300 Jahre europäisches Porzellan

300 Jahre europäisches Porzellan – Eine Erfolgsgeschichte
„Königstraum und Massenware“
Das Porzellanikon zeigt noch bis Oktober 2010 diese Ausstellung zum Porzellanjubiläum

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Wilhelm Siemen, Direktor des Porzellanikons
hat großen Anteil an der Gestaltung und Organisation dieser hervorragenden Ausstellung
 

Am 10. Oktober 2008 wurde der Direktor des Porzellanikons, Wilhelm Siemen, in Frankreich mit dem „Ordre des Arts et des Lettres“ ausgezeichnet. Mit der renommierten Anerkennung würdigte man seine verbindenden Dienste um die Kulturarbeit beider Länder. Im Rahmen zahlreicher Euro-Projekte arbeitet Europas größtes Porzellanmuseum unter der Leitung Siemens seit Jahren erfolgreich mit zahlreichen führenden Museen in Frankreich zusammen. „Das ist nicht nur ein Orden für mich“, so Siemen nach der Verleihung. „Die ganze Region kann stolz sein auf dieses Haus und seine Arbeit.“ Der Museumsdirektor war von der französischen Vereinigung der Nationalmuseen für die Ordensverleihung vorgeschlagen worden.

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Dose mit Jagddarstellung aus der Sammlung des Grafen Brühl, Meissen, um 1740, Privatsammlung, Foto: Porzellanikon Hohenberg

Vor 300 Jahren wurde Hartporzellan erstmals in Europa erfolgreich synthetisiert. Es waren die Deutschen Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus denen es 1708 gelang, das Geheimnis des viel begehrten „Weißen Goldes“ wirklich zu entschlüsseln. Zwei Jahre später, 1710, gründete man die erste Manufaktur Europas in Meißen. Aus Anlass dieses 300sten Jubiläums zeigt das Porzellanikon, Europas größtes Porzellanmuseum, die Ausstellung „Königstraum und Massenware.“ auf knapp 3500 qm an den zwei Standorten des Hauses in Selb und Hohenberg a. d. Eger.

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Platte mit chinesischen Motiven, Du Paquier Wien, um 1735/40, Esterházy Privatstiftung, Schloss Eisenstadt – Tafel- und Silberkammer, Inv. Nr. P 254,
Foto: Manfred Horvath, Wien

Diese Ausstellung gibt einen Überblick von exzeptioneller, europaweiter Dimension. Zwei Alleinstellungsmerkmale prägen sie: Zum einen werden alle Anwendungsbereiche von Porzellan in Kunst, Design und Architektur und in der Dauerausstellung in der Technik aufgezeigt. Zum anderen widmet sie sich der Darstellung des Porzellans in ganz Europa, was durch eine Liste hochkarätiger internationaler Leihgeber und wertvollster Exponate garantiert ist.

„Königstraum und Massenware, 300 Jahre europäisches Porzellan. Eine Erfolgsgeschichte"

positioniert das Thema Porzellan damit in Qualität und Komplexität als europaweit einmalig und so noch nie da gewesen.

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Teller Hofservice „Cumberland“, Entwurf: Joseph Zächenberg, Pm. Nymphenburg, 1765

Die Schirmherrschaft über die Ausstellung hat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer übernommen. Seehofer untermauert damit die Bedeutung des Porzellanikons als europaweit umfassendstes Spezialmuseum für Porzellan in Europas größtem Zentrum der Porzellanherstellung, in Oberfranken.Östlich an der Hauptverkehrsachse Berlin – München gelegen, stehen sowohl Hohenberg als auch Selb stellvertretend für die bayerische,
aber auch deutsche Porzellanindustrie. Während Carolus Magnus Hutschenreuther in Hohenberg die erste Porzellan-Fabrik in Bayern gründete, ist die denkmalgeschützte Rosenthal-Fabrik in Selb ein Wahrzeichen der weltweit exportierenden deutschen Geschirrindustrie.

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Bidet Kaiserin Elisabeth, Carl Knoll Carlsbad, 1887—1890,
Kammerhofmuseen der Stadt Gmunden, Sammlung Laufen, Inv. Nr. 30011

Geschirr- und Sanitärkeramik, historische Prunkstücke und zeitgenössische bildhauerische Plastiken, Fliesen, Tafelaufsätze und die Toilettenutensilien aus den Boudoirs gekrönter Häupter, millionenfach verkaufte Industrieklassiker und aristokratische Vorzeigeporzellane,
Kaffeehumpen für das Arbeiterheim, hauchdünner Porzellanschmuck oder die gefeierten Entwürfe bedeutender Künstler der Moderne – das alles quer durch Europa – ist zu sehen. Meissen und Sèvres, Leihgaben aus dem Londoner Victoria und Albert Museum und dem
Nationalmuseum Helsinki, aus Prag, Faenza und Stockholm – alle großen europäischen Häuser haben sich mit ausgesuchten Stücken beteiligt.

