder andere schon richtig kombiniert. Denn Blasmusik war angesagt und das gefiel dem Buben ganz gut. Mit vier Jahren erhält Buchner die ersten Klavierstunden. Der Grundstein für eine Musikerlaufbahn ist damit gelegt. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg.

Er absolvierte in Landshut eine Ausbildung zum Keramiker und gewann mit seinen Töpferarbeiten 1978 den Bayerischen Staatspreis, eine Auszeichnung für Handwerker. Obwohl Buchner von Beruf Töpfermeister ist (er erhielt deshalb auch den Beinamen „Ton-Künstler), hat seine Neigung zur Musik bereits um 1980 zu gelegentlichen Auftritten mit Eigenproduktionen gemeinsam mit seiner jetzigen Ehefrau Ulrike Böglmüller geführt. Er kaufte in Haindling das heruntergekommene Dorfgasthaus und baute es zu einer Töpferei um. Die Einnahmen aus der Werkstatt erlaubten es ihm, zahllose Musikinstrumente der unterschiedlichsten Herkunft zu kaufen und sich ein kleines Studio einzurichten. Meistens im Alleingang, gelegentlich unterstützt von Ulrike Böglmüller, tüftelte er an seiner Musik.

Seine ursprüngliche Absicht, „nur nebenbei“ Musik zu spielen, musste Buchner aufgeben, als er über eine zufällige Bekanntschaft mit dem Sänger Kevin Coyne Kontakt zur Plattenfirma Polydor und daraufhin einen Vertrag über die erste Platte bekam, die 1982 erschien. Die erste Platte „Haindling 1“, erhielt den Deutschen Schallplattenpreis. Nachdem diese sich unter dem Namen seines Heimatortes Haindling in den Rundfunksendern etablieren konnte, folgte 1984 die Platte „Stilles Potpourri“ (1984), der den Hit „Lang scho nimmer gsehn“ enthielt. 1983 gründete Hans-Jürgen Buchner die Band, alle Mitglieder fand er über eine Zeitungsanzeige. Einem breiteren Publikum wird Haindling erst bekannt, als er des Öfteren in der Talkshow „Live aus dem Alabama“ auftritt. Mit dem Zweitwerk „Stilles Potpourri“ und den Singles „Du Depp“ und Lang scho nimmer gsehn“ kann er sogar zwei „Hits“ vorweisen, die es in die deutschen Charts schafften. Weitere bekannte Stücke sind beispielsweise „ Es geht wieder auf“, „Ganz weit weg“ und, und, und.

Neben Musik für die Alben machte und macht Haindling auch Musik für Film und Fernsehen, so alleine die Titelmusik für sieben Serien und Mehrteiler des Bayerischen Fernsehens. Der Song „Paula“ aus der Serie „Zur Freiheit“ sowie das Titelstück zu „Irgendwie und Sowieso“ sind auch über die zugehörigen Serien hinaus bekannt geworden. Weiterhin findet das Stück „Pfeif drauf“ als Titelmusik der ZDF-Serie Rosenheim-Cops und des Films „Drei Herren“ Verwendung. Einen Überblick über Hans-Jürgen Buchners Schaffen als Filmkomponist bieten das im Jahr 2000 erschienene Doppelalbum „Filmmusik“ sowie der 2004 unter dem Titel „Vivaldi & Vier Jahreszeiten“ veröffentlichte Soundtrack zur Polt-Filmreihe.

Für seine „ebenso bissige wie musikalisch virtuose Kritik am „Mir-san-mir-Bayerntum“ wurde Hans-Jürgen Buchner im Jahr 2000 vom Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Hans Zehetmair, mit der Auszeichnung „Pro Meritis Scientiae et Literarum“ geehrt.

Er engagiert sich für den Naturschutz und hat, in Zusammenarbeit mit Kinderbuchautor Janosch, dessen Figuren musikalisch vertont und unterstützte Kollegen wie Herman van Veen und Peter Maffay.

Ein außergewöhnlicher Musiker dieser „Haindling“. Hoffentlich hört man noch einiges von ihm…

Impressionen von diesen Abend 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Alle Fotos: 2006 © Ulrich Göpfert

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