Von „Feuerwerks-Musik“ bis zum „Tanz der Vampire“

Von „Feuerwerks-Musik“ bis zum „Tanz der Vampire“
26. Weihnachtskonzert mit dem Jugendorchester Rödental und dem
Musikverein der Stadt Rödental am 2. Weihnachtsfeiertag im Stöwer-Casino

Von Ulrich Göpfert

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Das Jugendorchester Rödental unter der Leitung von Sandra Schäfer-Küpferling

2006 © Ulrich Göpfert

Mit dem Weihnachtskonzert des Jugendorchesters Rödental und dem Musikverein Stadt Rödental fand das diesjährige Weihnachtsfest am 2. Feiertag im Stöwer-Casino einen stimmungsvollen, festlichen Abschluss. Es waren wieder so viele Musikfreunde aus nah und fern gekommen, dass der Veranstaltungssaal fast aus allen Nähten platzte, denn es gehört schon zur Tradition diesem Weihnachtskonzert in der Stadt Rödental beizuwohnen.


Roland Schäfer, der durch das Programm des Jugendorchesters führte

2006 © Ulrich Göpfert

Die Gäste des Weihnachtskonzertes wurden wieder mit „musikalischen Leckereien“ von den beiden Orchestern verwöhnt. Durch das Programm an diesem Abend führte Roland Schäfer und Philipp Vetter, die es verstanden mit Sachverstand und Humor, das Tüpfelchen auf das „i“ zu setzen.

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Mit viel Engagement und großem Eifer sind die jungen Musiker bei „der Sache“

2006 © Ulrich Göpfert

Das Jugendorchester Rödental unter der Leitung von Sandra Schäfer-Küpferling begrüßte die Gäste musikalisch mit der Feuerwerksmusik einer Suite in 5 Sätzen von Georg Friedrich Händel. Dieses Musikstück war eine Auftragskomposition des englischen Königs Georg II. im Jahre 1749. Gefeiert wurde damit das Ende des österreichischen Erbfolgekrieges, in dem auch England verwickelt war.

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Die Stadt Rödental kann sich „von“ schreiben bei der Anzahl junger Musiker, die im Jugendorchester
ihre hervorragenden musikalischen Fähigkeiten unter Beweis stellen

2006 © Ulrich Göpfert

Zum Abschluss des Jahres 2006 gehen auch die Feierlichkeiten zu Wolfgang Amadeus Mozarts 250igsten Geburtstagsjubiläum zu Ende. Aus diesem Anlass brachte das Jugendorchester, Melodien des jungen Mozart, verpackt in ein Werk der modernen Blasmusik von Jan de Haan zu Gehör.

Doch lassen Sie uns noch ein klein wenig bei Mozart verweilen. Wussten Sie schon…

…das Mozart ein leidenschaftlicher „Bölzelschießer“ war? Mit so genannten Windbüchsen warf man auf eine bemalte Holzscheibe, die meist eine Art Karikatur darstellte.

…die Hälfte von Mozarts Gesamtwerk in den 10 Wiener Jahren entstand (1781-1791)?

…Mozart mit seiner Ehefrau Konstanze sechs Kinder hatte, von denen jedoch nur zwei erwachsen wurden: Carl Thomas (1784-1858) und Franz Xaver Wolfgang (1791-1844)?

…Mozart beinahe ein Drittel seines Lebens (3720 Tage) auf Reisen war, welche ihn an die glanzvollsten Fürstenhöfe seiner Zeit führten?

…Mozart zeitlebens nie eine Schule oder Universität besuchte – er wurde zuhause unterrichtet?

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„Petite Fleur“ – Die kleine Blume, Solist Maximilian Eller
2006 © Ulrich Göpfert

Beim folgenden Werk „Petite Fleur“ für Soloklarinette und Orchester wurde das Publikum besonders durch die Klänge der Soloklarinette verzaubert. Solist Maximilian Eller verstand es meisterlich mit „la petite fleur – Die kleine Blume“ die Konzertbesucher in seinen Bann zu ziehen. Komponiert wurde es von Sidney Bechet. Dieser wurde am 14. Mai 1897 in New Orleans geboren und starb 1959 in Paris. Bereits mit sechs Jahren hatte er angefangen auf der Klarinette zu spielen. Dazu hatte er sich die Klarinette seines Bruders Leonhard geliehen. Mit acht Jahren erhielt er dann richtigen Unterricht. Später machte er sich als Klarinettist und vor allem Sopransaxophonist in verschiedenen Bands einen Namen. Allerdings zog er 1949 nach Frankreich, da er vom Publikum in Amerika enttäuscht war. In Frankreich feierte man den Kreolen aus New Orleans, der das ausgefallene Sopransaxophon vollendet blasen konnte. Bechets Werke sind aus der Jazz-Musik nicht wegzudenken.

