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Friedrich von Schiller, ein großer deutscher Dichter Drucken E-Mail

Friedrich von Schiller, ein großer deutscher Dichter
Am 12. Januar präsentierte Kulturstaatsministerin Christina Weiss in Berlin die von ihr koordinierten zum Teil geförderten Aktivitäten zum Schillerjahr 2005. Außerdem stellte sie das Logo und das Internetportal www.schillerjahr2005.de vor. Weiss betonte, die Würdigung durch das Gedenkjahr könne "eine Chance sein, Schillers Werk neu auszuleuchten.“

Die Staatsministerin hatte im vergangenen Jahr eine "Schiller-Runde“ ins Leben gerufen, um die für das 200ste Todesjahr Friedrich von Schillers geplanten Aktivitäten zu koordinieren. Veranstaltungen von Einrichtungen wie dem Schiller-Nationalmuseum, dem Deutschen Literaturarchiv oder der Deutschen Schillergesellschaft sowie von Verlagen, Hörfunk- und Fernsehanstalten konnten vernetzt und aufeinander abgestimmt werden. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert Projekte im Rahmen des Schillerjahres mit insgesamt 485.000 Euro.

Schillerbüste

Im Jahr 2005 jährt sich Friedrich Schillers Todestag zum zweihundertsten Mal. Eine Fülle von Veranstaltungen bietet Gelegenheit, interessante und amüsante, wo möglich auch neue Aspekte an Schillers Werk und Persönlichkeit zu entdecken

In der Fürstengruft Weimar fanden Schiller und Goethe ihre letzte Ruhestätte

Vor 200 Jahren, am 9. Mai 1805, starb Friedrich Schiller in Weimar, 46 Jahre zuvor, am 10. November 1759, war er in der kleinen württembergischen Amtsstadt Marbach am Necker zur Welt gekommen. So bescheiden die Herkunft � seine Mutter war die Tochter eines Bäckers und sein Vater ein gelernter Wundarzt -, so hoch führte den Sohn seine Karriere als Dramatiker, Lyriker und Epiker, als Mediziner, Historiker und Philosoph. Für sein Verdienst um die deutsche Sprache wurde er vom Kaiser in den Adelsstand erhoben. Den Lorbeer des Dichterfürsten hat er sich selbst aufgesetzt und vom Publikum aufsetzten lassen.

Glockenfest in Apolda

Wie kaum einen anderen deutschen Dichter verstellen langlebige Vorstellungen und Vorurteile den freien Blick auf Schiller: der arme, ewig leidende, über allem schwebende, mit geflügelten Worten hantierende, lebensabgewandte, stets mit sich und der Sprache ringende idealische Freiheitsdichter, der Dichter der "Räuber“, des heroischen Volksstückes "Wilhelm Tell“ oder der zum Leittext deutschen Biedersinns erkorenen "Glocke“. Nicht zu vergessen Schiller als Goethefreund! Man verzichtet gern auf eine eingehende Beschäftigung mit der "Sensation in Marmor“, mit dem Klassiker Schiller: ehren ja, lesen nein.

Es geht im Schillerjahr wieder einmal um ganz einfache Fragen, die gestellt werden sollen: Wer war Friedrich Schiller? Was kann man eigentlich über sein Leben sagen? Das ehemals nur angestaunte Monument wird sich als Mensch Friedrich Schiller entpuppen, dessen Denken und Handeln zu faszinieren und zum Nachdenken anzuregen vermag.

Die Frage nach der Person Schiller, nach seinem Werk und unserem Verhältnis zu beiden prägt das Geschehen im Schillerjahr 2005 in vielfältiger Form. Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Theateraufführungen

Schillershöhe in Rudolstadt

Friedrich Schiller � sein Leben und Werk
Quellenhinweis: Hans Misdorf

Um das Jahr 1800 war Deutschland in viele einzelne Staaten aufgeteilt. Diese wurden außerdem noch von Napoleon beherrscht. Und doch hat Deutschland niemals mehr so große Männer in Dichtung, Philosophie und Kunst hervorgebracht als in diesen Jahrzehnten. Unter diesen großen Persönlichkeiten sind auch die Dichter Goethe und Schiller.

Friedrich von Schiller wurde 1759 in dem Städtchen Marbach am Neckar in der Nähe von Stuttgart geboren. Sein Vater war ein einfacher Offizier im Dienst des Herzogs von Württemberg. Schiller hing sehr an seiner Mutter. Sie war eine stille, fromme Frau. Deshalb wollte er als Kind auch Pfarrer werden.

Schon mit 13 Jahren musste Schiller sein Elternhaus verlassen. Auf Befehl des Herzogs von Württemberg musste er von jetzt an eine Militärakademie bei Stuttgart besuchen, also eine Schule für zukünftige Soldaten. Hier blieb er acht Jahre. Er kam sich an dieser Schule wie im Gefängnis vor. Denn die Schüler dort hatten wenig Freiheit, sie wurden zum Gehorsam gezwungen.

