300 Jahre europäisches Porzellan

300 Jahre europäisches Porzellan

Porzellanikon Selb und Hohenberg an der Eger zeigt:

„Königstraum und Massenware“

Jubiläumsausstellung vom 24. April bis 02. November 2010

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1708 glückte erstmals in Europa der Versuch Porzellan zu brennen. Und schon 1710 nahm die erste europäische Porzellanmanufaktur ihren Betrieb auf: die Porzellanmanufaktur Meissen. 2010 ist deshalb offiziell das 300. Jubiläumsjahr aus Anlass der Nacherfindung des Weißen Goldes auf dem Alten Kontinent.

 

Das Porzellanikon Selb und Hohenberg a. d. Eger, Europas größtes Porzellanmuseum, zeigt deshalb mit „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“ und mit gut 1000 Exponaten inklusive Leihgaben von 90 internationalen Institutionen aus 17 Ländern auf 3500 Quadratmeter die größte Porzellanausstellung, die es kontinentweit je gab. Aufwändige Inszenierungen, der Einsatz moderner Medien, opulente Themeninseln, kostbare, aber auch überraschende Porzellanexponate, wie man sie so noch nie zusammen sah, machen diese Jubiläumsausstellung einzigartig.

 

Für den Publikumsverkehr öffnet die Ausstellung
 ab dem 25. April 2010.

 

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Terrine, Hofsservice Cumberland,
Entwurf: Joseph Zächenberg,
Pm. Nymphenburg, 1765

 

Das Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger — Deutsches PorzellanMuseum

präsentiert mit Spitzenstücken aus dem Hause Medici, frühen französischen Porzellanen oder Böttger-Steinzeug aus Meißen die Vorläufer, ehe die Erfolgsgeschichte des Hartporzellans beginnt. Mit Anfertigungen für August den Starken, für den Hof Napoleon Bonapartes bis hin zum letzten russischen Zaren, schließen sich die Porzellane gekrönter Häupter an. Doch selbst als Porzellan die Haushaltungen des Großbürgertums erreicht, bleibt es repräsentativ, prunkvoll und atemberaubend kunstvoll.

 

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Josephine Baker,

Entwurf: Dorothea Charol ,

Pf. Rosenthal Selb, 1926,

Deutsches PorzellanMuseum

 

Der erste Teil der Jubiläumsausstellung wird vom Porzellan des Jugendstils bis hin zu den Revue-Figuren der Wilden Zwanziger Jahre eindrucksvoll abgerundet.

 

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„Drop“,

Entwurf: Luigi Colani,

Rosenthal AG, Selb, 1971,

Rosenthal Museum, Selb

 

Im Porzellanikon Selb

entführt die Porzellanausstellung in den Räumen des Europäischen IndustrieMuseums für Porzellan in die moderne Welt der Massengesellschaft. Porzellan wird – bei hohem Designanspruch – jetzt für alle verfügbar.

 

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Teeservice „TAC“ (The Architects Collaborative),

Entwurf: Walter Gropius,

Pf. Rosenthal, Selb, 1968

 

Gezeigt werden Porzellane von Designikonen wie Wilhelm Wagenfeld und Walter Gropius oder Lifestyle-Produkte beispielsweise von Versace. Doch ebenfalls, wo Porzellan als Architekturelement, etwa in modernen Wellness-Landschaften und im Sanitärbereich zur Geltung kommt. Porzellan als Material avantgardistischer Bildhauerei zeigen die Plastiken bekannter Künstler wie etwa Jeff Koons. Die Hochschulen Europas führen vor, was die Aufgaben des Porzellans in der Zukunft sein kann. Wie wir heute dazu stehen und was es uns bedeutet, erzählen verschiedenste Menschen aus Europa in Interviews und in einer vergnüglichen Filmographie.

 

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Indianisches Liebespaar”,

Modell: Johann Joachim Kaendler,

Pm. Meissen, um 1745,

Johann Jacobs Museum, Zürich/Schweiz (Inv.Nr. C 83/12)

 

Bewaffnete Kuriere und Satellitenüberwachung für Porzellan

Es sind nicht gerade die Kronjuwelen. Doch was derzeit an ehemals kaiserlichem und königlichem Porzellan aus allen Ecken Europas seine Reise ins größte Porzellanmuseum des Alten Kontinentes antritt, verlangt ähnlich spektakulären Sicherheits- und Transportaufwand. Die Logistik und Facility Reports zu „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“ halten derzeit das Kuratorenteam im Porzellanikon Selb und Hohenberg a. d. Eger in Atem.