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Flott ging es weiter mit dem Konzertmarsch „Hauptstadt Berlin“ von Harald Röser

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Dirigentin Sandra Schäfer-Küpferling wurde mit einem Blumenpräsent bedacht

2006 © Ulrich Göpfert

Oregon – eine Fantasie für Blasorchester von Jacob de Haan
„Oregon“ dieser Musiktitel ist treuen Konzertbesuchern ein Begriff. Es ist eines der Stücke, das die jungen Musiker immer wieder gerne spielen und das sie sich in diesem Jahr für das Weihnachtsprogramm ganz oben auf die Wunschliste geschrieben hatten. Die Dirigentin Sandra Schäfer-Küpferling kam diesem Wunsch gerne nach, da auch sie dieses Stück gerne spielt und damit gute Erinnerungen an das Jahr 1990 verbindet. In diesem Jahr hatte sie in Marktoberdorf die staatliche Anerkennung als Dirigentin im Laienmusizieren erworben und „Orgeon“ war damals Prüfungsdirigierstück. Und wie Roland Schäfer dazu ausführte: Folgen Sie uns nun in das Amerika vergangener Tage, als noch Dampflokomotiven durch die Weite der Prärie stapften und Indianer am Lagerfeuer ihre Tänze aufführten. Wie in einem Film erleben wir am Ende dieses Konzertteiles nochmals die Größe des Landes während die untergehende Sonne diesen erlebnisreichen Tag beendet.

Natürlich durfte das Jugendorchester nicht ohne eine Zugabe von der Bühne gehen. Dafür hatten die jungen Musiker den Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ ausgewählt. Als Lohn für ihre hervorragenden Leistungen erhielten das Jugendorchester und Dirigentin Sandra Schäfer-Küpferling viel Applaus von den Konzertbesuchern.

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Nach der Pause nahm der Musikverein Stadt Rödental unter der Leitung von Markus Hollstein
die Bühne im Stöwer-Casino in seinen Besitz

2006 © Ulrich Göpfert


Vorher wurde jedoch der vormalige Dirigent: Stefan Krauß (links) vom Vereinsvorsitzenden Christan Jäger
mit Blumen und Präsent verabschiedet

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Durch das weitere Programm des Musikvereins Stadt Rödental führte nun Philipp
Vetter, nachdem mit dem Musikbeitrag „Signature“ von Jan Van der Roost der
weitere Reigen der „Musikalischen Leckerbissen“ eröffnet war

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„Celtic Flutes“ – Solo für zwei Querflöten
Solistinnen: Anne Bauersachs und Tanja Schmieder

2006 © Ulrich Göpfert

Es folgte im Anschluß „Celtic Flutes“ ein Solostück für zwei Flöten und Orchester von Kurt Gäble. Celtic Music – das ist die faszinierende Mystik, sind die eingehenden Melodien und teils eigenwilligen Rhythmen der traditionellen Musik Irlands, Schottlands und der Bretagne.

Die heute als keltisch bezeichnete Musik wurde erst ab dem 17. Jahrhundert niedergeschrieben. Die irische Musik stammt von der Musik der Kelten ab und ist vor allem bekannt durch die typischen Instrumente wie die Fiddle (Geige), deren Spiel sich durch den wilden irischen Stil auszeichnet, die Flöte, vor allem die Tin Whistle, und die Harfe, die das älteste irische Instrument ist. Die angesprochene Rhythmik wird nicht nur durch das Schlagwerk zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch rhythmisches Klatschen.

Es war ein besonderer Genuß, den die beiden Solistinnen mit dem Solostück für zwei Flöten boten. Die eine, ein alter Hase, der zurzeit aber unter ganz anderem Stress, nämlich einer laufenden Doktorarbeit steht: Anne Bauersachs. Die andere – Tanja Schmieder - ein Frischling im Musikverein, nahm trotzdem die Herausforderung eines Soloparts an und spielte die fugato – Melodien.

