Eugen Roth

Eugen Roth
Dichter hintergründiger und humorvoller Gedichte

Eugen Roth, der Dichter hintergründiger humorvoller Gedichte über menschliche Unzulänglichkeiten wurde am 24. Januar 1895 in München geboren. Von 1927-1933 war er Redakteur der "Münchener Neuesten Nachrichten" und danach freier Schriftsteller in seiner Heimatstadt München.1952 erhielt er den Kunstpreis für Literatur der Stadt München.

Seine verschiedenen Gedichtbände über den Menschen und seine Unzulänglichkeiten wie z. B. "Ein Mensch" (1935), "Die Frau in der Weltgeschichte" (1936), "Der Wunderdoktor" (1939), etc. machten ihn berühmt und beliebt.

Als witzige Einlage werden seine Gedichte immer wieder an Geburtstagen, Jubiläen oder anderen Festlichkeiten vorgetragen und meistens mit durchschlagendem Erfolg. Eugen Roth ist am 28. April 1976 in München gestorben.

Hier nun ein paar kleine Kostproben aus seinen Werken:

"Ein Mensch"

Ein Mensch erblickt das Licht der Welt -
doch oft hat sich herausgestellt
nach manchem trüb verbrachten Jahr,
dass dies der einzige Lichtblick war.

"Realismus"

Ein Mensch erhofft sich leis` und still,
dass er einst das kriegt, was er will,
bis er dann doch dem Wahn erliegt
und schliesslich das will, was er kriegt!

"Bühne des Lebens"

Ein Mensch, von einem Weib betrogen,
ergeht sich wüst in Monologen,
die alle in dem Vorsatz enden,
sich an kein Weib mehr zu verschwenden.
Doch morgen schon - was gilt die Wette? -
übt wieder dieser Mensch Duette.

"Ausnahme"

Ein Mensch fällt jäh in eine Grube,
die ihm gegraben so ein Bube,
Wie? denkt der Mensch, das kann nicht sein:
Wer Gruben gräbt fällt selbst hinein! -
Das mag vielleicht als Regel gelten:
Ausnahmen aber sind nicht selten.

Fotos: 2014 © Ulrich Göpfert

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