Hofer Schlappentag

580. Hofer Schlappentag
am Montag, 04. Juni 2012
Bier- und Schützenfest seit 1432

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Logo - Hofer Schlappentag 2012

Am Montag, 4. Juni 2012, findet in Hof am Schießgraben zum 580. Mal der traditionelle Hofer Schlappentag, der „Nationalfeiertag“ der Saalestädter statt. Dabei konnten in diesem Jahr zum ersten Mal offizielle „Schlappen“ durch die Besucher im Vorfeld des Festes erworben werden. Damit soll durch Hofer Schützen, Handwerk und Stadt Hof eine alte Tradition wiederbelebt werden, die auf folgende Begebenheit zurückgeht:  

Am 25. Januar 1430 wurde die Stadt Hof ohne nennenswerten Widerstand von den Hussiten gestürmt und vollkommen verwüstet. In ihrer Not wandten sich die Hofer an den Markgrafen von Brandenburg, der ihnen zwar auf 10 Jahre Steuerfreiheit gewährte, dies aber mit der Auflage verband, dass sich die Bürgerschaft mit Handfeuerwaffen ausrüsten solle, um künftig gegen Angriffe gewappnet zu sein.

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Präsentation 2012
v.l. Schützenmeister Dieter Weiß, Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, Michael Krasser (Geschäftsführer Brauerei Scherdel), Kreishandwerksmeister Christian Herpich, Oberschützenmeister Günter Hornfeck

Eine um 1432 gegründete Schützengilde rekrutierte sich zumeist aus Handwerkern, welche vom Hofer Magistrat dazu verpflichtet wurden, an den regelmäßigen Schießübungen und Wettbewerben teilzunehmen. Eine ungeliebte Pflicht: Um nicht mit Strafe belegt zu werden, eilten viele  Schützen noch am letzten Schießtag des Jahres (1. Montag nach Trinitatis) morgens in Arbeitskleidung mit Schürze und Schlappen zum Schießhäuschen. Dort wurden sie unter Aufsicht des Schützenmeisters zur Ausbildung mit der Muskete angehalten.

Im Laufe der Jahre vergrößerte sich die Zahl der Schützen, welche an diesem Montag ihre Schießübungen absolvieren wollten, so dass ein regelrechter Zug von Schlappenschützen zum Schießhäuschen wanderte. Gab es doch dort – und das ebenfalls auf markgräflichen Erlass - nach den Schießübungen das süffige Schlappenbier, das nur für diesen einen Tag gebraut wurde. Diese Tradition hat sich erhalten: Seit 580 Jahren findet der Hofer Schlappentag immer am Montag nach dem Pfingstmontag statt und ist damit eines der ältesten bayerischen Bier- und Schützenfeste.

Der Ablauf des Festes:
Bereits am Sonntag vor dem Schlappentag müssen geladene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, des Handwerks und der Schützen ihre Schießkünste beweisen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird mit dem Zimmerstutzen aufgelegt geschossen und jeder Schütze kann mit drei Schuss ins Schwarze treffen. In alter Zeit wurde der Sieger mit Steuerfreiheit durch den Hofer Magistrat belohnt. Aber auch in der Gegenwart zeigt sich die Stadt Hof großzügig und zeichnet die drei besten Schützen mit einem Privileg aus, welches nicht käuflich zu erwerben ist: Die erfolgreichsten Schützen dürfen innerhalb des Stadtgebietes auf öffentlichen Parkplätzen 1 bzw. 1/2 Jahr kostenlos parken. Als äußeres Zeichen wird der Schlappenkönig mit einer silbernen Kette gewürdigt, welche die Embleme der Handwerksinnungen und der zehn Hofer Schützenvereine trägt. Dem Schlappenkönig wird nicht nur die Ehre für seine herausragende Schießleistung zuteil, er ist zugleich Aushängeschild für historisches Brauchtum in der Stadt Hof.

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Hofer Schlappentag - Schlappentagsumzug in Gewändern der Hussitenzeit

Am Montag, dem eigentlichen Schlappentag, versammeln sich nach dem musikalischen Weckruf die Handwerkerzünfte und Schützen um 8.00 Uhr am Hofer Schießhäuschen, um zum Rathaus zu ziehen. Dort erfolgt der Empfang durch den Oberbürgermeister und Schützenkommissar. Es werden der Schlappenkönig proklamiert und die Ergebnisse des Schlappenschießens bekannt gegeben. Danach formieren sich Vertreter der Politik, Handwerker und Schützen gegen 9.45 Uhr zum Schützenauszug durch die Stadt zum Festplatz am Schießhäuschen.

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Hofer Schlappentag - Schlappentagsumzug

Der Festzug führt über Ludwigstraße, Altstadt, Bismarckstraße, Friedrichstraße, Marienstraße und den Konrad-Adenauer-Platz in die Lessingstraße zum Schießhäuschen wo das Schlappenbierfest beginnt. Nach der Ankunft des Festzuges am Schießhäuschen wird das eigens für diesen Tag gebraute "Schlappenbier" zum Ausschank gebracht. Bei süffigem Schlappenbier, Hofer Bratwürsten und musikalischer Umrahmung entwickelt sich auf dem Festplatz ein geselliges Treiben und der Hofer "Nationalfeiertag" geht in seinen gemütlichen Teil über.

Internationale Gäste
Als Gäste begrüßt die Stadt Hof zum Schlappentag traditionell Vertreter ihrer Partnerstädte. Aus dem finnischen Joensuu, gelegen in Nordkarelien, wird eine 6köpfige Delegation unter der Leitung von Stadtdirektor Kari Karjalainen erwartet. Vom Patenboot „Alster“ der Bundesmarine besucht eine 12köpfige Abordnung unter Kapitänleutnant Maik Riegel die Saalestadt. Aus Österreich besuchen Vertreter der dortigen Kommunen mit dem Namen „Hof“ (Hof bei Salzburg, Hof bei Straden) ihre befreundete Stadt in Oberfranken. Aus der böhmischen Partnerstadt Eger wird Bürgermeister Pospisil und das Jugendblasorchester zum Festumzug erwartet. Daneben haben sich auch viele Bürgermeister aus dem Landkreis Hof sowie Vertreter der Partnerstadt Plauen angesagt. Auch Vertreter aus Villeneuve-la-Garenne und dem Berliner Bezirk Neukölln werden sich am Schlappentags-Umzug beteiligen.

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