Ausflugsziele

Das ehemalige Wasserschloss Moggenbrunn

Das ehemalige Wasserschloss Moggenbrunn
Im Jahre 1600 wurde das letzte Mitglied der Erbauer-Familie
Hans Eitel von Kemmater auf dem Coburger Marktplatz exekutiert 

 

Wenn wir von Coburg aus auf der Bundesstraße 4 in Richtung Eisfeld fahren, biegen wir in der Ortschaft Unterlauter in Höhe der Ampelanlage nach links Richtung Beuerfeld ab. Kurz vor dem Ortsende in Beuerfeld fahren wir rechts ab und erreichen nach einem Kilometer unser heutiges Ausflugsziel, die Ortschaft Moggenbrunn mit ihrem ehemaligen Wasserschloss.

 

Das Wasserschloss Moggenbrunn war bereits seit Mitte des 14. Jahrhunderts im Besitz des Rittergeschlecht der Kemmater. Ihren Stammsitz hatten diese seit 1122 nachgewiesenen Ritter in Kemmaten bei Mönchröden.

Die jetzige erkennbare Anlage stammt im Kern aus dem 16. Jahrhundert und besteht aus einem hohen steinernen Erdgeschoss auf rechteckigem Grundriß von stattlichen Ausmaßen, zwei Obergeschossen und einem westlichen Treppenturm.

Das letzte Mitglied der Erbauerfamilie, Hans Eitel von Kemmater, wurde am 26. April 1600 auf dem Coburger Marktplatz durch das Schwert hingerichtet, da er seinen eigenen Sohn mit einem Brotmesser erstochen hatte. Es war die letzte öffentliche Hinrichtung auf dem Marktplatz in Coburg. Damit erlosch das Geschlecht der Freiherrn von Kemmaten.

 Das ehemalige Wasserschloss von Westen aus gesehen

Der Seereiter

Kaum hat die Turmuhr von Oettingshausen die Mitternachtsstunde geschlagen, braust im tollen Galopp ein Reiter ohne Kopf den Talgrund an der Straße zwischen Oettingshausen und Ottowind auf und ab.

Die Bauern nennen den Ort "Seewiesen“. Die Schafe im Pferch auf den nahen Hahnäckern werden unruhig. Die Rehe, die im Ohrbach ihren Durst stillen wollen, flüchten eilig den Hang hinauf. Die Hasen auf den Kleefeldern halten die Löffel steif und schlagen Haken um Haken. Die Hunde im Dorf jaulen auf und selbst das Vieh in den Ställen rasselt mit den Ketten.

Ängstliche Gemüter vermeiden um Mitternacht diesen Weg. Dem Reiter ohne Kopf zu begegnen, dem Seereiter, wie die Leute sagen, in die Bahn zu laufen, bedeutet Unglück, vielleicht sogar ein schreckliches Ende. Denn man erzählt sich Ungeheuerliches von ihm. Etlichen soll er schon den Kopf umgedreht haben, einige sind vor Schreck tot umgefallen. Der Schäfer aus Ottowind, dessen Gedenkstein an der Straßengabel steht, soll nicht bei strenger Kälte und grausigem Schneetreiben erfroren, sondern ein Opfer des Seereiters geworden sein. Drohend schwingt er die Saufeder. Ein riesengroßes Brotmesser blitzt in seiner blutigen Hand. Dem Rappen stößt er die spitzen Sporen in die Flanken. Er schreit wie ein streitsüchtiger Trinker.

Er flucht wie ein gottloser Gesell. So rast er durch den Wiesengrund. Erst um ein Uhr in der Frühe stiebt er davon und soll seinen Weg nach Moggenbrunn nehmen.

Denn der Reiter ohne Kopf ist der Ritter Hans Eitel von Kemmater zu Moggenbrunn. Das weiß man gewiß. Er war zu Lebzeiten ein gar roher und streitsüchtiger Mann. Alle Menschen gingen ihm aus dem Wege. Ihm zu begegnen, bedeutete schon Unglück. Knechte und Mägde bekamen Herzklopfen, wenn er in der Nähe war. Hatte er doch schon einen Knecht erschlagen und den Schulmeister von Weißenbrunn umgebracht. Eines Tages kam er beim Mittagsmahl mit seinem Sohn in Streit um eines Feldes Willen. Da der Sohn Widerpart hielt, griff der jähzornige Vater zum Brotmesser und stach dem Jungen in die Brust, dass er gleich tot umfiel.

Das Gericht in Coburg griff zu und ließ ihn auf dem Marktplatz enthaupten. Dass so ein gewalttätiger Mann im Grabe keine Ruhe finden kann, ist allen Leuten auf den Langen Bergen Gewißheit. Deshalb muss er als schreckliches Gespenst umgehen bis zum jüngsten Tag.