Ungarischer Tanz Nr. 6
Ebenso spannend wie der Schluss von Celtic Flutes waren die Gegensätze von schnell/langsam forte/piano sprich laut/leise bei den Ungarischen Tänzen. Melodien, die die Dramaturgie des Lebens wie Liebe, Leid, Freude und Hoffnung thematisieren, gespielt vom Musikverein Stadt Rödental unter der Leitung von Markus Hollstein, waren ein musikalisches Erlebnis der „besonderen Art“.

 
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Mit Joy of Music hat Jan Hadermann ein Werk geschaffen, das mehr denn je die Ausdrucksstärke und Emotionsebene von Musik beschreibt führte Philipp Vetter aus und wünschte viel Spaß mit Joy of Music und dem Musikverein Stadt Rödental, der dieses Stück auf Drängen eines der jüngsten Mitglieder , Tobias Jäger, dargeboten hat.


2006 © Ulrich Göpfert

Als Kontrastprogramm zu „Joy of Music“ folgte danach „Mährische Geschichten“, eine volkstümliche Polka. Der Komponist Michael Klostermann, der 1962 geboren wurde, hat seine Wurzeln väterlicherseits in Böhmen. Sein Orchester, das er 1984 gründete, besteht aus professionellen jungen Musikern, deren frischer Sound die ganze Bandbreite volkstümlicher Musik umfasst und deren Ziel es ist junge Leute zu begeistern. Deshalb bringen sie mit modernen Arrangements frischen Wind in die Volksmusik.

Als letztes Konzertstück stand „Tanz der Vampire“ im offiziellen Teil des Programms an.
Tanz der Vampire ist ein Musical mit viel Biss und schwarzen Humor. Nach der Vorlage eines gleichnamigen Kultfilms schuf der Regisseur Roman Polanski sein Musical und führte dabei ebenfalls Regie. Die Musik stammt auf der Feder des Komponisten Jim Steinman, der vor allem mit dem Sänger Meat Loaf und der Sängerin Bonni Tyler zahlreiche weltberühmte Hits landete. Der Musikverein der Stadt Rödental spielte aus diesem Musical die Ouvertüre, „Für Sarah“, „Ewigkeit“, „Totale Finsternis“ und zum krönenden Abschluss den „Tanz der Vampire“ und ich kann Ihnen versichern, diese musikalischen Darbietungen waren auf keinen Fall „verbissen“.


Katharina Meier am Saxophon

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Nach stehenden Ovationen des Publikums und der Forderung nach noch mehr Zugaben, gaben die Musiker mit „Mountain Rock“ – eine tanzverdächtige Zugabe – in anderer Besetzung nämlich mit Zusatz von E-Gitarre, E-Bass und Keyboard sowie mit Katharina Meier am Saxophon zum Besten.


Mit dem Saxophon-Solo „He ain`t heavy“ glänzte der Dirigent Markus
Hollstein und der Musikverein Stadt Rödental mit smoothen
Saxophon-Sound
bei der weiteren Zugabe
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Ein Blick in die Zuschauerreihen

2006 © Ulrich Göpfert

Als „grande finale e orchestra la musica Rödental“ wurde der „Deutschmeister-Regiments-Marsch“ zum Schluss dieser vorzüglichen musikalischen Veranstaltung und unter dem Klatschen der Zuhörer aufgespielt.


2006 © Ulrich Göpfert

Weitere Impressionen von diesem Abend


Der Bürgermeister der Stadt Rödental, Gerhard Preß, hat gut
schmunzeln und kann stolz sein bei solch prima Musikanten

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Es macht Freude junge Menschen beim Musizieren zu sehen und zu hören

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Aus der Nachbargemeinde Dörfles-Esbach war Bürgermeister Udo Döhler nebst Gattin
ebenfalls unter den Konzerbesuchern anzutreffen

2006 © Ulrich Göpfert

 
Roland Schäfer und seine Tochter Sandra Schäfer-Küpferling sowie Enkel verfolgten aufmerksam
das Konzert des Musikvereins Stadt Rödental
2006 © Ulrich Göpfert

Voranzeige:
Schon heute möchte ich auf ein Doppelkonzert mit dem Musikverein Stadt Rödental und der Stadtkapelle Coburg am 28. April 2007 im Stöwer-Casino hinweisen.

Quellenhinweise:
Roland Schäfer – Jugendorchester Rödental
Philipp Vetter – Musikverein Stadt Rödental

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