Bayerische Weißstörche im Schnee

Rund 300 überwinternde Weißstörche gemeldet
 – extreme Wetterlage trifft kleine Singvögel stärker als große Vögel

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Weißstörche im Winter
Foto: © Hans-Joachim Fünfstück

Hilpoltstein Der erneute Wintereinbruch mit starkem Schneefall hat Bayern fest im Griff. Den LBV erreichen deshalb zahlreichen Anrufe von Menschen, die sich Sorgen machen, dass Schnee und Kälte für viele Vögel und gerade für Störche problematisch sein könnten. Hier kann der LBV Entwarnung geben. „Die großen Vögel sind durch ihr relativ dickes Gefieder gut geschützt und kommen gut ein bis zwei Wochen mit wenig oder sogar ganz ohne Nahrung aus“, erklärt die LBV-Weißstorch-Expertin Oda Wieding.

„Zusätzlich zu den uns langjährig bekannten ‚Winterstörchen‘ wurden dem LBV aktuell auch neue Beobachtungen von ersten Rückkehrern aus dem Winterquartier gemeldet. So sind zum Beispiel gleich mehrere Nester in Uehlfeld und den Nachbarorten im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim schon besetzt“, berichtet Wieding. Kleinere Vogelarten wie Blaumeise, Haussperling und Rotkehlchen sind stärker von den eisigen Temperaturen betroffen. Für diese Vögel kann eine gut gefüllte Futterstelle im Garten die ideale Unterstützung sein, um neue Energie zu tanken.

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Weißstörche im Winter
Foto: © Ralph Sturm

Mit Beginn der winterlichen Witterung haben viele Menschen Bedenken, ob Störche mit Kälte und Schnee zurechtkommen. „Die tatsächlich hierbleibenden Störche finden genug Nahrung wie Mäuse und kleine Fische“, sagt die LBV-Expertin. Ähnlich wie die Weißstörche in den südlichen Winterquartieren suchen die Vögel auch bei uns Müllkippen und Kompostanlagen mit entsprechendem Mäuseangebot auf. Hierzu nehmen sie auch Strecken von bis zu 30 Kilometern in Kauf, da sie im Winter kein Nest und Revier verteidigen müssen. „Und wenn es doch Minusgrade gibt, haben Vögel ihre ‚Daunenjacke‘ ja bereits an und legen sich nachts zum Beine wärmen auch mal hin“, erklärt Wieding.

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Weißstörche
Foto: © Ralph Sturm

Neben den rund 300 schon seit Jahren in Bayern überwinternden Störchen werden in den vergangenen Tagen bereits mehrere vorzeitig zurückgekehrte Störche zum Beispiel aus Spanien gemeldet. „Diese nehmen auf den Rückflug die zunehmend ungünstiger werdende Witterung in Kauf, um sich in Bayern rechtzeitig die besten Brutplätze zu sichern“, sagt die LBV-Expertin. Sollte es über einen längeren Zeitraum kalt bleiben, könnten einige dieser Frühankömmlinge auch nochmal eine Winterflucht, wie zum Beispiel in Richtung Bodensee, antreten.

Anders als die großen Vögel wie Weißstörche brauchen unsere kleinen Singvögel mit weniger Körpervolumen jeden Tag Futter. Wer eine Futterstelle im Garten betreibt, an die sich die umliegenden Gartenvögel gewöhnt haben, sollte diese jetzt kontinuierlich füllen. Ansonsten kostet ein vergeblicher Anflug Arten wie Meisen, Sperlingen oder Finken nur unnötig Kraft.

Umfangreiche Informationen zum Thema Vogelfütterung auch unter www.lbv.de/fuettern

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