Am Fenster der Erinnerung

„Am Fenster der Erinnerung“
Buchpräsentation des 2. Coburger Rückert-Preisträgers Esmail Kho’i
Am 22. Oktober 2012 um 19.30 Uhr im Trausaal des Bürglaßschlösschens

„Welch ein Gefühl, verloren zu sein! An welchem Orte der Geschichte bin ich? Und hier ist welcher geographische Moment, dass die Verschiebung eines Wolkenwegweisers an einem fremden Himmel genügt, mich irre gehn zu lassen?!“ So schreibt der iranische Autor Esmail Kho’i in einem seiner vielen Gedichte, die sich mit der Frage nach Identität, Herkunft, Exil und Anpassung beschäftigen.

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Der iranische Lyriker Esmail Kho’i und der Orientalist Friedrich Rückert
Foto: 2012 ©  Dr. Gerd Martin

Kho’i, geboren 1938 in Maschhad, aufgewachsen und ausgebildet in Iran und in England, verbrachte fast zwei Jahre im Untergrund, nachdem er Stellung gegen das Schah-Regime bezog. Heute lebt und arbeitet er in London.

Im Jahr 2010 war Kho’i der Träger des 2. Coburger Rückert-Preises
Die Wahl fiel mit ihm auf einen der bedeutendsten persischen Dichter unserer Zeit. In Kho’is lyrischen Texten ist seine geographische Heimat Iran stets präsent, zugleich klingen Gedankengänge über das Leben und die menschliche Existenz an, die weit über den persischen Kulturkreis hinausgehen.

Der Band „Am Fenster der Erinnerung“, erschienen 2012 im Verlag Hans Schiler, vereint nun erstmalig einen Großteil Kho’is Gedichte in deutscher und persischer Sprache.

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Der iranische Lyriker Esmail Kho’i und der Orientalist
Friedrich Rückert
Foto: 2012 ©  Dr. Gerd Martin

Am 22. Oktober 2012 um 19.30 Uhr stellt der Übersetzer und Kho’i-Experte Kurt Scharf den Dichter, sein Werk und einige seiner Texte im Trausaal des Bürglaßschlösschens der Stadt Coburg vor. Auch die persischen Originale werden vorgetragen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion. Außerdem bietet die Buchhandlung Riemann einen Büchertisch an.

Interessierte sind herzlich zur Buchpräsentation eingeladen
Auf Grund der begrenzten Platzzahl wird um Anmeldung gebeten bei: Michaela Hofmann, Leiterin der Kulturabteilung der Stadt Coburg, Telefon 09561/ 89 2030 oder per Email unter
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Hintergrundinformationen zum Coburger Rückert-Preis
Seit 2008 verleiht die Stadt Coburg den mit 7.500 Euro dotierten Coburger Rückert-Preis in Erinnerung an den berühmten Orientalisten, Dichter, Übersetzer und Sprachforscher Friedrich Rückert, der 1820 – 1866 in Coburg gelebt und gearbeitet hat.

Der Preis will ganz nach dem Motto Rückerts „Weltpoesie ist Weltversöhnung“ einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. Rückert hat sich mit 44 Sprachen befasst, wobei die des Nahen und Mittleren Ostens den Schwerpunkt seiner Arbeit bildeten. So wird auch der Preis an Autorinnen und Autoren der arabischen, iranisch/ afghanischen, koptischen, hebräischen, aramäischen und indischen Sprachen verliehen.

Während 2008 die arabische Literatur im Fokus stand und mit Alaa-al-Aswani ein ägyptischer Romancier geehrt wurde, ging die Auszeichnung 2010 mit dem iranischen Lyriker Esmail Kho’i an einen Schriftsteller aus dem persischen Sprachraum.

Der Coburger Rückert-Preis wird am 31. Mai 2013 das 3. Mal verliehen
Aus aktuellem Anlass wurde als Preisregion „Literatur nach dem arabischen Frühling“ ausgewählt. Zitat der Jury-Vorsitzenden, Dr. Claudia Ott, promovierte Orientalistin, Autorin und Übersetzerin:

„Mit dem III. CRP 2013 sollte eigentlich die Reise in neue, später auch etwas exotischere und damit umso interessantere Preisregionen beginnen, doch dann kam der arabische Frühling dazwischen. Die politischen Ereignisse in Nahost drängten sich so in den Vordergrund, dass die Stadt Coburg beschloss, den Preis aus aktuellem Anlass erneut für arabische Literatur zu vergeben. Dies ist ein Zeichen dafür, dass auch die Literatur vor den aktuellen Ereignissen nicht die Augen verschließt. Jedoch steht unser Preispatron Friedrich Rückert dafür, dass bei aller Aktualität und politischer Wirkmächtigkeit stets die künstlerische Qualität des ausgezeichneten Werks im Vordergrund steht.“

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