Martin Luther

Luther auf der Veste Coburg
Am Karfreitagabend im Jahre 1530 kam er in Coburg an

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Veste Coburg
Foto: © Ulrich Göpfert

Kaiser Karl V. hatte den Reichstag zu Augsburg einberufen, um „den Zwiespalt im heiligen Glauben und der christlichen Religion“ beizulegen.
Der Landesherr Luthers, der Kurfürst Johann von Sachsen, ließ daraufhin von Luther und seinem Mitarbeiter Melanchthon eine schriftliche Aufzeichnung der evangelischen Glaubenssätze ausarbeiten. Die Bekenntnisschrift sollte zu Augsburg dem Kaiser übergeben werden. Als nun der Kurfürst mit seinem Gefolge nach Augsburg zog, kam er auch durch Coburg. Melanchthon reiste mit nach Augsburg, Luther aber blieb zurück, weil er sich seit dem Reichstag zu Worms in der Reichsacht befand. Coburg war die südlichste Besitzung des Kurfürsten. Hier konnten die Boten des Fürsten Luther am leichtesten erreichen, wenn sein Rat eingeholt werden sollte.

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Repro: Ulrich Göpfert

Der Zug des Kurfürsten war am Karfreitagabend 1530 in Coburg eingetroffen. Noch am Vormittag hatte Luther zu Neustadt an der Heide (Neustadt bei Coburg) eine Predigt in der Stadtkirche gehalten. In Coburg blieb Luther erst einige Tage in der Stadt. Als der Kurfürst nach Augsburg weiterreiste, zog Luther in den frühen Morgenstunden des 23. April 1530 zur Veste hinauf. Gleich nach seiner Ankunft wurden ihm die Schlüssel zum „Hohen Haus“, dem heutigen Fürstenbau, ausgehändigt. Außer dem Nürnberger Studenten Veit Dietrich, den er als Schreibgehilfen aus Wittenberg mitgebracht hatte, war nur noch ein Diener zur Stelle. Der besorgte das Essen und die Botengänge zur Stadt.


Lutherstube in der Steinernen Kemenate

Foto: © Kunstsammlungen der Veste Coburg

Hier oben verweilte Luther ein halbes Jahr in fleißiger Arbeit. Von hier aus schrieb er auch den schönen Brief vom Paradiesgärtlein an sein „Söhnlein Hänsichen.“ Gar oft musste er auch die Anfragen beantworten, die ihm die Boten des Kurfürsten aus Augsburg zubrachten. Daneben übersetzte er die Bücher der großen Propheten in die deutsche Sprache. An den Sonntagen predigte er in der Peter-Pauls-Kapelle auf der Veste.

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Eine feste Burg ist unser Gott…
Repro: Ulrich Göpfert

Am 4. Oktober 1530 traf der Kurfürst wieder in Coburg. ein. Schon am nächsten Tag standen die Pferde bereit, um auch Luther aufzunehmen zur Heimreise über Neustadt, den Thüringer Wald, Lehesten und Altenburg. Sicher hat Luther dankbaren Herzens Abschied genommen von der Veste und von der Stadt Coburg.

Quellenhinweis: Andreas Stubenrauch

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