"Rasselbock - Jagd"

Jagdszenen aus Neustadt bei Coburg

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"Bockus rassolorum muppbergensis"
Foto: © Ulrich Göpfert

Diese "unglaubliche Geschichte" wurde mir von Hanne Büchner aus Neustadt - frei nach Emil Herold, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Es gibt kaum ein Tier in unserer Gegend, das so geheimnisumwittert ist wie der Rasselbock. Zahlreiche Geschichten sowie phantastische Begebenheiten ranken sich um das Dasein dieses Tieres, das in Fachkreisen unter der lateinischen Bezeichnung "Bockus rassolorum muppbergensis" bekannt ist.

Nur wenigen Naturfreunden war es bisher vergönnt, so einem Tier aus der Familie der Erd- oder auch Waldrassler zu begegnen. Deshalb war die Aufregung groß, als man vor einigen Wochen in der Nähe des alten Wasserbassins oberhalb der Birkleite in Neustadt bei Coburg eines dieser recht scheuen Tiere gesichtet hat.

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Bevorzugter Lebensraum des Rasselbockes ist der Muppberg
und der Neustadter Kessel
Foto: © Ulrich Göpfert

Zwei junge Männer, die in den Abendstunden das Glück hatten, einen Rasselbock in freier Wildbahn zu beobachten, haben sofort Jagd auf das Tier gemacht, dessen Lebensraum der Neustadter Kessel - bevorzugt aber der Muppberg ist. Leider hat ihr Helfer, den sie zur Jagd eingeladen hatten und der den Sack an die Höhle halten sollte, während die beiden treiben wollten, nicht so recht aufgepasst und den dreien war deshalb kein Jagdglück beschieden.

Letzten Donnerstag haben die beiden Freunde den Rasselbock wieder aufgestöbert und auch sein Versteck gefunden. Sie erzählten diese Neuigkeit ihrem Nachbarn Franz und luden ihn zur Rasselbockjagd ein. "A Rasslbuock?" fragte dieser ungläubig, "wos issn des?" "Jetzt kennt dar kenn Rasslbuock", und dann wurde er aufgeklärt: "A Rasslbuock is fast so gruoß wie a Ziechla owo mit kleina spitzicha Hörnla, seina Beila senn korz, su ähnlich wie bei an Dackl un mit sein Ringlschwanzla dou rasslt ar in do Brunftzeit su laut, des sämtlicha Rasslbouck-Weibla, wu grad in do Näh senn ganz daab warn.

Sei Fall hot die Farb wie des von an Reh, owo halt viel feino un glänzn tuts wie a Spaackschwart un aufn Buckl hotto lauto kle-ina schwarza Tüpfola. Des Fall is übohaupt es wertvollsta an su an Tier. Für su a Fall kriechsta glatt 35 Euro. Un erscht des Flääsch, des is mürb un schmeckt fast wie Wildsau... un fanga tut mo su an Rasslbuock mit an altn Ardöpfls- Souck. Wenn da mit willst mach ... owo du musst in Suock aufhalt un gut aufpass, wenn naamlich des Viech im Souck is mussta ganz fix mit an Bälla draufschlaa.

"Kriech ich aa wos wenn ich mitmach?", wollte der Franz noch wissen. "Freilich, es wärd redlich gotält, aa vom Fall kriechsta dein Part". "Dou bin ich dobei " antwortete nun der Franz "des Gald kümmt mo grad racht, ich brauch naamlich a poor neua Schuh". Die Sache war abgemacht und die drei gehen heim, holen einen Sack, nehmen ein Beil und lassen es beim Beilschmied noch einmal schärfen. Dann marschierten sie gemeinsam in der Abenddämmerung in Richtung Wasserbassin.

Vor dem vermeintlichen Rasselbock-Bau wird der Sack aufgespannt. "Pass fei auf, des dar Rasslbuock net samt dan Souck dorchgett un hab gleich gscheit mit`n Bälla zu un ferch dich net, die Dingo quicksn nämlich wie die Kraazn-Säula." Der Franz verspricht es und die beiden andern gehen um zu treiben. Bei den "Drei Buchen" wollen sie anfangen.

Gespannt sitzt nun der Franz mit dem Beil in der Hand vor dem Rasselbock-Bau und hält den Kartoffelsack auf. Von weitem hört er die Rufe der Treiber. Fast eine Stunde lang geht`s so zu. Langsam wird es stiller und dunkel. Von den Treibern ist nun nichts mehr zu hören, denn die sitzen längst beim "Bräu-Karl" vor einer Maß Bier. Nur der Nachbar Franz sitzt noch immer treu und brav mit dem Beil in der Hand vor dem Bau und lauscht und lauscht.........und wartet auf den Rasselbock.

Ein Rasselbock ging nicht in den Sack, "owo widdo amol a Olboro aufn Leim"!

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