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„Indianisches Liebespaar”, Modell: Johann Joachim Kaendler, Pm. Meissen, um 1745, Johann Jacobs Museum, Zürich/Schweiz (Inv.Nr. C 83/12)

„Königstraum und Massenware“ beginnt mit dem Traum der Aristokratie, namentlich von König August des Starken, das damals unendlich kostbare Porzellan selbst herzustellen
und zu besitzen und zeigt dessen Entwicklung bis hin zur Vision von der „Guten Form für alle“ und neuesten Entwürfen und Anwendungsmöglichkeiten. Wie kein zweiter Werkstoff spiegelt Porzellan die gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten 300 Jahren in Europa wieder. Porzellan und dessen wechselnde Verwendung steht für Wandlung Europas von einer höfischen in eine demokratische und urbanisierte, schließlich in eine globalisierte Welt.

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Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger –  Deutsches PorzellanMuseum in der ehemaligen Hutschenreuther-Villa
Foto: 2010 © Ulrich Göpfert

Die Ausstellung wird an beiden Standorten des Porzellanikons gezeigt. Im Porzellanikon Hohenberg – Deutsches PorzellanMuseum gibt es in der ehemaligen Hutschenreuther-Villa
ausgehend von der Meissen Manufaktur, einen historischen Abriss vom 18. Jahrhundert bis zum Art Déco.

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Porzellanikon Hohenberg a. d. Eger –
Eingangsbereich
der ehemaligen Hutschenreuther-Villa
Foto: 2010 © Ulrich Göpfert

Dieser Gang durch die glanzvolle und erfolgreiche Geschichte des Porzellans und damit durch die Tisch- und Wohnkultur in den europäischen Ländern, zeigt die Highlights des Manufakturporzellans, das Aufkommen der bürgerlichen Fabriken, zeigt die Achsenstücke des 18. und hat den Schwerpunkt auf dem 19. Jahrhundert. Die Exponate sind in einer speziellen Ausstellungsarchitektur zu sehen und stimmungsvoll in Szene gesetzt.

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Porzellanikon Selb – Europäisches IndustrieMuseum für Porzellan in den Gebäuden der denkmalgeschützten Rosenthal-Fabrik
Foto: 2010 © Ulrich Göpfert

Im Porzellanikon Selb – und da im Europäischen IndustrieMusem für Porzellan – kann man sich in den Gebäuden der denkmalgeschützten Rosenthal-Fabrik durch Themeninseln bewegen.

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Flaggen am Eingang des Europäischen IndustrieMuseums
für
Porzellan in Selb
Foto: 2010 © Ulrich Göpfert

Hier geht es um Design vom Funktionalismus bis hin zu neuesten Gestaltungen, um Lifestyle und Architektur, um Kunst und um das Thema zukünftiger Aufgaben des Porzellans, was an Projekten namhafter Hochschulen und erfolgreicher Forschungsvorhaben dargestellt wird. –  Dass Porzellan einerseits höfische Preziose (Kostbarkeit) oder ein geschmackvoll gedeckter Tisch ist, jedoch darüber hinaus das Material der Avantgardisten (Künstlerische Bewegung) und der Zukunftsforscher, der Sozialreformer, kühner Architekten und Gestalter, dass es höchsten technischen Anforderungen genügt und trotzdem stets formvollendet bleibt, dass es hochindividuell angewandt wird und trotzdem in unglaublichen Stückzahlen produzierbar ist – das alles zeigt die Ausstellung.

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Lufthansa Bordgeschirr mit Kunststofftablett, Entwurf: Hans Theo Baumann (geb. 1924), Lorenz Hutschenreuther Selb, 1976, Porzellanikon Hohenberg, Inv. Nr. 835/2/87, Foto: Porzellanikon Hohenberg

Mit der Ausstellung verbunden, bzw. dieser vorausgegangen, ist ein wissenschaftliches Symposium, was in eine Publikation mündete. Daneben gibt es einen Ausstellungskatalog. Begleitend zur Ausstellung finden verschiedene Aktionen, Veranstaltungen und ein umfassendes museumspädagogisches Programm statt.

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Die Ausstellung „Königstraum und Massenware“. 300 Jahre europäisches Porzellan. Eine Erfolgsgeschichte“ ist das Ergebnis internationaler Zusammenarbeit was Leihgaben, wissenschaftlichen Input, die Diskussion und die Präsentation eines faszinierenden Werkstoff betrifft: "Porzellan."


Weitere Informationen
Porzellanikon - Die Museenikon
Werner-Schürer-Platz 1, 95100 Selb
Telefon: +49 92 87 9 18 00 - 0
Telefax: +49 92 87 9 18 00 - 30

Quellenhinweis: Porzellanikon
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