EDEN

„EDEN – Im Garten des Außergewöhnlichen“
JEAN BOGGIO FOR FRANZ
Sonderausstellung vom 04.05.-07.10.2012 im Porzellanikon Selb

Im außergewöhnlichen Garten einer ungewöhnlichen Symbiose
Das Europäische IndustrieMuseum für Porzellan - Porzellanikon Selb widmet sich der ersten französisch-chinesischen Luxusmarke „Jean Boggio for Franz“

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Jean Boggio beim Zeichnen
Foto: 2012 © Franz Collection GmbH

Er stammt aus Algerien, hat einen italienischen Namen und verlebte seine Kindheit an der Côte d’Azur. Jean Boggio ist dem Pass nach Franzose und ansonsten Cosmopolit. „Aber“, sagt er, „meine Wurzeln sind vielfacher Natur und sehr europäisch.“ Er liebt den Luxus und er glaubt an die Vision des kulturellen Austausches, an das Abenteuer der Zusammenarbeit und an das Wunder der Ergänzung über Grenzen hinweg. Jean Boggio bezeichnet sich zu allererst als Handwerker und begann seine Laufbahn mit Schmuckentwürfen. „Ich wollte Design mit einem Bezug zum Kunsthandwerk machen“, sagt er. Schon lange entwirft er neben Schmuck auch Glas, Möbel, Stoffe und Porzellan. Seine Auftraggeber sind Hermès, Baccarat, Chopard, Raynaud, Haviland, Daum und andere.

Er ist Chinese und studierte deutsche Literaturgeschichte
Er handelt mit Porzellan, sein Hauptgeschäftssitz liegt im taiwanesischen Taipei, seine Produktionsstätte in der Geburtsstadt des Porzellans Jingdezhen, 2001 gründete er sein mittlerweile weltweit operierendes Unternehmen in den USA. Francis Chen, dem sein Literaturprofessor den Vornamen Franz gab und der sich deshalb heute Franz Chen nennt, hat Geschäfte in China, Taiwan, Europa, den USA, Australien und Neuseeland. Die erste deutsche Niederlassung des Porzellanunternehmens „Franz Collection“ erfolgte 2006 in Nürnberg, dort eröffnete er im Oktober 2011 seine erste Galerie hierzulande. „Ich liebe Deutschland“, ließ er dabei seine Gäste wissen.

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Ingwertopf Dragon
Foto: 2012 © Franz Collection GmbH

Als sich Jean Boggio und Franz Chen 2006 in Paris treffen,
treffen zwei aufeinander, deren Träume und Energien keine Grenzen kennen. Sie gründen die Marke „Jean Boggio for Franz“ und damit die erste französisch-chinesische Luxusmarke. So treffen orientalische Traditionen und der Geist des Art Noveau aufeinander, uraltes handwerkliches Können mit avantgardistischen Designerträumen, exzellente Materialkenntnisse mit der westlichen Kunstgeschichte, es treffen sich zwei völlig verschiedene Philosophien und was herauskommt, ist eine „Chinoiserie-Popart“ (Jean Boggio) in durchaus erstaunlicher Dimension.

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Inszenierung Extraordinary Garden
Foto: 2012 © Franz Collection GmbH

Das Porzellanikon Selb zeigt vom 4. Mai bis zum 7. Oktober 2012 mit der Ausstellung „EDEN – Im Garten des Außergewöhnlichen“
etwa fünfhundert Exponate auf gut siebenhundert Quadratmetern Ausstellungsfläche in zwei Etagen der alten Rosenthal Fabrik. Die Szenografie gestaltete Jean Boggio in Zusammenarbeit mit dem Museum. Man steht damit in einer Reihe mit Häusern wie dem französischen Musée National de Porcelaine Adrien Dubouché, dem Palastmuseum Peking oder etwa dem  Philadelphia Museum of Art.
                                                  

Die Schau beschreibt zunächst die Wege der Beiden, ehe der Künstler und der Geschäftsmann zusammen kamen. Was dann passierte, ist durchaus eine Geschichte der Superlative. Um diese nachzuerzählen, brachten acht Lastwägen eine Fracht aus Schmuckstücken, Interior Design, Möbeln, Lampen, Textilien, Geschirren und Wohnraumaccessoires aus Südfrankreich und Paris nach Oberfranken. Der Dreh- und Angelpunkt ist jedoch stets Porzellan. Und das kann durchaus die Dimension von drei auf fünf Meter haben, wie etwa bei einem achtteiligen Paravent. Alle Entwürfe stammen von Jean Boggio. Die Möbelarbeiten, auch die Herstellung der Lackmöbel, der Textilien und die Fertigung von Accessoires aus Metall fanden stets in Frankreich statt. Das Porzellan jedoch wurde ausnahmslos in der Firma von Francis Chen im chinesischen Jingdezhen hergestellt.

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Bysance-Ring
Foto: 2012 © Franz Collection GmbH

„Wenn wir hier von Luxus sprechen“, so der Direktor des Porzellanikons,
Wilhelm Siemen,
 „dann meinen wir bei ‚Jean Boggio for Franz’ ein Gesamtkonzept. Wir sprechen wie einst im Jugendstil von dem Basiskonzept eines gesamten Raumes, ja eines Hauses. Im Umgang mit dem Porzellan werden hier neue, andere Wege beschritten. Das finde ich äußerst bemerkenswert.“ Für Siemen ist diese Form der Zusammenarbeit mit dem fernen Osten Sinnbild der perfekten Symbiose zwischen asiatischer Handwerkertradition und europäischer Gestaltungskraft.

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Merlin
Foto: 2012 © Franz Collection GmbH

Das Europäische IndustrieMuseum für Porzellan - Porzellanikon Selb umfängt den Gast schon vor Ausstellungsbeginn mit der raumgreifenden Inszenierung einer schier überdimensionalen Traumwelt zwischen West und Ost. Und natürlich ist der titelgebende Garten Eden ebenfalls vorhanden. „Das Thema Eden, des außergewöhnlichen Gartens“, so Boggio, „ist für mich eine Symbiose aus allem, was mich seit meiner Kindheit beeinflusste.“ Ein künstlerischer und handwerklich atemberaubend ausgeführter Phantasie-Dschungel also, bei dem man sich staunend in seinen eigenen Träumen verlieren mag.

„EDEN – Im Garten des Außergewöhnlichen“
JEAN BOGGIO FOR FRANZ
vom 04.05.-07.10.2012 im Porzellanikon Selb,
täglich 10-17 Uhr (außer montags)
Kontakt: 09287-918000

www.porzellanikon.org

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