Quellen

Zu viele Quellen werden zerstört und verunreinigt
Hochsensible Lebensräume sind unersetzbare Refugien
für bedrohte und spezialisierte Arten
Dringender Handlungsbedarf

Hilpoltstein
Zu Ostern finden unsere Quellen stets besondere Beachtung, nicht zuletzt durch die Bräuche des Quellen- und Osterbrunnen-Schmückens oder des Osterwasser-Holens. Trotzdem sind die Zerstörung und Verunreinigung von Quellen heute ungeachtet aller Gesetze immer noch die traurige Wahrheit. Dabei sind Quellen hochsensible Lebensräume für spezialisierte und bedrohte Arten. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) setzt sich seit 20 Jahren für den Schutz der Quellen in Bayern ein, da diese unersetzbar und nach einer Zerstörung nicht wiederherstellbar sind. Beim bayerischen Quellschutz sieht der LBV einen dringenden Handlungsbedarf.

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Lillachquelle mit Osterschmuck
Foto: 2014 © LBV

Quellen sind gesetzlich geschützt
Trotzdem sind viele dieser hochsensiblen Lebensräume in den letzten Jahrzehnten stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Obwohl der LBV in den letzten 20 Jahren viel für den Quellschutz in Bayern erreicht hat, besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf. „Insbesondere im Offenland sind viele ehemalige Quellstandorte aufgrund von landwirtschaftlicher Intensivnutzung, Drainagen und Bebauung heute nicht mehr auffindbar“, sagt Eva Schubert, Quellschutzbeauftragte beim LBV.

Quellen sind hochsensible Lebensräume, in denen eine ganz eigene Tierwelt vorkommt. Diese ist kälteliebende und auf die Nährstoffarmut des Wassers spezialisiert. „Quell-Organsimen können nicht auf andere Biotope ausweichen, sie würden unweigerlich von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt werden“, so Schubert.

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Blochquelle Aschau
Foto: 2014 © Julia Roemheld

Quellen sind aufgrund ihrer konstanten Wassertemperatur und ihrer Nährstoffarmut
ein sehr guter Indikator für Veränderungen ihres Einzugsgebietes. Mit dem Klimawandel und der zunehmenden Erwärmung der Erde steigt die Bedeutung dieses Lebensraums als Rückzugsgebiet für kälteliebende Arten. „Speziell in großflächigen Offenlandquellen bilden sich häufig Torfe, die wiederum die Treibhausgase CO2 und Methan speichern. Der Schutz dieser Biotope vor Entwässerung leistet somit auch einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz“, erklärt die LBV-Quellenschutzbeauftragte.

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Quellenschutzmaßnahmen
Foto: 2014 © Eva Schubert

Im Rahmen des 20-jährigen Quellschutz-Jubiläums des LBV sind neben fachlichen Quellschutzaktivitäten auch diverse Aktionen und Veranstaltungen geplant, welche die Öffentlichkeit für den Lebensraum Quelle begeistern und auf die Gefährdung dieser einzigartigen Refugien aufmerksam machen sollen.

Weitere Informationen zum Quellschutzprogramm des LBV finden Sie unter
www.lbv.de/unsere-arbeit/quellen.html

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