"Hundsfrasso"

... mir Neustadto ham die Hündla gschlacht,
owo die Coborcho ham sa gfrassen

 Gedicht: Hanne Büchner, Neustadt
Repro:   Ulrich Göpfert

Diese Mundartgeschichte wurde mir freundlicher Weise von Frau Hanne Büchner aus Neustadt zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dafür.

Die besondere "Hassliebe", die zwischen den Coburgern und den Neustadtern bisweilen auch heute noch besteht, bringen verschiedene Spötteleien mit sich. So behaupten böse Zungen: die "Neustadter“ haben in der Notzeit Hunde geschlachtet, nach Coburg geliefert und dort wurden sie am Sonntag als Sonntagsbraten verspeist!

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Das Foto aus den 50iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts zeigt
den Autoren Ulrich Göpfert mit seinem Lieblingshund "Hella".
Um es ganz deutlich zu sagen, dieser ist nicht dem "Hundsfrasso"
zum Opfer gefallen.

"Hundsfrasso"
Ein Mundartgedicht von Hanne Büchner aus Neustadt

Su lang is des noch gar net har,

dou worn in Neustadt die Hündla rar.

Die meistn von uns hamm scho vogassen,

des sa salbo manches Hündla ham gfrassn,

Grad die, wu me-ina, ihna is scho immo su gut ganga,

die ham die meistn Hündla gfanga.

Ganz fix is des gschlacht worn und dannoch¦

is am Sunntich gowandot nei die Pfann.

Öb nu mit Beifuß odo mit Raahm,

und Klöß dozu, dou ham die gfrassn wie die Daam.

Für meina Begriff dozieolt sallo Lüchn,

wu bohaupt, des sa in Neustadt kenna Hündla möchn.

Doch halt, fast hät ich wos vogaßn,

mir Neustadto ham die Hündla gschlacht,

owo die Coborcho ham sa gfrassen.

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