Bamberger Marionettentheater - Premiere

Bamberger Marionettentheater:
Premiere der Komödie „Ein Sommernachtstraum“
von William Shakespeare

Eine Fotoreportage von Ulrich Göpfert

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Foto: 2011 © Ulrich Göpfert

Am vergangenen Sonntag, 23. Oktober 2011 war es soweit und die Inszenierung der Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare feierte im Marionettentheater Bamberg seine „Premiere“. Mit dieser Inszenierung konnte das Bamberger Marionettentheater das Premierenpublikum wieder einmal mehr begeistern und überzeugen.

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Szenenfoto „Ein Sommernachtstraum“
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert

Unterschiedliche Welten, Menschen- und Feenwelt, in sich noch vielfach gestuft, treffen aufeinander. Ihre durch Liebeswahn ausgelösten teils komischen, teils tragischen Verstrickungen waren für die Zuschauer gut nachvollziehbar. Dies geschah durch Reduzierung auf das wesentliche Geschehen, durch eindeutige Form- und Farbgebung der Puppenkleider, durch geschickte Personenführung und Gestik.

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Szenenfoto „Ein Sommernachtstraum“
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert

Der Text, eine vom Münchner Sommertheater behutsam modernisierte und eingesprochene Fassung der Schlegelübersetzung, wurde auf das Marionettentheater Bamberg zugeschnitten und auf die Spieldauer von zwei Stunden gekürzt.

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Die Marionettenspielerinnen vor der Bühne
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert

Die Adaption des handlungs- und figurenreichen Stücks an die kleine Bühne von 1821 war für die künstlerische Leiterin und Puppenbauerin, Irene Leiter, die Kulissenmalerin, die Beleuchterin und das Ensemble eine große Herausforderung, die mit Bravur gemeistert wurde.

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Frau Irene Leiter die künstlerische Leiterin des Bamberger Marionettentheaters
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert 


 Hintergrundinformationen zur Inszenierung
auf der Marionettenbühne


Frau Irene Leiter die künstlerische Leiterin des Bamberger Marionettentheaters führt dazu aus:

Auf der Suche nach einem Stück,
das die grundlegenden menschlichen Probleme wie Macht, Tod und Liebe behandelt, welche die Welt verworren, unberechenbar und chaotisch machen, wählten wir den „Sommernachtstraum“. Denn im Unterschied zu Shakespeares früheren Werken, „wo die verworrene, wüste und wilde Welt Realität war“, wird im „Sommernachtstraum“ „die verwirrte Welt in einen Teil des menschlichen Daseins, in die Vorstellung und den Traum verlegt! (Walter Naumann). Damit wird dieser Welt das Schwere genommen.

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Das Team mit ihren Lieblingsmarionetten hinter der Bühne
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert  

Herausforderung
Aber würde es uns gelingen, dass der Zuschauer die verwirrte Welt auch in diesem Traum erkennt und das Stück nicht nur als rein spaßhafte komödiantische Welt empfindet? Und würde außerdem dieses handlungsschnelle, textgewaltige, figuren- und bilderreiche Werk nicht unsere kleine Bühne überfordern? Ein Wagnis! Aber nach dem Motto „Wer wagt, gewinnt“ nahm das Team diese Herausforderung an.

Als Text fanden wir eine professionell eingesprochene Aufnahme des Münchner Sommertheaters aus dem Jahre 2001. Der Text ist behutsam modernisiert, von jungen Stimmen gesprochen und rhythmisch gut gelungen. Dieser Text wurde weiter bearbeitet, d.h. auf unser Marionettentheater zugeschnitten mit der Maßgabe, dass der Handlungsablauf mit seinen spannungsgeladenen Höhepunkten klar hervortritt, ohne dass wichtige lyrische und sentenzenartige Passagen verloren gehen. Damit war die Grundlage für die Inszenierung geschaffen.

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Detail-Aufnahme von der Bamberger Marionettenbühne von 1821
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert 

Viel Arbeit
Aber um das Stück auf die Bühne zu bringen, waren noch viele Arbeiten nötig, die zwei Jahre dauerten. Um dem historischen Theater von 1821 gerecht zu werden, suchten wir für Figuren, Kulissen und Requisiten nach Vorlagen, die das antike Athen abbilden.

Figuren
50 Figuren waren für das Stück herzustellen. Besondere Figuren wie der Löwe, der Esel und die Wand wurden, wie Shakespeares Textvorlage es vorsieht, als Halbmasken angefertigt. Nach einem Urania-Papiertheaterbogen, der Figuren in athenischen Gewändern zum „Sommernachtstraum“ darstellt, wurden die Marionetten bekleidet, während wir die Akteure der Fennwelt nach eigenen Ideen gestalteten.

