Die Weiße Frau

Die „Weiße Frau“ im Birkacher Schloss
Sagen und Erzählungen aus dem Coburger Land

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Foto: © Ulrich Göpfert

Die Tochter des Schlossherrn von Birkach hatte ihr kleines neugeborenes Kind getötet. Bald danach durchlitt sie in eine schwere Krankheit an der sie starb. Sie wurde in der Gruft der alten Schlosskapelle begraben.

Aber die Mörderin fand im Grab keine Ruhe. Stets zur mitternächtlichen Stunde stieg sie aus der Gruft empor und wandelte im schneeweißen Gewand während der Geisterstunde ruhelos im Schloss hin und her. Ein Rasseln und Klirren wie von vielen Eisenketten waren hörbar, das Vieh im Stall fing an zu blöken, die Türen der Zimmer im Schloss, an denen sie vorüberhuschte, sprangen von selbst auf und die Schlossleute wurden meist unsanft aufgeschreckt. Am meisten hatten die Knechte von ihr zu leiden! Es kam nicht selten vor, dass sie mit großer Kraft aus ihren Betten heraus geworfen wurden und am nächsten Tag am ganzen Körper grüne und gelbe Flecken hatten und vor Schmerzen in den Gliedern kaum ihre Arbeit verrichten konnten. Erst nach der Mitternachtsstunde trat wieder Ruhe ein.

So kam es, dass zuletzt niemand mehr im Schloss bleiben wollte. Als der alte Schlossherr, ohne Nachkommen zu hinterlassen, gestorben war, lag das Schloss ganz vereinsamt da und ging langsam dem Verfall entgegen. Einige Zeit wurden einfach Gottesdienste darinnen abgehalten. Dann kamen Schloss und alle Gebäude an den Freiherrn von Könitz, dem auch das Untersiemauer Schloss gehörte. Der ließ die alten Gemäuer abbrechen. Nur eine große Scheune wurde noch erhalten und der alte Schlossbrunnen.

Quellenhinweis: Karl Mönch

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