Der Adventskranz

Das Wort "ADVENT" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Ankunft (adventus)
bzw. herankommen, heraufziehen, erscheinen" (advenire)

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Foto: Archiv © Ulrich Göpfert

Heute verstehen wir darunter die vier Wochen bzw. Sonntage vor dem Fest der Geburt Christi. Papst Gregor d. Gr. (gest. 604) legte die Zahl der Adventssonntage auf vier fest; aber erst im 11. Jahrhundert setzte sich diese Zeitspanne allmählich in der ganzen Kirche durch. Damit ist auch schon etwas Wichtiges über die Eigenart der Adventszeit gesagt: Es handelt sich um eine Zeit der Ausrichtung, der Einstimmung und Vorbereitung auf ein bedeutendes Ereignis: Die Menschwerdung Gottes.

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Foto: Archiv © Ulrich Göpfert

Diese Zeit der erwartungsvollen Freude erinnert uns aber auch an die Sehnsucht des Volkes Israel nach dem verheißenen Messias und an die Worte der Propheten, die Hoffnung durch ihr Reden und Tun immer wieder wachgehalten haben (Prophezeiungen).

Die Vorbereitung auf die "Ankunft des Herrn" (praeparatio Domini) wird aber nicht als ein "Ereignis" für sich angesehen, sondern als der Anfang der Erlösung, die ihre Vollendung bei der Wiederkunft Christi am Ende der Zeiten erfährt. Vom frühen Mittelalter an und bis in unsere Tage hinein wurde die Adventszeit im kirchlichen Bereich als eine "geschlossene Zeit" begangen und war verbunden mit dem Vollbringen "guter Werke", mit Besinnung, Gebet und sogar mit Fasten.

Im Lauf der Zeit haben sich in verschiedenen Gegenden zahlreiche Adventsbräuche entwickelt. Erinnert sei unter anderem an das Frauentragen und an die Herbergssuche, an das Stecken der Barbarazweige und an das Lichterfest am Luzia-Tag, an Sankt Martin und Sankt Nikolaus sowie an die zahlreichen Adventsfeiern in Familien und Schulen, Betrieben und christlichen Gemeinden.

Zu den schönsten Bräuchen im Advent gehört zweifellos das Aufstellen bzw. Aufhängen eines Adventskranzes mit seinen vier Kerzen. Dieser Brauch ist zwar erst jüngeren Datums, um 1000 fand er Verbreitung; er stößt aber auf wachsende Beliebtheit.

Der Adventskranz versinnbildlicht vor allem das aufscheinende, Woche für Woche heller leuchtende Licht und damit das Kommen Christi.

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