Ostern 2013

Ostern 2013
Vom Osterhasen, dem Ostersonntag und lustigen Osterreimen


Der Osterhase

Als besonders populäres Requisit der Osterbräuche gilt der Osterhase. Er ist allerdings als österlicher Eierbringer erst seit Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt. In der Reformationszeit machten evangelische Familien den Osterhasen zum Eierlieferanten. Populär wurde der Osterhase jedoch erst um das 19. Jahrhundert durch Bilderbücher zum Osterfest und durch die Schokoladen- und Spielzeugindustrie. Es dauerte jedoch noch einige Zeit bis sich der Brauch auch in der Landbevölkerung aufgrund der besseren Kenntnisse über den Hasen durchsetzte.

Wie kam jedoch die Verbindung zwischen Ostern und Hase zustande?

 

Der Hase gilt als Mondtier. Das Osterfest fällt stets auf den ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes. Zudem ist der Hase das Sinnbild der Fruchtbarkeit. Er ist der Liebesgöttin Aphrodite als heiliges Tier zugeordnet. Da er im Frühling auf der Suche nach Nahrung in die Nähe von Gärten und Häusern der Menschen kommt und Ostereier keine gewöhnlichen Eier sind, war es naheliegen, den Hasen für die Ostereier verantwortlich zum machen.

Der Hase wurde früher auf österlichen Bildbroten gelegentlich neben einem Ei abgebildet. Im Mittelalter galt der Gründonnerstag als Abgabe- und Zinstermin. Mit der letzten Entrichtung von Zins und Abgaben war - zumindest für einen Monat - der Schuldner frei bis das neue Schuldenjahr begann. Der freie Schuldner wurde mit einem Hasen verglichen, der nicht vom Hund gehetzt wurde. Eine andere Überlieferung gibt an, das die Gläubiger nicht nur mit Eiern, sondern auch mit Hasen bezahlt worden sind.

Man hat außerdem versucht, den Osterhasen mit Psalm 104,18 in Verbindung zu bringen. Dort ist von "Klippdachhasen" die Rede. In alten Übersetzungen wurde jedoch dafür das Wort "Hase" oder "Kaninchen" verwendet. Der Osterhase war wohl zunächst vorwiegend bei evangelischen Familien bekannt, weil es bei ihnen üblich war, die Ostereier zur Verschleierung ihrer Herkunft zu verstecken. Man erfand den Osterhasen, um den Auswüchsen des katholischen Osterglaubens zu begegnen. Da die Henne als Eierbringer nicht glaubhaft war, da sie keine bunten verzierten Eier legen konnte und der Hase ihr gegenüber flinker ist, wurde der Hase von den Eltern gegenüber den Kindern zum Ostereilieferanten gemacht. Ein kleiner Hase ist zudem wesentlich niedlicher als ein Huhn.

Da die Erwachsenen das Geheimnis des eierlegenden Langohrs so lange wie möglich vor ihrem Nachwuchs zu hüten versuchten, kam es zum Versteckspiel, sollte er doch bei seiner widernatürlichen Tätigkeit des Eierlegens nicht beobachtet werden können. Erst seit der Erfindung des Osterhasen werden Ostereier deshalb versteckt. Heutzutage kommt der Osterhase am Ostersonntag zu den Kindern und versteckt nicht nur Ostereier sondern auch Süßigkeiten und Spielzeug.


Osterbrunnen in Fürth am Berg

Ostersonntag
Prachtvoll und fröhlich ging es schon im 14. Jahrhundert bei der Auferstehungsmesse am Ostersonntag zu, denn an diesem Tag sollte die Freude über die Auferstehung des Herrn miterlebt und kollektiv zum Ausdruck gebracht werden. Die Hoffnungslosigkeit ist vorbei und dem Leben wird wieder ein Ziel oder Sinn gegeben. Das zentrale Thema am Ostersonntag ist die Auferstehung Christi. Die Auferstehung ist im Gegensatz zur Kreuzigung Jesu nicht durch Quellen nachweisbar. Allerdings wird sie in allen vier Evangelien beinahe übereinstimmend geschildert. So ist sie Basis des christlichen Glaubens. Die Kirche betrachtet dieses Ereignis als Teil unserer Geschichte.


Osterbrunnen in Einberg

Nach alten Vorstellungen ist der Morgen des Ostersonntags voller Wunder: Die Sonne soll von allen Seiten zugleich aufgehen und bei ihrem Aufgang einen Freudensprung machen. Ostern ist kein punktuelles, einmaliges Ereignis, sondern eine ganze Reihe von Erfahrungen mit dem auferstandenen Jesus. So dauert die Osterzeit nicht ein oder zwei Tage an, sondern sieben mal sieben Wochen also 49 Tage. Den Abschluss bildet der 50. Tag, Pfingsten.

Osterreime und sonstige Gedichte zum Osterfest

Unterm Baum im grünen Gras
sitzt ein kleiner Osterhas!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
macht ein Männchen, guckt hervor.
Springt dann fort mit einem Satz.
Und ein kleiner frecher Spatz schaut
jetzt nach, was denn dort sei.
Und was ist` s ? Ein Osterei!
(Volksgut)

Wird bald Ostern sein?
Kommt hervor, ihr Blümelein,
kommt hervor, du grünes Gras,
komm herbei, du Osterhas`,
komme bald und fehl` mir nit,
bring auch deine Eier mit.
(Volksgut)

Osterhas, Osterhas!
Im grünen, grünen Gras,
unter Busch und Hecken
müssen Eier stecken.
Suchen wir, suchen wir
einmal dort, einmal hier.
Unter Busch und Hecken
müssen Eier stecken.
Blaues Ei, rotes Ei
in den Blumen sind zwei,
hier ein Nest, dort ein Nest,
schön ist ein Osterfest!
(Volksweise)

Drunten an der Gartenmauer
Hab ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei: Legt` s ein Ei,
lang wird’ s nimmer dauern.
Und nun sucht in allen Ecken,
wo die schönen Eier stecken:
rot und blau, grün und grau
und mit bunten Flecken.
(Volksweise)


Osterbrunnen Fechheim

Und hier noch zwei besondere Gedichte vom unvergessenen Heinz Erhardt
(20.2.1909 - 5. Juni 1979

Ostergedicht
Wer ahnte, dass zum Weihnachtsfest Cornelia
mich sitzenläßt?
Das war noch nichts:
zu Ostern jetzt hat sie mich abermals versetzt!
Nun freu ich mich auf Pfingsten - nicht im geringsten!


Osterbrunnen Oberfüllbach

Der Frühling
Wie wundervoll ist die Natur!
Man sieht so viele Blüten,
auch sieht man Schafe auf der Flur
und Schäfer, die sie hüten.
Ein leises Lied erklingt im Tal:
Der müde Wanderer singt es.
Ein süßer Duft ist überall,
bloß hier im Zimmer stinkt es!


Osterbrunnen Rohrbach

Weitere Osterbrunnen im Landkreis Coburg


Osterbrunnen Grub am Forst


Osterbrunnen Buchroth

Fotos: © Ulrich Göpfert

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