Zeitreise in die Vergangenheit

Zeitreise in die Vergangenheit
Kampfkunst und Feuerkraft auf der Veste Coburg

Eine Fotoreportage von Ulrich Göpfert

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert
     

Seit 2002 gibt es die "Zeitreise in die Vergangenheit" auf der Veste Coburg
Mehr als 30.000 Besucher waren Gäste dieser erfolgreichen Veranstaltungen. Am 13. und 14. Juli, jeweils von 11:00 – 18:00 Uhr, hatten die Kunstsammlungen der Veste Coburg zu einem neuen Trip durch die Geschichte eingeladen. Thema dieser Veranstaltung war vor und innerhalb der faszinierenden historischen Kulisse der Veste Coburg ziviles und militärisches Fechten mit kalten Waffen ("Kampfkunst") sowie die Handhabung von Feuerwaffen, d.h. Handrohre, Musketen sowie kleiner und großer Artillerie ("Feuerkraft").


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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Zahlreiche Spezialisten aus dem In- und Ausland entführten die Besucher in die faszinierende und vielgestaltige Welt des Fechtens, die sich in bedeutenden Schulen und Fechtlehren bis in unsere Zeit überliefert hat und heute wieder in ihren Stilen und in ihren Möglichkeiten von Fachleuten ergründet und nachempfunden wird. Damals prägten berühmte Lehrer wie Lichtenauer, Thalhoffer, Joachim Meyer, Paulus Hector Mair oder Fiore de Liberi das einschlägige Wissen in ihrer Epoche.

Heutzutage, genauer gesagt an den beiden Tagen der Zeitreise auf der Veste Coburg, hatten die Besucher hier die Gelegenheit, zahlreiche international renommierte historische Fechter bei ihrer auf hohem und höchstem Niveau ausgeführten faszinierenden Kunst zu beobachten. Nur selten versammeln sich all diese Könner zu einer einzigen Veranstaltung, die dadurch in ihrer Qualität sicherlich ihresgleichen suchen dürfte. Für viele Besucher war die ausgeprägte Effizienz, die Dynamik und die unerwartete Finesse des historischen europäischen Fechtens mit seinen vielfältigen Techniken und Stilrichtungen eine Überraschung und hat viele in ihren Bann gezogen.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Bei zahlreichen Demonstrationen und bei beeindruckenden Freikämpfen konnte der Besucher den Gebrauch unterschiedlichster Waffen wie Schwert, langes Messer, Degen, Rapier, Dolch, Messer, Fechtschild aber auch die kampfmäßige Handhabung von bäuerlicher Ausrüstung wie Stock, Sense oder Kriegsflegel kennen lernen. Nur selten gab es wie hier die Gelegenheit, zwei mit Kriegshämmern oder Mordäxten bewaffnete und durch Harnische geschützte Fechter im Kampf Mann gegen Mann zu sehen. Noch nie wurde bislang auf der Veste der Umgang mit Stechschilden oder barockes Fechten mit der Rotella, der Rondartsche (Rundschild) gezeigt. Ebenfalls zum ersten Mal wurde auf der Veste Coburg auch Fechten zu Pferde vorgeführt. Dabei präsentierten sich  international bekannte Spitzenkönner auf edlen, bestens ausgebildeten Pferden ihre hohe Kunst. Spannend war auch der Vergleich zwischen meisterlichen Vertretern der japanischen und der europäischen Schwertkunst. Auch Fragen nach Qualität und Schnittfähigkeit europäischer Blankwaffen wurden mit Hilfe von höchst anschaulichen Schnitttests in erstaunlicher Manier beantwortet. Schnell konnte auch ein Laie den Unterschied zu reiner Show erkennen und schätzen lernen. Sicherlich gingen dem  interessierten Beobachter viele weitere Fragen durch den Kopf, die dann von den Akteuren auch außerhalb ihrer Auftritte gerne beantwortet wurden.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Gleichzeitig sind Feuerwaffen aus dem Arsenal der Heere ab dem 15. Jahrhundert nicht mehr hinwegzudenken. Hier spielten kleine Handfeuerwaffen als Teil der persönlichen, hochmobilen Rüstung genauso eine wichtige Rolle wie die Artillerie in ihrer vielgestaltigen Ausformung. Dabei reicht die Formen- und Typenpalettte von einfachen Handrohren des 15. Jahrhunderts über Musketen, Hand- , Stangen- und Erdmörser, Hakenbüchsen und Falkonetts sowie diversen Feldgeschützen bis hin zu Orgeln, raffiniert konstruierten Vorgängern der modernen Maschinenwaffen. Ihr erfolgreicher Gebrauch setzte nicht unbeträchtliche, durch Übung und Schulung / Drill zu erwerbende Kenntnis voraus.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Die zahlreichen historischen Nachbauten des 15. bis 17. Jahrhunderts konnten auf der Veste nicht nur ausgiebig betrachtet werden, sondern kundige Akteure präsentierten den Umgang damit. Dabei konzentrieren sie sich bei der "Zeitreise auf der Veste Coburg" vor allem auf das Handling, den Ladedrill und das abschließende Abfeuern aller demonstrierten Waffen.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Wie schon 2009 hat es auch in diesem Jahr wieder unterschiedliche Demonstrationen zur Wundversorgung in historischen Feldlagern gegeben.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Im Gegensatz zu den üblichen "Mittelalterspektakeln" wurde bei dieser Veranstaltung besonders großer Wert auf bestmögliche Authentizität und verständliche Vermittlung gelegt. Die Lager der Akteure waren nach Epochen getrennt und auf dem Außenwall der Veste zu sehen.

Die Reise in die Vergangenheit wurde mit der Musik von Unis Cornus bestens abgerundet.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Diese Veranstaltung war wieder eine gelungene Demonstration, die ihres Gleichen sucht.  Und wer nicht dabei gewesen ist, hat einiges versäumt.

Impressionen von dieser beeindruckenden Veranstaltung im Bild festgehalten

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Alle Fotos: 2013 © Ulrich Göpfert

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