Schottland - Land der Saurier, Kilts und Lochs

Ausstellungseröffnung
Schottland - Land der Saurier, Kilts und Lochs
Sonderausstellung vom 18. Oktober 2014 bis 22. Februar 2015
im Naturkunde-Museum Coburg

Eine Fotoreportage von Ulrich Göpfert

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Eröffnung der Sonderausstellung „Schottland – Land der Saurier, Kilts und Lochs.
Von links: Ronald Bellstedt (Museum der Natur Gotha), Anne Hasler,
Dr. Carsten Ritzau (Museumsleiter), Ralf Metzdorf (Naturkunde-Museum Coburg),
Dr. Birgit Weber (2. Bürgermeisterin der Stadt Coburg), Detlef Purucker.


Am vergangenen Freitagabend hatten sich zahlreiche Gäste im Naturkunde-Museum in Coburg zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung eingefunden. In Vertretung des erkranken OB Norbert Tessmer wurden die Gäste und Museumsfreunde von der 2. Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber begrüßt.

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2. Bürgermeisterin der Stadt Coburg: Dr. Birgit Weber

Ihre Rede begann Sie: „Was kostet eine Fahrt zum Hauptbahnhof?“ fragt ein Schotte den Taxichauffeur. „Ein Pfund, Sir.“ – „Und das Gepäck?“ – „Das ist natürlich frei!“ – Okay“, sagt der Schotte, „dann fahren sie schon mal mit dem Gepäck los, ich komme zu Fuß nach.“

Ja – so oder so ähnlich werden die Schotten gern charakterisiert. Dabei haben sie und ihr schönes Land viel mehr zu bieten: Raue, romantische Landschaften, Schlösser, Hochlandrinder, Schafe, Pferde und schnell wechselndes Wetter. Das charakterisiert Schottland schon eher.

Wandern, Golfen, Fischen und Jagen sind beliebte Aktivitäten in Schottland, aber man kann auch Skifahren. Die knapp fünf Millionen Einwohner sind zuallererst Schotten und dann Briten – aber auf keinen Fall Engländer!

Schottland am nördlichen Ende des britischen „Kontinents“ besitzt mit der Hauptstadt Edinburgh als Zentrum und modernen, ehemaligen Arbeiter- und Industriestadt Glasgow im Grund nur zwei große Metropolen. Neben einigen weiteren Städten verteilen sich kleine Orte, Dörfer und Weiler über die Landschaft, die von Süden nach Norden einen Wandel von lieblich und beschaulich hin zu malerischer Erhabenheit vollzieht. Diese setzt sich in der Inselwelt der Hebriden und den von skandinavischen Einflüssen geprägten Northern Isles fort.

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Die Geschichte des Landes präsentiert sich ebenso wechselhaft wie das Wetter, das gern einmal vier Jahreszeiten auf einen Tag vereint und damit wahrlich alle oft zitierten Klischees bedient. Klischees, die oft als Vorurteile missverstanden und nicht selten zum Zweck erhöhter Aufmerksamkeit überstrapaziert werden. Man denke nur an Haggis, den Schottenrock oder den Dudelsack, an den Kult um das Ungeheuer von Loch Ness und vor allem, die in den Schottenwitzen thematisierte Sparsamkeit.

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Klischees aber auch, die beispielsweise durch die besonderen Lebensumstände in der Einsamkeit des schottischen Hochlandes erklärbar sind. Früher waren die kargen Erträge aus den steinigen Äckern dafür verantwortlich, dass die schottische Bevölkerung auf jeden Penny achten musste. Das Klischee, geizig zu sein, haftet den Schotten noch aus uralter Vorzeit an. Heute kann dieses Pauschalurteil nicht mehr aufrechterhalten werden. Bei einem Vergleich der Lebenshaltungskosten in Deutschland und Schottland stellt sich sehr schnell heraus, dass diese auch im Norden der britischen Insel weitaus höher sind als hierzulande. Glasgow und Edinburgh gehören sogar zu den teuersten Städten Europas.