Aus dieser Zeit stammt Schillers Liebe zur Freiheit. Er schrieb heimlich in diesen Jahren sein erstes Schauspiel "Die Räuber“. In diesem Drama ruft er zum Kampf gegen alle Tyrannen und Diktatoren auf. Das waren damals manche der deutschen Fürsten, wobei es allerdings auch gute unter ihnen gab. Napoleon war später ein besonderer Diktator.

Nach Beendigung der Schulzeit wurde Schiller ein einfacher Militärarzt, denn er hatte auf der Schule etwas Medizin lernen müssen. Dieser Beruf macht ihm aber überhaupt keine Freude.

Anonym ließ Schiller dann in Mannheim sein Schauspiel "Die Räuber“ aufführen. Das Drama hatte einen riesigen Erfolg. Daraufhin verbot der Herzog von Württemberg Schiller, Schauspiele zu schreiben. Aber Schiller musste einfach Drama schreiben, er war ein echter Dichter. Außerdem wollte er sich vom Herzog nicht zu etwas zwingen lassen.

Deshalb floh Schiller 1782 aus Württemberg in einen anderen deutschen Staat. Das war für ihn gefährlich und ein großes Wagnis. Denn jetzt verdiente er nichts mehr. Er war als Dichter noch unbekannt. Wovon sollte er jetzt leben?

So wanderte Schiller in den Jahren 1782 bis 1789 durch Deutschland hin und her. Er litt viel Not. Manchmal wurde ein Gedicht von ihm abgedruckt. Auch sein in diesen Jahren entstandenes Schauspiel "Kabale und Liebe“ wurde aufgeführt. In ihm schildert Schiller, wie ein junger Adliger und ein einfaches Bürgermädchen sich lieben und doch wegen ihres verschiedenen Standes nicht heiraten können. Beide gehen schließlich zugrunde.

Aber durch das alles bekam Schiller nicht viel Geld. Auch war er öfters krank. Aber immer wieder nahmen Freunde und Bewunderer ihn bei sich auf und halfen ihm eine Zeitlang aus der Not.

Schillerkirche Jena

1789 bekam Schiller durch Hilfe von Goethe eine Anstellung als Professor für Geschichte in Jena. Jetzt hatte er ein sicheres Einkommen. Deshalb konnte er jetzt seine Verlobte Charlotte von Lengefeld heiraten. Außerdem lag Jena dicht bei Weimar. Dort in seiner Residenz hatte der Herzog von Sachsen-Weimar Goethe und zahlreiche andere Dichter, Künstler und Gelehrte versammelt.

In den folgenden Jahren schrieb Schiller kein Drama und nur wenig Gedichte. Er beschäftigte sich jetzt viel mit Geschichte und philosophischen Fragen, besonders mit der Philosophie Kants. Durch Kant lernte er, dass der Mensch ein moralisches, ethisches Wesen ist. Er hat die Aufgabe, seine schlechten, niedrigen Regungen in sich zu bekämpfen und ein immer vollkommener, besserer Mensch zu werden.

Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar

1794 lernte Schiller Goethe näher kennen. Beide Männer waren sehr verschieden. Goethe hatte nie äußere Not gelitten, Schiller dagegen musste viel Not durch Geldsorgen und Krankheit durchmachen. Wenn Goethe dichtete oder wissenschaftlich arbeitete, musste er alles sehen und empfinden können. Schiller dagegen beschäftigte sich lieber mit theoretischen Begriffen wie z.B. Schönheit oder Menschenliebe. Deshalb ist Schillers Sprache auch nicht so natürlich wie die Goethes, sondern oft etwas künstlich und pathetisch. Dennoch kann uns seine Sprache begeistern und mitreißen. Aber trotz dieser Gegensätze entstand zwischen beiden Dichtern eine immer enger werdende Freundschaft und große Hochachtung.

Schillers Schreibtisch

1799 zog Schiller nach Weimar. Er kauft sich dort ein Haus für sich und seine Familie. Durch die Freundschaft zwischen Goethe und ihm wurden beide wieder zum Dichten angeregt. Schon vorher hatte Schiller das Schauspiel "Don Carlos“ geschrieben. Jetzt entstanden die Dramen "Wallenstein“, "Die Jungfrau von Orleans“ und "Maria Stuart“. In diesem Schauspiel erzählt Schiller, wie die Königin Maria Stuart von ihrer Gegnerin, der Königin Elisabeth, ungerecht zum Tode verurteilt wird. Aber sie bejaht ihren Tod, indem sie ihn als Strafe für eine frühere Schuld in ihrem Leben annimmt. So siegt sie innerlich über Elisabeth, auch wenn sie äußerlich zugrunde geht.