Eine lebensgroße Darstellung eines Landsknechtes schmückt
die Eingangshalle des Wasserschlosses

Die weitere Geschichte des Wasserschlosses
Es ist einer der ausgehängten Türflügel der Treppenzugänge. Man sagt die Darstellung soll einen – aus der Erinnerung gemalten - Kemmater Ritter darstellen. Es handelt sich dabei um eine Ausführung aus dem 18. Jahrhundert, der die "altdeutsche“ Atmospähre im Sinne der Romantik beschwören will.

Nach der Hinrichtung des Hans Eitel fiel das Moggenbrunner Mannslehen an den Landesherrn Herzog Johann Casimir zurück, der es 1601 dem Ritter Veit von Lichtenstein übertrug. Dieser Lichtensteiner hat das alte Kemmater Schloss des 16. Jahrhunderts wohl nur in einigen Innenräumen verändert.

Erstaunlicherweise erlitten weder Schloss noch Dorf im 30jährigen Krieg Schaden.1677 ist der kaiserliche Hofrat und gothaische Kammerdirektor Freiherr von Born Besitzer Moggenbrunns, das nach dessen Tod von seinem Sohn 1694 an Christoph von Wildenstein verkauft wurde, um bereits im Jahre 1700 an den Obristen und kaiserlichen Generalfeldwachtmeister Heymond Johann von Schilling überzugehen.

1716 erben dessen beiden Töchter das Gut, und 1722 ist die älteste, mit Geheimrat von Würtzburg verheiratet, Alleineigentümerin.

Einer Erneuerung zwischen 1722 und 1725 unter dieser Freifrau von Würtzburg verdankt das Schloss die für den heutigen Eindruck wesentlichen Schmuckformen wie die endgültige Gestalt seines eleganten Portals, die Steinvasen tragenden Säulen vor dem an Stelle der früheren Zugbrücke durch Aufschüttung entstandenen Zugangssteg, die Fensterrahmungen und die Simse.

Zu ihrer Zeit – 1736 – hat im Wald bei Moggenbrunn Herzog Franz Josias, bei einem der sogenannten Kesseljagden den großen Hirsch von 46 Enden, der 550 Pfund gewogen hat und wegen seiner Seltenheit in &dbquo;Kupfer gestochen“ worden ist, geschossen.

Nach dem Tode der Baronin Magda Barbara von Würtzburg im Jahre 1780 konnte sich ihr Schwager, der Weimarer Kammerjunker und Hauptmann von Kanne, der im Schloss Hassenberg am Ostrand des Coburger Landes residierte, nur ein Jahr lang der Erbschaft erfreuen, dann starb er, und seine Töchter gelangten in den Besitz. 1793 ist der Kammerjunker von Seefried als Gatte einer der Kanne-Töchter Schlossherr in Moggenbrunn.

1855 erwarb der Sonneberger Fabrikdirektor Dressel Gut und Schloss. Im Jahre 1909 kaufte es der Landwirt Emil Eckardt aus Fechheim. Der jetztige Besitzer ist Hartmut Eckardt.

Nachdem das Schloss wegen desolaten Bauzustandes in den 1970er Jahren geräumt worden war, konnte der Eigentümer dessen Verfall nicht mehr mit ansehen, und es begann 1978 eine aufwändige Restaurierung, die bis in das Jahr 2000 dauerte. Es wurden dabei Balken und Fachwerk freigelegt und bis in Originaldetails wieder in Stand gesetzt.

Die Aufnahme zeigt einen der vielen Innenräume

   
Die Treppenaufgänge im inneren des ehemaligen Wasserschlosses Moggenbrunn

Alle Fotos: 2011 ©   Ulrich Göpfert

Winterfreuden im Coburger Land

Winterfreuden im Coburger Land
© Fotos und Text von Ulrich Göpfert

Die Fotos sind in den Vorjahren entstanden!
Zu Beginn des Jahres 2012 herrschten Temperaturen
wie in einem "kühlen Sommer!"

Und jetzt zu Weihnachten ist es nicht viel anders!

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Lauscha - Stadt des Glases und des gläsernen Christbaumschmuckes

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 Ein Erlebnis wie das Glas die Farben der Welt erblickt.....

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Mit 25% Steigung in die Höhe

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Die einzige Standseilbahn der Welt, die Oberweißbacher Bergbahn in Thüringen feiert 80. Geburtstag

Vom 29. Mai bis 1. Juni 2003 wird die unter Denkmalschutz stehende technische Attraktion die Oberweißbacher Bergbahn im Schwarzatal in Thüringen viele Gäste aus Nah und Fern zu ihrem Jubiläum begrüßen.

An den Festtagen finden zahlreiche Veranstaltungen statt, wie Bergbahn-Sonderfahrten, Güterwagen-transport auf der Bergbahnstrecke, Dampflokfahrten im Schwarzatal, Kinderfest, Bergbahnlauf und ein vielseitiges Programm mit bekannten Unterhaltungsküstlern wird geboten.

Mit dem Bau der Oberweißbacher Bergbahn wurde in den Jahren 1920 bis 1923 begonnen. Für Planung und Leitung der Gesamtanlage war der Regierungsbaurat Dr.-Ing. Wolfgang Bäseler verantwortlich.

