Sonderausstellung

Karen Müller – Retrospektive - Blick nach vorn und Blick zurück
Sonderausstellung vom 24. Januar 2015 bis 28. Juni 2015,
Porzellanikon Hohenberg an der Eger

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Portrait Karen Müller
Durchmesser Schale 75 cm;
© Porzellanikon, Foto: FEIGFOTODESIGN

Seit fast 40 Jahren arbeitet die Künstlerin Karen Müller
überwiegend mit dem Werkstoff Porzellan

Dabei gelingt es ihr wie kaum einem anderen Gestalter, das Material und die ihm innewohnenden Tücken in technischer Meisterschaft zu bezwingen. Ihr Schaffensdrang machte sie zu einer der wenigen deutschen Keramikkünstlerinnen mit internationaler Anerkennung. Vom 24. Januar 2015 bis 28.06.2015 zeigt das Porzellanikon in Hohenberg rund 100 Ausstellungsstücke in einer retrospektiven Schau.

Die Objekte zeugen von einer Faszination der archaischen und zeitlosen Formen und durchbrechen die allgemeinen ästhetischen Erwartungen von rein weißen und filigranen Porzellanobjekten. Mit ungewohnter Größe – viele Schalenobjekte haben Durchmesser zwischen 50 und 70 cm, die figürlichen Plastiken sind oft mannshoch – scheinen ihre Objekte den Kräften und der Farbigkeit des Urgesteins nachzuspüren. Ebenso gelingt es Karen Müller, den diffizilen Prozess des Brennens virtuos herauszufordern. Eigens für ihre Zwecke umgebaute Öfen und eine über Jahre gewachsene Erfahrung befähigen sie, auch dem heiklen Porzellanbrand überwältigende Objekte zu entreißen.

Karen Müller über ihre Arbeit
„Porzellan habe ich immer als die Primadonna aller Werkstoffe verstanden und manchmal auch verwünscht. Denn Porzellan, ein Primärgestein, das über Jahrmillionen in den Erdschichten komprimiert wurde, lässt sich nicht beliebig behandeln oder gar beherrschen. Es will erfühlt und erfahren werden und widersetzt sich jedem oberflächlichen Zugriff. In diesen vom Material vorgegebenen Ketten zu tanzen, die Härte des Steins zu mildern, seine Schwere zu lösen, ihn zu beleben für Auge und Ohr durch Form und Klang, dies ist mein Anspruch und Anliegen: ein steter Austausch, ein Annäherungsversuch auf Messers Schneide, der diese Arbeit für mich bis heute so reich und so riskant, so schwer und schön zugleich gemacht hat.“

Digitale Medien geben einen zusätzlichen Einblick in das Schaffen und die Werkstatt von Karen Müller. Anhängig zur Ausstellung erscheint ein Katalog welcher die thematische Gliederung der Schau aufgreift und vertiefende Einblicke in ihr Schaffen und die Hintergründe ihrer Arbeitsinspirationen geben wird.

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