Frühling

Frühling
von Theodor Fontane

Nun ist er endlich kommen doch
in grünem Knospenschuh;
"er kam, er kam ja immer noch“,
die Bäume nicken sich`s zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
nun treiben sie Schuss auf Schuss;
im Garten der alte Apfelbaum,
er sträubt sich, aber er muss.

Wohl zögert auch das alte Herz
und atmet noch nicht frei,
es bangt und sorgt:"es ist erst März,
und März ist noch nicht Mai“.

O schüttle ab den schweren Traum
und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag`s auch du.

Ein Gedicht von Theodor Fontane

Alle Foto: 2013 ©  Ulrich Göpfert

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