Der Freiheitsdrang der Schotten ist sprichwörtlich, REFERENDUM!
Obwohl das Referendum vom 18. September dieses Jahres nicht zu einer Abspaltung vom Vereinigten Königreich geführt hat, eröffnet es wegen der vorherigen Zusagen der britischen Regierung ein neues Kapitel in der wechselvollen Geschichte Schottlands. Die Unterjochung durch den Nachbarn England stellt der heutige Besucher auf dem ersten Blick kaum noch fest.

Erst bei genauerem Hinsehen bemerkt man die feinen Unterschiede, die die schottische Mentalität so speziell machen und die tatsächlich existierende, spitzfindige Antipathie erklären.

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Spätestens seit der Film „Braveheart“ von und mit Mel Gibson in die Kinos kam, gelangten die ureigenen schottischen Gefühle, Wünsche und Hoffnungen in das weltweite Bewusstsein und bekamen mit der Person des unerschrockenen William Wallace ein Gesicht.

Mehrere Sprachen werden in Schottland gesprochen. Dominiert natürlich vom Englischen, das je nach Region unterschiedliche Färbung durch sehr eigenwillige, manchmal nur schwer verständliche Dialekte erhält. Das vor allem im Tiefland verbreitete Scots hat eine besondere Eigenständigkeit, die es insbesondere dem Nationaldichter Robert Burns verdankt. Scots wird nicht gelehrt, sondern schlicht im Alltag gesprochen mit eigenen Vokabeln und Idiomen.

Dem auf die Kelten zurückgehenden Gälisch kommt heute eine ganz besondere Rolle zu. Einst bei Strafe verboten, konnte es dennoch überleben und versinnbildlicht auf seine ganz eigene Weise das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit. So findet es beispielsweise weite Verbreitung in der populären Folkmusikszene.

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Es ist allerdings für uns Mitteleuropäer so schwer verständlich, dass eine hier ungenannte bleibende passionierte Schottlandreisende einmal sagte, Gälisch sei ungefähr wie das, was immer beim Scrabble übrigbleibe…

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Obwohl Schottland vergleichsweise klein ist, stellt die kulturelle Vielfalt im Alltag einen wichtigen Schwerpunkt dar. Darstellende wie bildende Kunst haben einen hohen Stellenwert, wie die vielfältigen Festivals in allen Bereichen von Musik bis zur Literatur eindrucksvoll belegen. Schottische Musiker sorgen schon seit Jahrzehnten für kreative Einflüsse in der modernen Musik, während unser heutiges Tagesgeschehen ohne so manche Erfindung eines innovativen schottischen Geistes nicht denkbar wäre.

Der Regenmantel beispielsweise wurde 1824 in Schottland – Wo auch sonst? – von Charles Macintosh, einen in Glasgow geborenen Chemiker, entwickelt. In Großbritannien wird das Kleidungsstück auch heute noch „Mac“ genannt.  

Das Penicillin wurde 1928 durch Alexander Flemming entdeckt. Das Telefon erfand 1876 Alexander Graham Bell. Weitere schottische Erfindungen sind der Logarithmus, der Asphalt und der luftgefüllte Gummireifen.

Andererseits gibt es Dinge, die allgemein als typisch schottisch gelten – der Kilt, der karierte Stoff und der Dudelsack – die allerdings woanders erfunden wurden bei Ausgrabungen bronzezeitlicher Funde in Mitteleuropa entdeckt und der Dudelsack kam aus Zentralasien.

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Über Schottland könnte man noch viel mehr erzählen, aber es wären nur Worte. Die Ausstellungsmacher Ralf Metzdorf und Ronald Bellstedt haben die reichhaltige Geschichte und Kultur, vor allem aber die zahlreichen naturkundlichen Aspekte Schottlands auf wunderbare Weise mit eindrucksvollen Objekten illustriert und inszeniert. Dass beide gute Fotografen sind, kann man sofort sehen.