Mit "Die Glocke“ beschreibt Schiller den Weg des Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Sein letztes vollendetes Drama ist "Wilhelm Tell“. In ihm schildert er den Freiheitskampf der Schweizer unter ihrem Anführer Tell.

Schiller war ein tapferer Mann, ein mutiger Kämpfer und ein fleißiger Arbeiter. Er verlangte viel von sich. Deshalb war er oft krank. So ist er schon 1805 mit 46 Jahren in Weimar gestorben. Er hätte noch manches große Werk schaffen können. Mit ihm verlor Deutschland seinen nach Goethe größten Dichter.

Der ehemalige Gasthof in Bauerbach dient heute als Schiller-Begegnungsstätte

Eine Reise mit Schiller durch Thüringen

Bauerbach und Meinigen

Bekanntlich flüchtete der junge Poet im Winter 1782 von der Militärakademie nach Bauerbach bei Meiningen. Hier lebte Schiller 1782/83 sieben Monate lang, getarnt als Dr. Ritter. Man kann in Meiningen und Bauerbach auf den Spuren Schillers wandeln. Eine ehemalige Gaststätte in Bauernbach, in der Schiller noch heute Schulden hat, dient heute als Schiller-Begegnungsstätte

Schillerhaus in Bauerbach ist heute ein Museum



Theatermuseum Meiningen

Kunst und Kultur bestimmen die Atmosphäre der über tausendjährigen Residenzstadt Meiningen. Einen ausgezeichneten Ruf genießt das Meininger Theater. Einen beeindruckenden Einblick in die Theaterwelt gibt die Ausstellung "Zauberwelt der Kulisse“ � europaweit die größte Sammlung originaler Bühnenbilder. Im Schiller-Jahr steht die Ausstellung ganz im Zeichen des großen deutschen Dramatikers. "Durch diese hohle Gasse muss er kommen�“ lautet der Titel der Präsentation von Bühnenbildern und Kostümen aus dem "Wilhelm Tell“ und anderen bekannten Schiller-Werken. Doch auch zu Fuß ist Schiller erlebbar: Der Schiller-Wanderweg stellt unter dem Titel "Zu Fuß und im Asyl“ Werke von bildenden Künstlern entlang der Route vor. Der Meininger Stadtrundgang "Bevor er ein Klassiker wurde � Friedrich Schiller als Asylant in Meiningen“ führt beispielsweise ins Literaturmuseum und ins Schloss.

Infos unter: www.meiningen.de

 

Schillerhaus in Rudolstadt

Auch in den Thüringer Orten Rudolstadt und Apolda stoßen wir auf Spuren Schillers. Noch viele Jahre hat Schiller von der kleinen Residenzstadt Rudolstadt geschwärmt: "Die Gegend um Rudolstadt ist außerordentlich schön. Ich hatte nie davon gehört und bin sehr überrascht worden“. Ab dem 16. Mai 2005 kann man an Führungen zu Schillergedenkstätten und Schiller - Spazier- und Wanderwegen in und um Rudolstadt teilnehmen. Im Schillerhaus, wo sich Goethe und Schiller am 7. September 1788 erstmals begegneten, gibt es eine ganzjährige Ausstellung.

Infos unter: www.rudolstadt.de

Glockenmuseum Apolda

Anlässlich des Schiller-Jahres wird im Glockenmuseum Apolda eine Sonderausstellung unter dem Titel "Schillers Lied von der Glocke“ gezeigt.

Infos unter: www.apolda.de

Schillerhaus in Jena

Universitätsstadt Jena

Nirgends hat Schiller so lange gelebt wie in Jena, wo er von 1789 bis 1799 als Universitätsprofessor arbeitete. Die Touristinformation Jena bietet nicht nur im Schiller-Jahr Rundgänge, Besichtigungen und ganze Tagesprogramme auf den Spuren des großen deutschen Dichters an. Außerdem wird der Besuch des Gartenhauses, die einzige in Jena erhalten gebliebene Wohnstätte von Schiller, zu der auch eine Gartenanlage und die Gartenzinne gehören oder die kleine Kirche im Stadtteil Wenigenjena, in der Schiller am 22. Februar 1790 seine Charlotte heiratet, als unbedingtes Muss empfohlen.

Infos unter: www.tourist.jena.de

Schillerhaus in Weimar

Klassikerstadt Weimar

Wer auf den Spuren Schillers wandeln möchte, ist in Weimar, der letzten Lebensstation des Dichters, genau richtig. Der Pfad führt durch 26 historische Häuser und literarische Gedenkstätten. Zu besichtigen gibt es beispielsweise das Wohnhaus Schillers, heute ein Museum, das berühmte Goethe-Schiller Denkmal oder die Fürstengruft mit den Särgen Schillers und Goethes.

Infos unter: www.weimar.de

 

 
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