Ägypten - Teil 1 Im Land der Pharaonen

Ägypten – Teil 1: Im Land der Pharaonen
„Insch`allah – So Gott will“ - ist mehr als ein Wort,
es ist das ägyptische Lebenskonzept

Reisereportage von Ulrich Göpfert

Teil 1 - Einführung

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Ägypten der Staat im nordöstlichen Afrika, umfasst auch die vom Suezkanal durchstochene Landbrücke nach Asien mit der Halbinsel Sinai. Nachbarländer sind Libyen, der Sudan und Israel. Im Norden ist Ägypten zum Mittelmeer, im Osten zum Roten Meer offen.

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Der landschaftliche Charakter Ägyptens ist geprägt vom Gegensatz der Wüstengebiete und dem dicht besiedelten, bewässerten Kulturland entlang des Nils
Diese Landfläche macht etwa fünf Prozent des Territoriums aus. Im Westen Ägyptens liegt die Libysche Wüste, die rund zwei Drittel der Staatsfläche einnimmt. Im Norden dieser Wüste befindet sich das nur recht niedrig gegliederte Libysche Plateau, das in Ägypten bis 241 Meter Höhe erreicht. Südöstlich dieses Gebiets senkt sich das Gelände in der Kattara-Senke auf knapp 134 Meter unter den Meeresspiegel ab, im Südwesten steigt es bis auf 1.098 Meter an. Im Osten Ägyptens, wo sich die Arabische Wüste befindet, erheben sich die Berge bis auf 2.184 Meter. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 2.637 Metern der Gabal Katrîna (Katharinenberg) im Gebirge Gabal-at auf der Sinai-Halbinsel, die sich im Nordosten des Landes befindet und durch den Sueskanal vom afrikanischen Festland getrennt ist. Der Mittelteil des Landes erhebt sich bis durchschnittlich 500 Meter Höhe.

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Mit fast 6.700 Kilometern ist der Nil der längste Fluss der Welt
Zwischen den beiden zuvor genannten Wüsten durchfließt der Nil, dessen Quellfluss der Kagera im Gebirgsland von Burundi ist, auf etwa 1.550 Kilometer Länge in Ägypten von Süden nach Norden, bevor er nach durchfließen des 24.000 km² großen Nildeltas in das Mittelmeer mündet. Durchschnittlich 100 Kilometer südwestlich von Kairo befindet sich das 1.827 km² große Fayyum-Becken, eine beckenartige Oasenlandschaft, in deren Nordteil sich der 230 km² große Qarun-See befindet.

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Am Nildelta und an der Mittelmeerküste herrscht mediterranes Klima
dort gehen im Winter die Temperaturen auf runde 15 bis 20° C herunter und es kommt zu gelegentlichen Regenfällen. Der Rest des Landes unterliegt dem Wüstenklima: Heiß und trocken im Sommer (häufig über 40° C), mild im Winter (um 20° C, nachts jedoch nur um 5° C), überwiegend ohne messbaren Niederschlag mit langjährigen Trockenperioden. An der Küste des Roten Meeres ist das Klima etwas gemäßigter mit weniger heißen Sommern ("nur" um 35° C) und milden Wintern (auch nachts nur selten unter 10° C).

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Die Bevölkerung Ägyptens siedelt primär im Niltal, im Nildelta, am Sueskanal und am touristisch bedeutsamen Roten Meer
In den westlichen Oasen Fayyum, Dachla, Farafra, Siwa und Charga leben nur wenige Menschen. Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Darüber hinaus sind im Süden Ägyptens Nubier ansässig. In der libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute jedoch nur noch wenige in der Oase Siwa eine Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden.

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Entlang des Nils haben die alten Ägypter zahlreiche großartige Tempel und Pyramiden hinterlassen, die noch heute vom Glanz des Pharaonenreichs künden
Spektakuläre Bauvorhaben scheinen seit der Zeit der Pharaonen eine ägyptische Spezialität zu sein. Im übertragenen Sinne dienten bereits die zahlreichen Tempel dem Wohl des Landes. In ihnen sollten die Götter geneigt gemacht werden, für reichliche Nilfluten und Fruchtbarkeit zu sorgen. Ihre wirtschaftliche Bedeutung haben diese Bauwerke in leicht gewandelter Form bis heute behalten. Sie sind die Magneten, die die meisten Gäste aus aller Welt an den Nil locken. Der Kulturtourismus gehört neben den Einkünften aus dem Suezkanal und dem Ölhandel zu den wichtigsten Devisenbringern Ägyptens. Seit Jahren spielt aber auch der Bade- und Erholungstourismus an den Stränden des Roten Meers und am Mittelmeer eine bedeutende Rolle.

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Eine Fahrt entlang des Nils übt einen einzigartigen Zauber aus
Angesichts der Fellachen, die hinter Ochsengespannen schreiten, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das Schlagwort von der „Biblischen Ruhe“ wird gern verwendet, um die Stimmung zu beschreiben, die sich besonders zur Zeit des Sonnenunterganges über dem Land ausbreitet. Ohne seine Bauern wäre der Aufstieg Ägyptens zu einer der ältesten Hochkulturen der Welt nicht möglich gewesen.

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Die Wirtschaft Ägyptens wird auch heute noch durch die Landwirtschaft geprägt, die sich hauptsächlich auf die Regionen entlang des Nils, im Nildelta und an einzelnen Oasen verteilen
Dabei hat sich der landwirtschaftliche Anbau von einer Subsistenz- zu einer Exportorientierung gewandelt, so dass relativ betrachtet weniger landestypische Nahrungsmittel wie Hirse, Saubohnen und Kohl geerntet werden. Heute ist Ägypten nicht mehr fähig, seine stark anwachsende Bevölkerung zu ernähren, so dass riesige Mengen an Lebensmitteln importiert werden müssen.

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Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus, der nach den Terroranschlägen auf touristische Ziele in den 1990er und 2000er Jahren jedoch zeitweise starke Einbrüche verkraften musste (Luxor 1997, Sinai 2004 und 2005 und 2006 in Dahab)
Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Neben Gizeh und Kairo wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus- Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo- Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an.

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Die Touristenhochburg ist unbestreitbar Hurghada am Roten Meer
Der moderne Touristenort Sharm El-Sheikh an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Freunden des Tauchsports sehr beliebt, in den letzten Jahren kamen auch immer mehr Unterwasser-Sportler ins nördlich davon gelegene Dahab. Durch den allgemein weiter steigenden Tauch-Tourismus werden auch Orte südlich von Hurghada, entlang der westlichen Küste des Roten Meeres, erschlossen. Hierzu zählen al-Qusair und Marsa Alam, sowie kurz vor der sudanesischen Grenze Asch-Schalatin. 30 km vor der Grenze zum Sudan liegt 20 bis 25 km landeinwärts der Nationalpark Gebel Elba, der sich als neuer Touristenmagnet anbietet.

Alle Fotos: 2012 ©  Ulrich Göpfert

Trotz aller Gefahren würde ich dieses wunderschöne Land Ägypten jederzeit wieder besuchen, denn die freundlichen, hilfsbereiten Menschen, die Kreuzfahrt auf dem Nil mit den verschiedensten Ausflügen sowie der Badeurlaub in Hurghada haben bei meiner Frau und mir ein unvergessliches Reiseerlebnis hinterlassen. Wir können eine Reise nach Ägypten – ohne wenn und aber – daher sehr empfehlen.

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