Premiere: Blues Brothers rocken die Luisenburg

Luisenburg-Festspiele
Premiere: Blues Brothers rocken die Luisenburg
Standing Ovations für das Ensemble der Blues Brothers

Wunsiedel und Chicago trennen normalerweise Tausend Kilometer. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Die Großstadt in Illinois ist vom Wunsiedler Stadtzentrum innerhalb weniger Kilometer zu erreichen. Die Blues Brothers treiben auf der Naturbühne ihr Unwesen.

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Blues Brothers – Im Namen des Herren
Foto: 2011 © Luisenburg Festspiele/Bessermann

Wilde Verfolgungsszenen liefern sich die Brüder Jake und Elwood Blues im Kinofilm mit der Polizei. Dutzende Autos sind hier geschrottet worden. Die Naturbühne schränkt da die Möglichkeiten gegenüber dem Film gewaltig ein. Dennoch gelang es Intendant Michael Lerchenberg ein hoch unterhaltsames Musical zu inszenieren, das die Besucher der Premiere richtig begeisterte.

Fetzige Musik
Elf Tage bleibt den Brüdern Jake und Elwood Zeit, um 5.000 Dollar für die Rettung ihres früheren Waisenhauses aufzubringen. Doch nicht mit krummen Geschäften, da ist die Mutter Oberin strikt dagegen. Nachdem Jake drei Jahre im "Staatsdienst" hinter schwedischen Gardinen verbracht hatte, beschließen die Brüder nun ihre alte Band wieder zu beleben. Es gelingt ihnen tatsächlich und sie geben das Konzert, das das erhoffte Geld einbringen soll.

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Blues Brothers – Im Namen des Herren
Foto: 2011 © Luisenburg Festspiele/ SFF Fotodesign

Glänzende Leistung der Hauptdarsteller
Die Luisenburg-Zuschauer werden zum Publikum des Konzerts der Blues Brothers-Band. Nach knapp zwei Stunden tanzen die 1.700 Premieren-Gäste zur fetzigen Soul-Musik. Das "Konzert" der Blues-Brothers ist eindeutig der Höhepunkt der Inszenierung. Michael Kamp als Elwood und Andreas Brikner als Jake Blues gehen in ihren Rollen voll auf. Man könnte fast meinen, sie wären die "echten" Blues-Brothers.

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Blues Brothers – Im Namen des Herren
Foto: 2011 © Luisenburg Festspiele/ SFF Fotodesign

Wunsiedel ist bunt
Michael Lerchenberg packt in seiner Inszenierung auch aktuelle politische Fragen an. Der Soul ist schließlich die Musik der Schwarzen, die Country- und Western-Musik der Weißen. Lerchenberg baut in sein Stück auch noch einige Nazi-Figuren ein und eine gewaltige Anti-Nazi-Demo, die an den Widerstand Wunsiedels gegen die Aufmärsche der NPD in den vergangenen Jahren erinnern soll.

Standing Ovations bei der Premiere
Die wilden Verfolgungsszenen inszenierte Lerchenberg mit viel Witz. Er läst Gauner und Cops ein sportliches Fitness-Training absolvieren und jagt sie die Felsenbühne hinauf und hinunter. Und einmal nimmt die Polizei tatsächlich die Verfolgungsjagd – allerdings nur mit einem funkgesteuerten Auto auf. Nach zweieinhalb Stunden Standing Ovations für das Ensemble der Blues Brothers, ist angesichts dieser Premiere und des bisherigen Zuschauerinteresses eine Wiederaufnahme im kommenden Jahr wohl mehr als wahrscheinlich.

Quellenhinweise:
Fotos: Luisenburg Festspiele

BR-online - Studio Franken - Frankenkult(ur) - Luisenburg-Festspiele

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