Exhumierung der Dunkelgräfin

MDR THÜRINGEN-Projekt
Eines der letzten großen Rätsel der Thüringer Geschichte
Hildburghausen für Exhumierung der Dunkelgräfin

Hildburghausen/Thüringen
Seit langem hält sich in Thüringen das Gerücht, die Dunkelgräfin von Hildburghausen sei in Wahrheit die französische Prinzessin Marie Thérèse, die einzige aus der Königsfamilie, die die französische Revolution überlebt hatte. Der MDR THÜRINGEN will die Identität der 1837 gestorbenen Frau klären. Der Stadtrat stimmte nun einer Exhumierung zu.

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Das Grab der „Dunkelgräfin“ auf dem Schulersberg in Hildburghausen
Foto: 2012 © Ulrich Göpfert

Der Hildburghäuser Stadtrat hat mit großer Mehrheit einer Exhumierung der Dunkelgräfin zugestimmt. Damit kann ein Projekt des MDR THÜRINGEN starten, mit dem geklärt werden soll, ob es sich bei ihr tatsächlich um die französische Prinzessin Marie Thérèse handelte. Wie Eva Hempel, die verantwortliche MDR-Redakteurin des Projektes erklärte, werden jetzt die nächsten Schritte mit der Denkmalbehörde abgestimmt, da das Grab am Schulersberg unter Denkmalschutz stehe.

Die Dunkelgräfin von Hildburghausen
Die Dunkelgräfin von Hildburghausen ist eines der letzten großen Rätsel der Thüringer Geschichte. 1807 war sie mit ihrem Mann nach Hildburghausen gekommen. In der Öffentlichkeit stets verschleiert auftretend, stand sie unter dem Schutz des Herzogpaares Sachsen-Hildburghausen. Die Einheimischen gaben der mysteriösen Frau schnell einen Namen: Dunkelgräfin. 1837 starb sie und wurde unter dem Namen Sophia Botta begraben. Schon zu Lebzeiten entstand das Gerücht, bei der geheimnisvollen Unbekannten handele es sich um die französische Prinzessin Marie Thérèse, der einzigen Überlebenden der Königsfamilie nach der Französischen Revolution. Die Legende hält sich bis heute und spaltet die Meinung der Hildburghäuser. Viele sagen, sie sei es unbedingt. Andere meinen: Auf keinen Fall.

Der MDR THÜRINGEN will das Rätsel lösen
Dazu soll ein interdisziplinäres Wissenschaftsprojekt aufgelegt werden, das in einer Fernsehdokumentation begleitet werden soll. Mit beweiskräftigen wissenschaftlichen Methoden der Genealogie, der Anthropologie und der Gen-Analytik werden alle Untersuchungen vorgenommen, die dafür nötig sind.

Vorbild und Referenz ist "Der Friedrich-Schiller-Code"
Das MDR-Projekt hatte 2008 einen jahrhundertelangen Wissenschaftlerstreit beendet, indem zweifelsfrei geklärt werden konnte, dass weder Kopf noch Gebeine im Schiller-Sarg zum berühmten Dichter gehörten.

Ende Mai hatte der MDR THÜRINGEN dem Stadtrat von Hildburghausen eine Projektbeschreibung vorgelegt. Bis dahin galt ein Beschluss aus dem Jahr 2004, der eine Öffnung des Grabes und die Exhumierung der sterblichen Überreste verbot. Bürgermeister Steffen Harzer hatte bereits im Mai dem MDR THÜRINGEN gesagt, er stehe dem Wissenschaftsprojekt zur Dunkelgräfin positiv gegenüber.

Quellenhinweis: MDR-Fernsehen, Thüringen

Lesen Sie bitte hierzu auch meinen Beitrag:
Archiv: Aus der Vergangenheit: „Spurensuche“ – Dunkelgraf und Dunkelgräfin aus Hildburghausen – Ein Europäisches Geheimnis.

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