Literatur in den Häusern unserer Stadt

Landestheater Coburg
Literatur in den Häusern unserer Stadt
Im Rahmen des Festivals "Coburg liest"

Es lesen Schauspielerinnen und Schauspieler des Landestheaters Coburg
Mittwoch, 22. April 2015, 20:00 Uhr


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Foto: 2015 © Ulrich Göpfert

Vom großen Klassiker bis hin zu druckfrischen Werken der Gegenwartsliteratur: Wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler im gemütlichen Ambiente privater Wohn- oder Studierzimmer lesen, wird Literarisches jeglicher Couleur zu Gehör gebracht. Die Lesetour findet in diesem Jahr zum achten Mal statt – und ist aus dem Festivalprogramm „Coburg liest" nicht mehr wegzudenken.

In diesem Jahr stehen elf Lesungen zur Auswahl:

Yasmina Reza „Glücklich die Glücklichen",
gelesen von Eva Marianne Berger

Glück ist nicht mit Berufserfolg, Designermöbeln oder dergleichen identisch – das beschreibt Yasmina Reza in 21 Kapiteln mit ausgeprägtem Perspektivwechsel. So entpuppt sich ein Streit über die richtige Käsesorte manchmal als tiefgreifender Familienkonflikt...

Robert Seethaler „Ein ganzes Leben",
gelesen von Niklaus Scheibli

Mit Staunen blickt Andreas Egger auf die Jahre, die hinter ihm liegen: sein Leben im Alpental, das für immer sein Zuhause geblieben ist, seine große Liebe Marie, die Schicksalsschläge, die er ertragen musste – und sein Leben, das trotz aller Widrigkeiten ein glückliches war ...

 

Christa Wolf „August",
gelesen von Kerstin Hänel

Nachkriegszeit. Auf der Flucht hat August seine Mutter verloren. Und nun hat er auch noch die Motten – so nannte man das damals salopp, wenn jemand an Tuberkulose erkrankt war. Und deshalb muss der Zehnjährige in der „Mottenburg", wie die Patienten die Lungenklinik nennen, liegen. Wochenlang. Doch zum Glück gibt es Lilo...

 

Clemens Meyer „Die Nacht, die Lichter" (Kurzgeschichten),
gelesen von Nils Liebscher

Einfache, lebensnahe Geschichten über gesellschaftliche Außenseiter, Hartz IV-Empfänger, Hoffnungslose, die das große Glück im Leben suchen, oder einfach ihren Hund retten wollen. Clemens Meyer erzählt leuchtende Geschichten über die sogenannte „Unterschicht" der Gesellschaft und ihren Weg im Leben.

 

Adriana Altaras „Titos Brille",
gelesen von Anne Rieckhof

Scheinbar chaotisch, doch stets humorvoll und selbstironisch erzählt Adriana Altaras die Geschichte ihrer „strapaziösen Familie": von ihren politisch engagierten Eltern und deren Nachlass, von ihrem Leben als Schauspielerin, Regisseurin und Autorin, ihrem Ehemann und ihren Söhnen.

 

Tankred Dorst „Der schöne Ort",
gelesen von Stephan Mertl

Was treibt die Menschen zu unerhörten Abenteuern, zu katastrophalen Unternehmungen wider alle Vernunft? Tankred Dorst und Ursula Ehler erzählen böse, komische, realistische und zugleich phantastische Geschichten und Ereignisse aus verschiedensten Lebensbereichen, die auf versteckte Weise miteinander verschränkt sind.

 

Favell Lee Mortimer „Die scheußlichsten Länder der Welt:
Mrs. Mortimers übellauniger Reiseführer",
gelesen von Thorsten Köhler

Ein Reisekompendium der besonderen Art, in dem es von Vorurteilen und Ressentiments nur so wimmelt, überhaupt nicht „political correct" – und gerade deshalb köstlich zu lesen. Wenn Mrs. Mortimer um 1850 über fremde Länder und ihre Bewohner schrieb, nahm sie kein Blatt vor den Mund – ihre skurrilen Reiseführer strotzen nur so vor Boshaftigkeiten.

 

Arthur Schnitzler „Sterben",
gelesen von Benjamin Hübner

Felix hält sich für sterbenskrank. Also will er Gewissheit und holt den Rat Professor Bernards ein. Dessen Diagnose: Felix hat noch ein Jahr zu leben. Seine Geliebte Marie verzweifelt, will sich sogleich zusammen mit Felix das Leben nehmen. Doch Felix will sein bisschen Leben noch ein wenig genießen. Es gelingt ihm jedoch nur auf verhaltene Art: Immer muss er an sein nahes Ende denken...

 

Rolf Boysen „Nachdenken über Theater",
gelesen von Frederik Leberle

Einer der ganz Großen der Schauspielerzunft erzählt vom Spielen: Rolf Boysen reflektiert über Stücke und Rollen, nimmt Stellung zu Menschen und politischen Ereignissen. Über Jahrzehnte gehörte Boysen zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, begegnete als „Wallenstein" und „Michael Kohlhaas" auch im Fernsehen einem breiten Publikum. 2014 verstarb der Schauspieler im Alter von 94 Jahren in München.

 

Anton Tschechow „Erzählungen",
gelesen von Oliver Baesler

Anton Tschechow merkt man in seiner Prosa besonders den Arzt an: Mit scharfer Beobachtungsgabe diagnostiziert er die Krankheiten der russischen Gesellschaft, beschreibt seine Landsleute mit feinem Humor – ohne sie vorzuführen. Mit seiner Erzähltechnik bereitete Tschechow der Gattung Kurzgeschichte den Weg.

 

Mohamedou Ould Slahis „Das Guantanamo-Tagebuch",
gelesen von Thomas Straus

Seit 2002 sitzt Mohamedou Slahis in einer Zelle des Strafgefangenenlagers Guantanamo. Der Vorwurf: Beteiligung am „Millennium Plot", Unterstützung der Attentäter des 11. September. In seinem Tagebuch berichtet Slahis vom Alltag im Lager: von Verhören, von Demütigungen, von Folter. Slahis ergreifender Bericht ist die bisher einzige bekannte Chronik eines Guantanamo-Gefangenen, die in der Haft verfasst wurde.

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Der jeweilige Leseort wird beim Kartenkauf bekannt gegeben.

Kartenpreis 5,00 € pro Ticket

Karten ausschließlich an der Kasse des Landestheaters, Schlossplatz 6

Dienstag bis Freitag: 10:00 – 17.00 Uhr,
Samstag: 10:00 – 12.00 Uhr


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