 

Warum beispielsweise das Geschirr aus dem Ordensservice von Katharina der Großen in garantiert wasserdichten und wärmeregulierten Holzkisten reisen muss, bleibt das Geheimnis des leihgebenden Museums in St. Petersburg. Der Hauptkustodin der Großausstellung „Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan“ jedoch, treibt es den Schweiß auf die Stirn: „Dass wir Angaben über die Federung und Art der Bereifung der Fahrzeuge machen müssen, ist noch einzusehen“, sagt Petra Werner.

 

„Auch die Abmaße der Transportautos und detaillierte Informationen über das Sicherheitssystem und die Alarmanlagen des Porzellanikons, die Ausbildung und Schulung des Begleitpersonals, Angaben über die Sicherheitsgläser in den Vitrinen, das leuchtet mir ein. Wenn man jedoch beispielsweise Aufzeichnungen der dort installierten Hygrometer aus den letzten Monaten verlangt, wird’s schon schwieriger.“

 

Illuster sind auch die Anforderungen, die die Sicherheit der Stücke auf der Reise garantieren sollen. Die frühen Porzellane aus Neapel beispielsweise werden von bewaffneten Kurieren bis zur Landesgrenze begleitet. Ebenso werden das Porzellan aus dem Krakauer Königspalast oder die russischen Leihgaben von bewaffneten Eskorten begleitet. Doch verlangen die italienischen Kollegen beispielsweise darüber hinaus eine Satelliten gestützte Diebstahlüberwachung der weiteren Route bis zur Ankunft im Porzellanikon. „Täglich stehen wir vor neuen Überraschungen“, gibt sich die Kuratorin nervenstark. „Bei einer Gesamtversicherungssumme von etwa 25 Millionen Euro kann man sich vorstellen, dass da manches zusammenkommt.“ Darüber hinaus brauchen beispielsweise die Kuratoren aus den USA eine vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterzeichnete Staatsgarantie darauf, dass man die entliehenen Stücke auch gewiss wieder zurückgeben wird. Und ganz kompliziert wird es, wenn es etwa um Stücke aus dem Victoria and Albert Museum geht, wo man ein einziges Exponat schon mal mit einem Wert von 692 400 € beziffert.

 

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Vase, Pm. Vezzi, 1727,

Palazzo Querini Stampalia Venedig/Italien

 (Inv. Nr. 380)

 

Stücke aus dem persönlichen Service des Napoleons kommen aus Fontainebleau, ein Stück Porzellan aus dem Besitz des Francesco di Medici aus Sèvres, gar die Reisetoiletten des Habsburger Monarchenpaares Franz Josef und Elisabeth „Sissi“ von Österreich und Ungarn aus Barcelona - bei einem Ausstellungsvolumen von gut 1000 Exponaten hat man Leihgaben von 100 europäischen Museen aus 17 Nationen dabei, darunter viel Weißes Gold aus den ehemaligen Herrscherhäusern des Kontinentes. Die größte Porzellanausstellung, die es je in Europa gab, fordert eben auch den größten Aufwand, den man sich denken kann …

 

Quellenhinweis:

Porzellanikon - Die Museen, Werner-Schürer-Platz 1, 95100 Selb

 

Weitere Informationen:

Porzellanikon Selb

Werner-Schürer-Platz 1

95100 Selb

Fon: +49 (0) 92 87 9 18 00 0

Fax: +49 (0) 92 87 9 18 00 30

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.porzellanikon.org

 

Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger

Schindinger Straße 48

95691 Hohenberg a. d. Eger

Fon: +49 (0) 92 33 77 22 01

Fax: +49 (0) 92 33 77 22 08

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.porzellanikon.org

 

Das Porzellanikon Selb und Hohenberg a.d.Eger ist behindertengerecht mit Rampen und Fahrstühlen ausgerüstet. Die beiden Städte liegen 11 km von einander entfernt. Im  Porzellanikon Selb finden Sie das stimmungsvolle Restaurant/Cafe „Altes Brennhaus“.

 

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