Schätze aus den Kunstsammlungen der Veste Coburg

Schätze aus den Kunstsammlungen der Veste Coburg 
Heute: Das Richtschwert des letzten Scharfrichters von Neustadt bei Coburg
vorgestellt von Ulrich Göpfert

Dieses Schwert gehörte dem letzten Scharfrichter von Neustadt bei Coburg; Foto: © Kunstsammlungen der Veste Coburg

Richtschwert Neustadt bei Coburg, Anfang 18. Jahrhundert, Länge: 114 cm.
Stahl, Messing, Fischhaut, Gravuren
Inv.-Nr. II.A.179 Kunstsammlungen der Veste Coburg

In der neuesten Veröffentlichung der Kunstsammlungen der Veste Coburg – Die Schausammlungen - kann man dazu folgendes in Erfahrung bringen:

Das Schwert besteht aus einem kreuzförmigen Anderthalbhändergefäß (Griff) mit gerader Parierstange und ovalem facettierten Knauf aus Messing. Der hölzerne Hilzenkörper (Handhabe) ist mit Fischhaut überzogen und an den Enden durch zwei profilierte Griffhülsen, die ihrerseits über schmale Stege miteinander verbunden sind, abgeschlossen. Die breite, zweischneidige Klinge besitzt einen spitzovalen Querschnitt und einen stumpfen, abgerundeten Ort (Spitzenbereich).

Das griffseitige Klingendrittel zeigt beidseitig eine kurze, breite Kehlung mit den Inschriften: "Die Herren Steuern Dem Unheil, Ich Exequiere ihr Urtheil / Wan Ich das Schwert thu auffheben, So wünsche Ich dem Sünder das Ewige Leben“.
Berahmt werden die Inschriften durch florales Dekor. Den vorderen Abschluss bilden Gerichtssymbole Rad und Galgen.

Derartige Schwerter wurden von Scharfrichtern zur Vollstreckung von Todesurteilen durch Enthaupten genutzt. Die Sprüche auf der Klinge sollten zum einen dem Todgeweihten Trost spenden und zum anderen den Henker von aller persönlichen Verantwortung entbinden. Das Schwert gehörte dem letzten Scharfrichter von Neustadt bei Coburg.

Quellenhinweis: Dr. Alfred Geibig, Kunstsammlungen der Veste Coburg

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