Bei dieser Bergbahn handelt es sich um eine eingleisige Standseilbahn mit zwei Fahrzeugen und Abt`scher Ausweiche. Die Fahrbahnlänge beträgt 1.387,8 m, die Spurweite: 1.800 mm.

Sie überwindet eine Höhendifferenz von 323 Metern. Die Steigung beträgt 23,92 bis 25,00% bei einer Fahrzeit von 18 Minuten.

Die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn nach der Verjüngungskur

Im Jahre 2001 schloss die Deutsche Bahn AG einen Verkehrsvertrag mit dem Freistaat Thüringen, die Grundlage für das erste Projekt der Mittelstandsoffensive der Deutschen Bahn AG in Thüringen.
Gegenstand sind Nahverkehrsleistungen auf der Strecke zwischen Rottenbach/Th. und Katzhütte bzw. Obstfelderschmiede und Lichtenhain/Cursdorf. Von überregionaler Bedeutung war die Oberweißbacher Bergbahn als technisches Denkmal und die Schwarzatalbahn als touristische Attraktion langfristig zu sichern. Deshalb förderte der Freistaat Thüringen die notwendige Infrastrukturmodernisierung mit über sechs Millionen Euro.

Oberweißbacher Bergbahn und Schwarzatalbahn werden nun gemeinsam in regionaler Verantwortung unter dem Dach der Deutschen Bahn AG betrieben. Die rund 30 km Schienen der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn im Thüringer Schiefergebirge gehören zu drei Teilstücken:

Schwarzatalbahn: Rottenbach � Katzhütte

Seit der Wiederinbetriebnahme pendeln auf dieser Strecke moderne Triebwagen vom Typ: VT 641.   

 Oberweißbacher Bergbahn: Obstfelderschmiede � Lichtenhain.

Die Talstation an der Schwarzatalbahn gelegen, besteht aus einem sehr schönen historischen Fachwerkbau, der 2002 gründlich saniert und behindertengerecht umgestaltet wurde.
Eine Besonderheit der Gleisanlage bildet die Drehscheibenkonstruktion, die für Eisenbahnwagen den Übergang von der Schwarzatalbahn zur Bergbahn ermöglicht. Hier beginnt der erste Teil der Bergbahn, der aus einer Standseilbahn besteht.

 

Die 1,38 km lange Bergbahnstrecke führt durch eine romantische Schlucht und bietet an anderer Stelle wunderschöne Aussichten auf den Thüringer Wald.

 

Der stufenförmige Bergbahnwagen und der auf der Güterbühne aufgesetzte Eisenbahnwagen wurden 2002 gründlich aufgearbeitet und mit brandsicherer Innenverkleidung ausgestattet. Das Fahrgestell des Bergbahnwagens sowie die Güterbühne sind noch Originalteile aus dem Jahre 1923.

 

Ein architektonischer Leckerbissen ist die Bergstation mit dem sehenswerten Einfahrtsportal in Fachwerkbauweise. Auch hier wurde für Rollstuhlfahrer eine Einstiegsmöglichkeit geschaffen.

Im Maschinenhaus befindet sich die Antriebsanlage in moderner Drehstromtechnik mit Antriebsscheiben in europaweit einmaliger Anordnung quer zur Förderrichtung.

 

Sehenswert ist die hier befindliche Drehscheibe. Sie dient zur Beladung der Güterbühne mit Eisenbahnwagen und wird � was eine Besonderheit ist � von den Triebwagen der Flachstrecke Lichtenhain � Cursdorf im fahrplanmäßigen Regelbetrieb überfahren.

 

Die Flachstrecke nach Cursdorf

Den zweiten 2,5 km langen elektrifizierten Streckenteil der Bergbahn von Lichtenhain nach Cursdorf bedienen drei Triebwagen ET 479.

Die Fahrzeuge, die mit 600 V Gleichstrom betrieben werden, sind die einzigen ihrer Bauart, denn sie wurden speziell für diese Strecke gebaut. Die Bahn verkehrt auf der Talstrecke im Stunden-, auf der Bergbahn und der Flachstrecke im Halbstundentakt.

Weitere Infos unter:

DB RegioNetz Verkehrs GmbH Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn 

An der Bergbahn 1, Tel.: 036705/201-34.
Oder im Internet unter: www.oberweissbacher-bergbahn.com

Bei meiner Reportage unterstützen mich v.l.n.r. die Herren Uwe Zehrt, Frank Seidewitz, Dipl-Ing (FH) Günter Kretzschmar vom DB RegioNetz Infrastruktur GmbH. Mein besonderer Dank gilt Franz Seidewitz führt die interessante Führung.

 

   
Hartmut Hoyer, einer der Bergwagenführer gibt während der Fahrt interessante Erläuterungen. Die freundlichen Damen von der Bergbahn helfen bei Fragen gerne weiter.

 

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