Gemeinde Lautertal pflegt Brauchtum

Gemeinde Lautertal pflegt Brauchtum
Am Andreastag werden Kümmelstollen
an die Lautertaler Kinder verteilt

Lautertal
Nachdem in diesem Jahr der „Andreastag“, 30. November auf einen Samstag gefallen ist, wurde die Ausgabe der traditionellen „Kümmelstollen“ auf Montag, 2. Dezember 2013 verlegt. Doch das tat der Freude bei den Kindern keinen Abbruch.  

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Strahlende Augen und große Freude bei den Kindern und dem 1. Bürgermeister Hermann Bühling aus Lautertal anlässlich der Ausgabe der traditionellen „Kümmelstollen“.
Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Ein Vermächtnis aus dem Jahre 1789
Dieses Vermächtnis zu Gunsten der Gemeinde geht auf einen wohlhabenden Mann namens Andreas Ehrhardt aus Oberlauter zurück, dessen Kinder an Seuchen gestorben sind. In diesem Vermächtnis legte er fest, dass die Kinder zum Andenken an ihn jährlich einen „Weck“ erhalten sollen.

Obwohl sein hinterlassenes Geld längst aufgebraucht ist, hat die Gemeinde Lautertal diesen alten Brauch aufrechterhalten und schenkt jedem Kind einen „Weck“ in Form eines Kümmelstollens (das ist ein Weißbrot mit etwas Kümmel auf der Kruste).

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

Pünktlich um 13:00 Uhr waren bereits zahlreiche Kinder, teilweise in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern zur Verteilung der Kümmelstollen ins Foyer des Rathauses Lautertal gekommen. Die Kinder aus den  Ortsteilen: Tiefenlauter, Neukirchen, Tremersdorf und Rottenbach wurden im Anschluss danach mit dieser Gabe bedacht.

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Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

In diesem Jahr wurden von der Gemeindeverwaltung Lautertal 450 Kümmelstollen beim Bäcker für diese schöne Tradition bestellt. Ein sehr schöner Brauch, der hoffentlich noch lange gepflegt wird.

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Bürgermeister Hermann Bühling im Gespräch mit
Tobias Langguth von Radio EINS
Foto: 2013 © Ulrich Göpfert


Auszug aus der Ortschronik
Wie in der Ortschronik von 1866 zu lesen ist, machte Andreas Ehrhardt von Oberlauter ein Vermächtnis mit folgendem Wortlaut:

„Nach der Bestimmung eines menschenfreundlichen wohlgesinnten Mannes, mit Namen Andreas Ehrhardt von Oberlauter, welcher im Jahre 1789 – 50 Gulden fränkisch und 62 Schilling, 30 Kronen süddeutsche Währung für die Kinder und – 100 Gulden fränkisch oder 125 Schilling süddeutsche Währung für die Vorsteher des Orts attestierte, wird zum Andenken an ihm jährlich am Andreastag an jedes Kind von der Geburt an bis zur Entlassung aus der Schule ein Weck verteilt. Die Vorsteher gedenken des Testamentsvollstreckers an diesem Tag in einer Mahlzeit.“

Andreas Ehrhardt wurde im Januar 1719 geboren. Gestorben ist er am 30. April 1790. Seine Ehefrau war Margaretha, Barbara geb. Müller, Tochter des ehemaligen Schulmeisters Müller in Unterlauter. Sie ist im Jahr 1788 verstorben.

1761 musste das Ehepaar am 4. Oktober einen Sohn, Johann Georg, 7 Jahre alt und am 8. Oktober, eine Tochter, 19 Jahre alt, begraben. Viele Leute starben zu dieser Zeit an Ruhr und Blattern
(7-jähriger Krieg).

Dankenswerter Weise hat der Gemeinderat der Gemeinde Lautertal am 10. November 1970 einstimmig beschlossen, diesem Vermächtnis weiterhin zu entsprechen.

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Die Kinder freuen sich in jedem Jahr über diese Gabe
Foto: 2013 © Ulrich Göpfert

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