Spitzweg-Ausstellung

Spitzweg-Ausstellung
im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt
noch bis zum 30. November 2014

Seit vergangenen Samstag zeigt das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt rund 170 Werke von Carl Spitzweg – und damit nach eigenen Angaben die weltweit größte Sammlung des Münchner Künstlers. Die Ausstellung ist bis zum 30. November 2014 zu sehen.

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Badende Nymphen, 1870/75, Kat. Nr. 220
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Spitzweg-Sammlung: Schweinfurter Museum zeigt Werke des Münchner Malers
Darunter finden sich bekannte Werke wie "Der Bücherwurm", "Der Kakteenliebhaber" oder "Der strickende Wachposten". Insgesamt hat der Schweinfurter Industrielle Georg Schäfer etwa 160 Gemälde und 110 Zeichnungen von Spitzweg gesammelt.

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Der strickende Wachtposten, um 1855, Kat. Nr. 143
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Idylle oft nur vordergründig
Versteckte Gesellschaftskritik, humorvoll verpackt: Carl Spitzweg gilt heute als einer der bekanntesten Maler des Biedermeier. Seine Bilder stecken voller Ironie, jedes Detail hat eine Bedeutung. "Die Idylle, die er zeichnet, ist oft nur vordergründig", so Museumsleiterin Sigrid Bertuleit. "Wie ein Regisseur führt er menschliche Unvollkommenheit vor Augen und deckt die kleinen Fehler und Schwächen auf."

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Der abgefangene Liebesbrief, um 1855, Kat. Nr. 141
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Themen auch heute noch aktuell
Spitzweg war äußerst geschäftstüchtig und verkaufte zu Lebzeiten etwa 480 Gemälde bis nach Amerika. Trotzdem erlangte er nie dem Ruhm, der Kollegen wie Eduard von Grützner oder Friedrich Voltz zu Teil wurde. Heute gilt Spitzweg als einer der bekanntesten Vertreter des Biedermeier. Seine Bilder sind heute so aktuell wie damals. So thematisiert er in seinem Bild "Der abgefangene Liebesbrief" Kontrolle und Überwachung.

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Jens Christian Jensen
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Ausstellung zu Ehren Jensens
Die Werkschau in Schweinfurt basiert auf den Forschungen des Kunsthistorikers und Spitzweg-Experten Jens Christian Jensen, der 2013 verstorben ist. Er war mit dem Museum Georg Schäfer eng verbunden. Die Ausstellung ist bis zum 30. November zu sehen.

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Der Kaktusliebhaber, um 1850, Kat. Nr. 102
© Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

Carl Spitzweg
Franz Carl Spitzweg wurde als zweiter Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Simon Spitzweg am 5. Februar 1808 in Unterpfaffenhofen in Oberbayern geboren. Sein Vater hatte ihn zum Apotheker bestimmt, und der junge Carl fügte sich: 1832 bestand er das Universitätsexamen als Apotheker mit Auszeichnung.

Er reiste nach Venedig, Florenz, Rom und Neapel und schon 1833/34 findet man ihn im Kreis Münchner Malerfreunde. Autodidaktisch und unabhängig von der Akademie nahm er seine Ausbildung als Maler selbst in die Hand. Um 1835 entstehen erste Gemälde, darunter „Der arme Poet“. Mit dieser Bildidee traf Spitzweg die Gemütslage des politisch frustrierten, verarmten Künstlers. Über Jahrzehnte unternahm er zahlreiche Reisen, die ihn nach Oberitalien, nach Wien und Prag, 1851 nach Paris und zur Weltausstellung nach London führten.

Seit 1863 lebte er in seiner letzten Münchner Wohnung, Heumarkt 3, bis zu seinem Tod im Jahr 1885.

Quelle: Museum Georg Schäfer, Schweinfurt

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