Die geheimnisvolle „Dunkelgräfin“

Die geheimnisvolle „Dunkelgräfin“
Ein europäisches Schicksal – bald auf der Theaterbühne
Vorverkauf ist gestartet 

Hildburghausen Am Sonntag, dem 14. Oktober 2012 um 18 Uhr erlebt der erste Teil der Dunkelgräfin-Trilogie seine Premiere. Das Thema ist gerade kurz vor ihrem 175. Todestag in aller Munde. Schauspielerin und Regisseurin Dorothee Hollender holt die spannende Geschichte auf die Theaterbühne nach Hildburghausen.

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Grab der Dunkelgräfin am Stadtberg
Foto: 2012 © Ulrich Göpfert

Am 28. November 2012 ist es genau 175 Jahre her, dass eine der geheimnisvollsten Episoden in der Geschichte der Stadt Hildburghausen endete: An jenem Tag wurde die drei Tage zuvor verstorbene Dunkelgräfin an dem von ihr selbst ausgesuchten Platz am Stadtberg begraben.

Begonnen hatte alles 30 Jahre zuvor
An einem Wintertag 1807 nämlich fuhr des Nachts eine Kutsche durch eines der Stadttore ein, ohne – wie sonst üblich – kontrolliert zu werden. Am Gasthaus „Englischer Hof“ auf dem Markt, damals das erste Haus am Platze, entstieg ein vornehm gekleidetes Paar der Kutsche und bezog Quartier.

Von nun an fiel das elegante, aber dennoch seltsame Paar vor allem dadurch auf, dass es betont zurückgezogen lebte und die Dame stets nur verschleiert zu sehen war. 1810 zogen der Dunkelgraf und die Dunkelgräfin, wie sie deswegen genannt wurden, ins Schloss des benachbarten Dörfchens Eishausen um.

Während der Dunkelgraf durch eine rege Korrespondenz mit dem Pfarrer des Dorfes zumindest mittelbar am öffentlichen Leben teilhatte und sich als Wohltäter Ansehen erwarb, beschränkte sich das Leben der Dame auf wenige Spaziergänge im Garten des kleinen Landschlosses – von den übrigen Geschehnissen wurde sie weitgehend ferngehalten. Vielleicht aber wollte sich auch nichts darüber wissen. Ihre wenigen Ausfahrten über die Dorfgrenzen hinaus führten die Dunkelgräfin dann zumeist an den Stadtberg von Hildburghausen.

Dieser Platz mit der schönen Aussicht auf die Stadt wuchs ihr so ans Herz, dass sie nach ihrem Tod im November 1837 dort auch begraben werden wollte – in einem einfachen Steingrab ohne Inschrift. Und so steht das Grab auch heute noch, fast unscheinbar am Wegesrand mitten im Wald.

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Grab des Dunkelgrafen in Eishausen
Foto: 2012 © Ulrich Göpfert

Der Dunkelgraf starb 1845 und wurde in Eishausen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.

Erst nach dem Tod des Dunkelgrafen aber begannen sowohl seriöse Forschung, aber auch wilde Spekulationen über die wahre Identität des Paares. Der Dunkelgraf war ein Holländischer Diplomat namens Leonardus Cornelius van der Valck, der sich vermutlich schon seit 1799 um das Wohl der ihm anvertrauten Dame kümmerte. Bei der Dunkelgräfin selbst glauben die meisten Historiker inzwischen, dass es sich hier um Prinzessin Marie Therese Charlotte von Frankreich handelte, die Tochter von König Ludwig XVI. und Marie Antoinette, die während der französischen Revolution hingerichtet wurden.

Durch anthropologische Vergleiche der Frau aus der Gruft mit anderen Familienmitgliedern und vielleicht sogar durch DNS-Untersuchungen mit genetischen Vergleichsmaterial des Bruders der Madame Royale und noch lebender Nachkommen soll nun untersucht werden, um wen es sich bei der Dame tatsächlich gehandelt hat.

Ab sofort gibt es Karten zum Preis von 33,00 EUR (Kategorie A)
und 29,70 EUR (Kategorie B).

Weitere Aufführungen gibt es am 3. Februar, 23. März
und 27. April 2013.

Karten und Informationen
• Touristinfo Hildburghausen ( (0 36 85) 4 05 83

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