Zum Schluss sagte sie an alle an der Ausstellung Beteiligten herzlichen Dank, insbesondere der Museumsleitung und wünschte der Ausstellung viele Besucher und einen interessanten Ausstellungsrundgang.

Noch ein Auszug aus einem schottischen Kochbuch. Hierbei handelt es sich um ein Rezept für Tomatensuppe: „Man erhitze Wasser und schütte es in rote Teller!“.

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Wolfgang Gremmelmaier, Vorstand VR-Bank Coburg

Grußworte überbrachte Wolfgang Gremmelmaier, Vorstand der VR-Bank Coburg eG
die freundlicherweise diese Ausstellung und das Naturkunde-Museum Coburg unterstützt.

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Die Ausstellungsmacher Ralf Metzdorf (li.) und Ronald Bellstedt

Im Anschluss daran referierten Ralf Metzdorf (Naturkunde-Museum Coburg) und Ronald Bellstedt (Museum der Natur, Gotha) ausführlich über Schottland und zeigten interessantes Bildmaterial mit dem Tageslichtprojektor. Zwischen den Wortbeiträgen musizierte Detlef Purucker (Tambach) auf dem Dudelsack und Anne Hasler intonierte zum Schluss das traditionelle schottische Volkslied „Loch Lommond“ sehr zur Freude der Zuhörer.

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Dr. Carsten Ritzau der Museumsleiter
vom Naturkunde-Museum Coburg


Dr. Carsten Ritzau, der Museumsleiter sprach den Dank an alle Mitarbeiter für den geleisteten Einsatz beim Ausstellungsaufbau, der unter Zeitdruck stattfand und nicht immer einfach war, aus und eröffnete die Ausstellung. 

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Ein Rundgang durch die Ausstellung
Die Ausstellung zeigt anhand zahlreicher Exponate und großformatiger Fotos, dass Schottland mehr ist als die Heimat von Sean Connery oder des Ungeheuers von Loch Ness, und mehr zu bieten hat als den besten Whisky der Welt. Der Besucher erfährt bei seiner Reise durch die Highlands, Hochmoore und Sturmküsten viel über die Geologie, die Tier- und Pflanzenwelt sowie über die Geschichte und Gegenwart dieses rauen kargen Landes zwischen Atlantik und Nordsee.

Etwa 400 Millionen Jahre alt sind die ältesten ausgestellten Fossilien, die nahe der Ortschaft Rhynie gefunden wurden: Pilze, Algen, Flechten und frühe Landpflanzen. Nur wenige Millionen Jahre jünger sind die fossilen Fische der Orkney-Inseln. 5.000 Jahre alt sind die rätselhaften Steinkreise von Callanish, die größte heute bekannte Steinformation der Megalithkultur auf den Britischen Inseln.

Vor mehr als 2.500 Jahren kamen die Kelten in die Region und prägten das Land, das seine Eigenart jahrhundertelang gegen Eroberer, seien es Römer, Wikinger oder Engländer, bewahrt hat. Obwohl heute politisch zu Großbritannien gehörend, hat Schottland ein eigenes Parlament mit Sitz in Edinburgh, eine eigene Nationalkirche, die Church of Scotland, und für das Nationalbewusstsein von besonderer Bedeutung - eine eigene Fußballnationalmannschaft!

Impressionen der Sonderausstellung
„Schottland“ - Land der Saurier, Kilts und Lochs


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Der imposante Dilophosaurus begrüßt die Besucher am Eingang des Naturkunde-Museums Coburg. Der Raubsaurier gehört zur Familie der Ceratosaurier und lebte im Unteren Jura. Ein Knochenrest wurde auf der Isle of Skye gefunden.

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Fotos und Repros: 2014 © Ulrich Göpfert

Naturkunde-Museum Coburg
Park 6, D-96450 Coburg

Tel: 09561/ 8081- 0
Fax: 09561/8081- 40
E-Mail:
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www.naturkunde-museum-coburg.de


Öffnungszeiten: täglich von 9 – 17 Uhr

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