"Borgia" - Liebe in Zeiten des Umbruchs

"Borgia" - Liebe in Zeiten des Umbruchs
Zeitgeschichte wird zum Spiegel der Gegenwart
Historischer Sechsteiler im ZDF
Am 17., 19., 20., 24., 26., 27. Oktober - jeweils um 20.15 Uhr - im ZDF

Vorwort von Klaus Bassiner und Wolfgang Feindt

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Die Familie Borgia
Foto: 2011 © ZDF/Nicolai Pennestri

Die Familie der Borgia, die zwei Päpste stellte, verkörpert wie wenige andere den Geist der Renaissance mit ihren heute kaum vorstellbaren Widersprüchen. Die Borgia waren zum einen rücksichtslos, korrupt und gewalttätig. Andererseits erreichte die europäische Kultur unter ihrer Herrschaft in Genies wie Leonardo da Vinci und Michelangelo ihren höchsten Ausdruck.

Eine Zivilisation im Übergang vom Mittelalter zur Renaissance, die gravierend unsere Jetztzeit bestimmt, ein gigantischer Erzählstoff, eine große Familiengeschichte - Rodrigo Borgia, der spätere Papst Alexander VI., und seine Kinder Juan, Cesare und Lucrezia sind Teil und Ausdruck dieser Welt im Umbruch.

Ein extremer Machtwille
Nachgewiesen ist die Familie Borgia eine der bedeutendsten der Zeitgeschichte - was ihr öffentliches Leben betrifft, aber auch in ihrer exemplarischen Privatheit bis heute betrachtenswert und ungemein spannend. In der ersten Folge erleben wir den biografischen Umbruch der Hauptfigur, den Ausgangspunkt der Geschichte: Rodrigo ereilt die Nachricht vom Mord seines erstgeborenen Sohnes Pedro Louis.

Er beschließt daraufhin, sein Leben radikal zu ändern, erkennt seine illegitimen Kinder an und stellt sich den Missständen innerhalb der Kirche. Dabei ist ihm, getrieben von extremem Machtwillen, fast jedes Mittel recht, um seiner Familie die Herrschaft über ganz Italien nachhaltig zu sichern.

Streben nach Erfüllung und Liebe
Die Kinder von Rodrigo Borgia, vornehmlich Juan und Cesare, stehen in ständiger, zum Teil grausamer Konkurrenz zueinander. Der zügellose Draufgänger Juan wird von seinem Vater bevorzugt. Cesare, der Intelligentere, soll, entgegen seiner Natur, eine kirchliche Laufbahn einschlagen, während Lucrezia, meist zwischen allen Stühlen, sich als Frau ihren Weg ins Erwachsenenleben besonders hart erkämpfen muss. Allesamt sind sie Getriebene in ihrem Willen zur Macht, ihrem Streben nach Erfüllung und Liebe: Das Begehren nach der ersten Liebe von Lucrezia, die letzte von Rodrigo zu Giulia, die entfesselte Sexualität von Juan, der Zwiespalt von Cesare, keusch leben zu wollen und die prompte Verführung.

Eine große Liebesgeschichte, eine durchtriebene Familiengeschichte, ein atemraubender Krimi: bestens geeignet für ein großangelegtes filmisches Abenteuer, an sechs Abenden (6 x 100 Minuten), zur besten Sendezeit, produziert von Atlantique Productions, EOS Entertainment GmbH, in Zusammenarbeit mit Etic Films und Les Borgia SAS, in Koproduktion mit ZDF, ORF und Canal+.

Zahlreiche erfolgreiche Schauspieler
"Borgia" wurde in den Prager Barrandov-Studios gedreht. Dort wurden die Sixtinische Kapelle und die Gemächer des vatikanischen Palastes originalgetreu nachgebaut, auf dem Außengelände der Studios zudem der Petersplatz und Straßenzüge des mittelalterlichen Roms. Die Rolle von Rodrigo Borgia, des späteren Papstes Alexander VI., spielt John Doman, international bekannt aus "ER" und "The Wire".

Seine Tochter Lucrezia, eine der schillerndsten Frauenfiguren der Renaissance, wird dargestellt von der 17-jährigen Isolda Dychauk, zuletzt das Gretchen in Alexander Sokurovs "Faust"-Verfilmung, der im diesjährigen Wettbewerb um den Golden Löwen laufen wird. In weiteren durchgehenden Rollen unter anderen: Andrea Sawatzki, Udo Kier, Assumpta Serna und Marta Gastini.

Zeitgeschichte als Spiegel der Gegenwart
Regie führt unter anderen Oliver Hirschbiegel ("Das Experiment", "Invasion"), dessen Film "Der Untergang" über die letzten Tage von Adolf Hitler 2005 für den Academy Award (Oscar) als bester ausländischer Film nominiert wurde. Als Produzent zeichnet sich der Amerikaner Tom Fontana verantwortlich, bekannt durch die Serien "Oz" (HBO) und "Homicide" (NBC), der gleichzeitig auch als Headautor und Geschichtskenner die Bücher entscheidend geprägt hat.

Gemeinsam mit der EOS Film ist so eine der bisher aufwändigsten europäischen Serienproduktionen entstanden, eines der filmischen Highlights im ausgehenden Fernsehjahr. Zeitgeschichte wird zum Spiegel der Gegenwart, anhand der Familiengeschichte der Borgia, auf der Suche nach Liebe, in einer Zeit des Umbruchs, in der auch wir leben.

"Borgia"
am 17., 19., 20., 24., 26., 27. Oktober -
jeweils um 20.15 Uhr - im ZDF!

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