Das „Gandersheimer Evangeliar“

Kunstsammlungen der Veste Coburg
Das „Gandersheimer Evangeliar“ geht auf Reisen
Ein Glanzstück der Coburger Sammlung

Am vergangenen Sonntag öffnete die Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“ in Magdeburg ihre Pforten.

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Gandersheimer Evangeliar, Einband, Inv.-Nr. Pl.001
Foto: 2012 © Kunstsammlungen der Veste Coburg

Mit dabei ist das kostbare „Gandersheimer Evangeliar“
Als Werk der Karolingischen Hofkunst zur Zeit Karl des Kahlen, des Enkels von Karl dem Großen, zeigt der geschnitzte Elfenbeinbuchdeckel mit der Himmelfahrt Christi die Erneuerung der Karolingischen Kunst nach antikem Vorbild. Entstanden sind der Buchdeckel und die illuminierten Kanontafeln im Inneren um 860 bis 870 in Metz.

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Gandersheimer Evangeliar, Blatt 168 recto, Besitzervermerk, Inv.-Nr. Ms.01
Foto: 2012 © Kunstsammlungen der Veste Coburg

Noch etwas verbindet das Buch mit Otto dem Großen
Auf der letzten Seite findet sich ein Besitzervermerk von Königin Edgive und ihrem Bruder, dem englischen König Aethelstan. Das Evangeliar muss nach England gelangt sein, als Edgive 923 dorthin flüchtete. Editha, die Halbschwester der beiden, heiratete 926 den späteren Kaiser Otto I. Er erhielt das hochgeschätzte Buch vermutlich als Geschenk aus England. Kaiser Otto I. schenkte das Buch dann wohl dem Kloster Gandersheim, wo seine Nichte Gerberga Äbtissin war. Nach Auflösung des Stiftes Gandersheim 1810 kam das Evangeliar mit der letzten Dechantin, Prinzessin Karoline von Sachen – Coburg – Saalfeld, nach Coburg.

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Gandersheimer Evangeliar, Kanontafel, Blatt 14, verso, Inv.-Nr. Ms.01,
Foto: 2012 © Kunstsammlungen der Veste Coburg

„Das Evangeliar ist sowohl als Kunstwerk der Karolinger Zeit als auch wegen seiner äußerst prominenten Besitzergeschichte ein Glanzstück der Coburger Sammlung.“ sagt Dr. Klaus Weschenfelder, Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg.

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