St. Martin

St. Martin
Geschichte und Geschichten zum Martinstag

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Das Bild zu diesem Beitrag wurden mir freundlicherweise von Herrn Pfarrer Eckard Fischer zur Verfügung gestellt. Es stammt aus dem Gemeindebrief, einer Zeitschrift für Gemeindebriefgestaltung.

Einzige Quelle zur Martinsgeschichte sind Martinsbiographie sowie Dialoge und Briefe des Anwalts Sulpicius Serverus, der Zeitgenosse und Gesprächspartner Martins war. Geboren wird Martin um 316/317 in der ungarischen Stadt Sabaria (römische Provinz Pannonien). Der heidnische Vater ist Tribun der römischen Besatzungsarmee. In Pavia (Norditalien) aufwachsend, tendiert der junge Martin früh zum Christentum. 15jährig wird er vom Vater zum Kriegsdienst gezwungen. Als Offizier der Gardereiterei leistet er drei Jahre Militärdienst unter dem Kaiser Konstantin und dem Cäsar (dem späteren Kaiser Julian).

Als Soldat ist Martin ohne Laster, geduldig, gütig. 334 ereignet sich am Stadttor von Amiens die in der Christenheit berühmt gewordene Szene der Mantelteilung...

Einmal begegnet ihm im Winter, der ungewöhnlich rauh war, so dass viele der eisigen Kälte erlagen, am Stadttor von Amiens ein notdürftig bekleideter alter Mann. Er flehte die Vorübergehenden um Erbarmen an, aber alle gingen an dem Unglücklichen vorbei. Martin trug nichts als den Soldatenmantel; seinen übrigen Besitz, hatte er schon verschenkt. Er zog das Schwert, mit dem er gegürtet war, schnitt den Mantel mitten durch und gab die eine Hälfte dem Armen; die andere legte er sich selbst wieder um“.

Danach hatte Martin seine erste Christusvision. Mit 18 Jahren läßt er sich taufen (334). Zwei Jahre später erfolgt die Kriegsdienstverweigerung gegenüber dem Feldherrn Julian in Worms: „Bis heute habe ich dir gedient; gestatte nun, dass ich jetzt Gott diene. Ich bin ein „Soldat“ Christi. Es ist mir nicht erlaubt zu kämpfen“.... Nach seiner Entlassung ist Martin in Poiriers bei Bischof Hilarius.., dann in Sabaria (Bekehrung der Mutter; Zerwürfnis mit dem Vater, der den Austritt aus der Armee nicht billigen kann), dann in Mailand (öffentliche Auspeitschung wegen seines Widerstandes gegen die Arianer), dann auf der Gallinaria-Insel (heute Isola di Albenga) bei Genua (mönchische Einsamkeit). Danach kehrt Martin zu Bischof Hilarius zurück. Er führt ein asketisches Leben. Er gründet das Kloster Ligugè (erstes Kloster des Abendlandes). Man beginnt Martin zu verehren. Es gibt erste Wundererzählungen über ihn.

371 wird Martin gegen seinen Widerstand auf den Bischofsstuhl von Tours erhoben. Als Bischof führt er weiterhin ein evangeliumsgemäßes einfaches Leben. Das Volk liebt ihn. 375 gründet Martin das Kloster Marmoutiers (Zellen in der Felswand am Loireufer), das zum Mutterkloster und Zentrum der gallisch-fränkischen Mönchsbewegung werden wird. Martin entfacht in Gallien ein reiches missionarisches Wirken: u. a. Visitationsreisen; Zerstörung heidnischer Heiligtümer. Gegen Ende seines Lebens wird Martin in die blutige Verfolgung der Priscillianer hineingezogen.

Priscillian war spanischer Laie, gebildet, glühend, von rigoristischer Askese; er bekämpfte die vielerorts reich und damit lax gewordene Kirche. Seine zahlreichen Anhänger machten Priscillian zum Bischof von Avila. Spanische und gallische Bischöfe allen voran der Hofbischof Ithacius, lehnten Priscillians Lehre ab. Es kam zu bischöflichen Intrigen am Hof des Kaisers Maximus in Trier. Priscillian wurde wegen „Magie“ angeklagt und nach einem Geständnis zum Tode verurteilt.

Dieser erste Fall einer Häretikerhinrichtung in der Kirchengeschichte wird von Martin zutiefst mißbilligt. Von jetzt ab lehnte er jede Gemeinschaft mit den spanischen und gallischen Bischöfen ab. Zwar kann auch er die Lehre des Priscillian nicht gutheißen, aber er wendet sich mit aller Kraft gegen die Tötung von Glaubensgenossen. Als er 384 in Trier bei Kaiser Maximus für das Leben von Anhängern des Priscillian bittet, zeigt er sich indes bereit – als Gegenwert für eine entsprechende Zusage des Kaisers – sich seinen Mitbischöfen wieder zuzuwenden.

Martin stirbt 397 in Cades/Loire. Man bestattet ihn in Tours. Er wird einer der volkstümlichsten Heiligen der katholischen Kirche. Er ist Nationalheiliger des Frankenreiches.

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