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Szenenfoto „Ein Sommernachtstraum“
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert 

Kulissen
Bei der Auswahl zur Herstellung der Kulissen beriet uns ein Kunsthistoriker. Vorbild für die Fassade des Herzogspalastes wurde der Entwurf Karl von Fischers Gartensalon für das Palais Asbeck, Vorbild für den Innenraum Raffaello Santis Gemälde „Die Schule von Athen“ und der Tavernen-Innenhof wurde Piranesis „Vedute di Roma“ nachempfunden. Der Athener Stadtwald, ein Ort des Traumes und der Phantasie, ist eine Erfindung unserer bildenden Künstlerin. Alle Kulissen bestechen durch stimmige Farbgebung und Tiefenwirkung.

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Szenenfoto „Ein Sommernachtstraum“
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert 

Versatzstücke und Requisiten
Versatzstücke und Requisiten entstanden nach eigenen Recherchen und mit viel Liebe zum Detail. Eine besondere Herausforderung war es, eine Theaterbühne für das Rüpelspiel in die kleine Marionettenbühne zu integrieren. Außerdem gibt es eine der ältesten Bühnentechniken zu sehen: die Schleiertechnik. Mit einem Schleier wird das sichtbar gemacht, was im Innern der Puppe vor sich geht.

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Monika Einwag am Beleuchtungspult
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert 

Beleuchtung
Die Beleuchtung bringt die Figuren, Kulissen und Requisiten gut zur Geltung und erzeugt die passende Stimmung. Im Palast herrscht einmal Morgenstimmung, einmal abendliche Theateratmosphäre; im Tavernen-Innenhof spürt man die Mittagshitze; im Zauberwald erlebt man die Vollmondnacht bzw. die beginnende Morgenröte.

Viele Einstell-, Beleuchtungs- und Spielproben waren nötig um das Werk in dieser Qualität auf die Bühne zu bringen.

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Die Mitwirkenden am Premierenabend
Foto: 2011 © Ulrich Göpfert

  

Mitwirkende

Beleuchtungskonzept:                                             Monika Einwag

Bühnenbilder, Dekorationen:                                  Maria Sebald, Michael Sebald

Marionetten, Versatzstücke, Theatermaschinen:    Irene Leiter, Bernhard Leiter

Spielerinnen:                                                         Sabine Kleefeld, Gudrun Lüdtke,

                                                                              Maria Sebald, Irene Leiter

Beleuchterin:                                                         Monika Einwag

Inszenierung, künstlerische Gesamtleitung:          Irene Leiter

 

 Impressionen vom Premierenabend
im Bild festgehalten

 

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Das Staubsche Haus – Sitz des Bamberger Marionettentheaters –
in der Unteren Sandstraße 30

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Ein Blick ins Publikum

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Der 1. Vorsitzende Hermann Baumann (rechts) Freunde des Bamberger Marionettentheaters e.V. dankte den Mitwirkenden für Ihren vorbildlichen Einsatz und dem ausgezeichneten Erfolg…

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…Bernhard Leiter überreichte Blumen an das Spielerteam

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Für die Premierengäste hatte das Team…

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…einige Leckerbissen vorbereitet

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Außerdem wurde den Gästen die „Zauberblume“
aus dem Premierenstück in gebackener Form überreicht

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Die gelungene Premiere ließ man bei einem Glas Sekt
noch einmal Revue passieren.

  Alle Fotos: 2011 © Ulrich Göpfert


Weitere Informationen:
 

Bamberger Marionetten Theater
gegründet von Klaus Loose
Staubsches Haus
Untere Sandstraße 30, 96049 Bamberg
Telefon: 0951 / 6 76 00
Internet:
www.bamberger-marionettentheater.de (hier finden Sie auch den Spielplan)

Kartenvorverkauf

Bvd Kartenservice,
Lange Straße 22, 96047 Bamberg
Telefon: 0951 / 980 8220
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet:
www.bvd-ticket.de

Abendkasse

Sie öffnet im Marionettentheater
15 Minuten vor Vorstellungsbeginn.
Telefon: 0951 / 6 76 00

Sonderveranstaltungen

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Informieren Sie sich bitte direkt beim
Marionettentheater.

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Noch ein besonderer Hinweis für die bevorstehende
Advents- und Weihnachtszeit

Sehr beliebt sind besonders zu dieser Zeit

die Kindermärchen des Bamberger Marionettentheaters:

 

Die Prinzessin und der Schweinehirt
(Weihnachtsmärchen)

 

Hänsel und Gretel
(in Anlehnung an die Oper)

Sprachauswahl

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