Die Burgruine Schaumburg

Die Burgruine Schaumburg
Nahe dem Städtchen Schalkau im Schaumberger Land
vor dem Thüringer Wald

In den ersten Tagen des Juli 1635 ging die Burg auf dem Schaumberg nach gründlicher Plünderung in Flammen auf. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Herrn Dieter Dietzel aus Schalkau für die interessante Führung auf der Burgruine Schaumburg und Frau Edeltraud Kranich vom Fremdenverkehrsamt der Stadt Schalkau für die Unterstützung bei meinen Recherchen.


Blick von der Schaumburg auf die Stadt Schalkau

Einen Besuch wert ist es allemal das Städtchen Schalkau im Schaumberger Land. Am steil abfallenden Südhang des Thüringer Waldes liegt es reizvoll zwischen den Vorbergen eingebetet im oberen Itzgrund.

Schalkau, die Stadt vor dem Wald, ist Ausgangspunkt eines umfangreichen Wanderwegnetzes, dessen markierte Wanderwege zu den schönsten Fleckchen des Schalkauer Landes führen und mit dem Fränkischen Weg, ausgehend vom Froschgrundsee in Oberfranken/Bayern gelegen, auch den geschichtsträchtigen "Rennsteig“ erreichen.

Auf historischem Boden steht die Stadt Schalkau mit langer und wechselvoller Geschichte. Bodenfunde wie das aus der Steinzeit stammende Hammerbeil vom Ehneser Berg belegen u. a. die 6.000jährige Siedlungsgeschichte der Region.

Das hiesige Gebiet lag seit dem 6. Jahrhundert an der Ostgrenze des Frankenreiches und bildete später den nordöstlichen Teil des Grabfeldgaus. Im 6. und 7. Jh. sickerten hier auch Slawen ein, wie Bodenfunde sowie Orts- und Flurnamen anzeigen. Im 8. und 9. Jh. folgte dann eine zielbewusste fränkische Landnahme aus den Maingebieten um Würzburg und um den Steigerwald, wodurch die meisten Dörfer im Land vor dem Wald entstanden. Hieraus resultieren letztlich auch die heutigen eigentümlichen dialektgeographischen Verhältnisse. Das Gebiet südlich des Rennsteigs gehört zum fränkischen Sprachraum, ebenso überwiegt sowohl im Brauchtum als auch in der Volkstracht das oberfränkische Element. Eine Ansieldung auf dem Gebiet der Stadt wird erstmals 1011 als zum Banzgau gehörig erwähnt.

Untrennbar ist die weitere Entwicklung Schalkaus mit der Geschichte der Burg Schaumburg verbunden, die sich bis ins Jahr 1147 zurückverfolgen lässt. Mit der urkundlichen Erwähnung des Adelsgeschlechtes der Schaumberger 1216, auf ihrer nunmehrigen Stammburg, beginnt auch die eigentliche Geschichte Schalkaus: die Dienstleute und Knechte der Burg wurden zum großen Teil am Fuß des Schaumbergs angesiedelt. Seinerzeit bezeichnete man die Pferde- und Kriegsknechte als Schalken, so dass zu Recht angenommen werden kann, dass dies der Siedlung den Namen gab, zumal im Land vor dem Wald auch heute noch von der Stadt Schalken gesprochen wird.

Wie im ausgehenden Feudalismus und im Mittelalter gang und gäbe, haben auch im Schalkauer Land die Macht- und Besitzverhältnisse ständig gewechselt: die Schaumberger wurden Mitte des 14. Jh. von den Hennebergern verdrängt und zogen sich nach Rauenstein zurück. Der Gemahl der henneberischen Prinzessin Katharina, Markgraf Friedrich III. von Meißen, der die Pflege Coburgs als Heiratsgut erhalten hatte, verlieh am 6. Dezember 1362 dem Fleckchen Schalkau das Stadt- und Marktrecht.

Die Burg, die unter Wilwolt von Schaumberg zu Beginn des 16. Jh. zur modernen Feste ausgebaut wurde, überstand wirtschaftliche Krisen und politische und religiöse Kriege unbeschadet, bis im 30jährigen Krieg das Unheil über sie hereinbrach. In den ersten Tagen des Juli 1635 ging die Burg auf dem Schaumberg nach gründlicher Plünderung in Flammen auf. Fünf Jahre später erneut ein Überfall, aber diesmal sank der Rest der Burg und Vorburg vollends in Trümmer und zwar für immer.

Von der einstmals stolzen Feste sind nur Ruinen übrig geblieben, doch dessen ungeachtet ist die Burgruine eine sehenswerte Anlage und das größte Bodendenkmal des Landkreises Sonneberg.

Den Wert der Ruine Schaumburg für die Entwicklung des Fremdenverkehrs im Schalkauer Land erkennend, hat die Stadt Schalkau zu Beginn der 90er Jahre umfangreiche Sicherungs- und Rückbaumaßnahmen eingeleitet, um dieses einmalige Denkmal zu erhalten und für den Tourismus zu erschließen.

Alle Fotos: 2012 © Ulrich Göpfert

 Quellenhinweis:  Stadt Schalkau

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