Die Heldburg

Die Heldburg, auch Fränkische Leuchte genannt
Sagen und Erzählungen

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Veste Heldburg
- Fränkische Leuchte
Foto: ©  Ulrich Göpfert

Schon von weitem ist die Veste Heldburg aus allen Richtungen zu sehen. Sie thront märchenhaft auf einem 403 Meter hohen Felsen und ist heute das Wahrzeichen der Stadt Bad Colberg-Heldburg.

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Veste Coburg - Fränkische Krone

Foto:  ©  Ulrich Göpfert

Sie steht in Blickkontakt zu den fränkischen Nachbarburgen, unter anderem zur Veste Coburg und hatte so in früheren Zeiten die wichtige Aufgabe, bei drohender Gefahr Feuerzeichen vom hohen Turm zu geben. Wahrscheinlich aus späterer Zeit, nachdem die Heldburg erweitert und mit neuen Gebäuden versehen worden ist, rührt der beigelegte Name: „Die Fränkische Leuchte“ her. Da die Straße von Franken nach Thüringen an jener alten Burgfestung vorüberführt, soll nachts eine Leuchte dort ausgesteckt worden sein.

Der Ursprung und die Entstehung dieser Burg ist in tiefes Dunkel gehüllt. Dass sie der grauen Vorzeit angehört, davon zeugt noch der Name des ältesten Burgteils, den man Heidenbau nennt. In jener Zeit, kurz nach dem Erscheinen des heiligen Bonifatius, wurde ihr Name Elidburg und Helidberge geschrieben. Im Jahr 837 schenkte der reich begüterte fränkische Gaugraf Assis zu Ehren des heiligen Bonifatius die Elidburg dem Stift Fulda. Demnach ist Heldburg wahrscheinlich von dem altdeutschen Männernamen Helid abgeleitet. Nach Annahme anderer Forscher soll der Erbauer und erste Bewohner dieser Bergfestung ein gewisser Hilbert gewesen sein und sich oftmals nach Hilpertshausen, dem jetzigen Hildburghausen begeben haben, wo er ein Schloss dieses Namens besessen hatte. Andere behaupten, Berg und Burg hießen eigentlich so, wie das Volk ihren Namen ausspreche, „Hellburg“, von der heiter, alle Nachbarberge überragenden, aussichtsreichen Höhe.

An der Stelle der Zisterne soll früher ein Heidentempel gestanden haben. Später erscheint die Heldburg in den Besitz der Grafen von Henneberg gekommen zu sein, als diese in dem östlichen Teil Frankens einen bedeutenden Landstrich innehatten und die Bergfestung Strauf ihr Haupt- und Stammsitz war. Man nimmt an, dass schon Graf Poppo VII. Besitzer der Heldburg gewesen ist. Von seinen beiden Söhnen, Heinrich III. und Hermann I., erhielt bei der Länderteilung im Jahre 1245 jener die hennebergischen Stammgüter, Hermann dagegen, der Stifter der Henneberg-Coburger Linie, die neue Herrschaft, zu welcher die Heldburg gehörte.

Um 1291 kam nach dem Tode des Grafen Poppo VIII., mit dem die Henneberg-Coburger Linie ausstarb, die Herrschaft an seine Schwester Jutta, die sich mit dem Markgrafen Otto von Brandenburg vermählte. Nachdem die Heldburg 21 Jahre in ungestörtem Besitz des Hauses Brandenburg gewesen war, kam sie wieder an die Schleusinger Linie des Henneberger Stammes, als sich Graf Heinrich III., von Henneberg, ein Sohn Bertholds VII., 1312 mit Jutta der Tochter des Markgrafen Hermann von Brandenburg vermählte. Als Mitgift erhielt er durch sie ihren Anteil an der coburgschen Herrschaft.

Als im Jahre 1353 die coburgsche Herrschaft unter die drei Töchter des Grafen Heinrich von Henneberg geteilt wurde, erhielt Sophie, die Gemahlin des Burggrafen Albrecht zu Nürnberg, als Erbteil Burg und Amt Heldburg nebst einem bedeutenden zur Herrschaft Coburg gehörenden Landstrich, den sie wieder auf ihre Töchter vererbte.

Die eine, Margarete, verheiratete sich mit dem Markgrafen Balthasar zu Meißen (1374) und brachte ihm als Morgengabe die Schlösser und Ämter Heldburg, Hildburghausen und Eisfeld zu. Dieser Landesteil führte zu jener Zeit den Namen der „Heldburgischen Pflege“ im Gegensatz zu der „Coburger Pflege“, die der Markgraf zu Meißen, Friedrich der Strenge, durch seine Vermählung mit Katharina, der zweiten hennebergischen Erbtochter, erhalten hatte.

Um 1446 starb des Markgrafen Balthasar einziger Sohn, Friedrich der Einfältige, ohne Erben, und die „Heldburger Pflege“ fiel dadurch an seinen Vetter, den Markgrafen Friedrich den Strengen. Im Jahre 1560 ließ Friedrich der Mittlere das Schloss durch einen Anbau erweitern und den tiefen Brunnen durch den harten Fels hauen. Man sagt, dass der Brunnen so viel wie das ganze Schloss gekostet habe, da die Arbeiter am Abend kaum so viel von dem harten Gestein losgehauen hatten, als sie im Schoß ihres Kittels tragen konnten.

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Veste Heldburg - Fränkische Leuchte

Foto:  © Ulrich Göpfert

In den schweren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges wurde Heldburg zweimal von den kaiserlichen Truppen geplündert, zuerst im September 1632, dann im November 1634. Bei einer neuen Teilung im Jahre 1640 kam Heldburg an den Herzog Albrecht zu Eisenach und nach dessen Tod 1645 an den Herzog von Gotha, Ernst den Frommen, der beim Ausbruch des Türkenkrieges im Jahr 1662 das Schloss stark befestigen ließ. Nach dem Tod von Ernst dem Frommen fiel das Schloss an Herzog Ernst zu Hildburghausen, der es in eine Festung umwandelte.

Ab Ende des 17. Jahrhunderts verfiel die Burg. Es wird sogar davon berichtet, dass Steine des Schlosses zur Pflasterung der Straßen in Heldburg verwendet wurden.

Die Wende brachte Ende des 19. Jahrhunderts Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen: nach der nicht standesgemäßen Eheschließung mit einer ehemaligen Schauspielerin wählte er die Heldburg als Nebenresidenz, um Schmähungen aus dem Wege gehen zu können. Er ließ, inspiriert von Schloss Neuschwanstein, die zerfallene Anlage wieder instand setzen und machte sie zu einem exzellenten Beispiel der deutschen Burgenromantik. Diese baulichen Veränderungen prägen das Bild bis heute. Zur Zeit der DDR lag die Veste Heldburg im Grenzgebiet. Von 1954 bis 1982 wurde sie als Kinderheim genutzt, bevor ein Großbrand den Französischen Bau vernichtete.

Heute informiert eine Ausstellung über die Geschichte der Veste sowie über den Wiederaufbau des Französischen Baus als Gemeinschaftswerk Thüringens und Bayerns. Es finden Burgfeste, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Die Veste Heldburg, die sich seit 1994 im Besitz der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten befindet, ist zudem Standort des künftigen Deutschen Burgenmuseums.   
 

Quellenhinweise:
Hermann Wettig

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