Stenografenverein Coburg von 1859

Ausflugsfahrt in das Nürnberger Land und Treidelfahrt mit der Elfriede
auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal

Eine Fotoreportage von Ulrich Göpfert

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Ausflugsfahrt 2018
Foto: © Ulrich Göpfert

Am vergangenen Montag, 03. September 2018 haben die Mitglieder vom Stenografenverein Coburg ihre diesjährige Herbstfahrt unternommen. Sie führte in das Nürnberger Land.

In der Stadt Altdorf bei Nürnberg wurde eine Führung im historischen Stadtkern durch die mittelalterliche Stadt  unternommen. Als Heimat der ehemaligen Nürnbergischen Universität „Altdorfina“ erinnern geschichtsträchtige Gebäude an das studentische Leben der damaligen Zeit. 1599/1600 studierte Albrecht von Wallenstein ein Semester an der Akademie zu Altdorf. 1666 promovierte  Gottfried Wilhelm Leibniz an der Universität zu Altdorf.

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Studentenbrunnen
Vor dem ehemaligen Pflegamtsschloss steht dieses Werk des Bildhauers Ludwig Manz aus dem Jahr 1985. Es zeigt einen Studenten, der sich im Wirtshaus vergnügt.

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Das historische Rathaus
Es steht in der Mitte des  Marktplatzes und wurde nach dem Brand während des zweiten Markgrafenkrieges 1565 neu erbaut. Der Quergiebel und die beiden Erker stammen aus dem19. Jahrhundert, das Glockentürmchen ist älter. In einem Vorbau des Rathauses waren in früheren Zeiten die Fleischbank, die Brotbank, die Waage und die Kramläden untergebracht. Am rechten Hauseck befand sich der Pranger mit dem Halseisen.

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Die evangelische Stadtkirche St. Laurentius
An der Stelle der Stadtkirche stand ursprünglich eine Kapelle des Altdorfer Königshofes. Im Rahmen der Stadterhebung wurde 1387 eine dreischiffige gotische Basilika errichtet, die dem Märtyrer Laurentius geweiht war. Als Universitätskirche erhielt sie ein neues Langhaus; nur der gotische Chor und das Untergeschoss des Turmes blieben erhalten und sind somit die ältesten Teile der Kirche.

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Rothenberger Häusle
Das Rothenberger Häusle diente als Beinhaus und ist eines der meistfotografierten  Motive Altdorfs. Es befindet sich zwischen Rathaus und Laurentiuskirche. Das kleine mittelalterliche Haus beherbergt ab 2010 das Stadtarchiv der Stadt.


Mit Liebe zum Detail erhaltenes Fachwerk lässt erkennen, wie Stolz die Altdorfer auf die Geschichte  und wie verbunden die Altdorfer mit ihrer Heimat sind.

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Weiter ging die Fahrt zum Mittagessen im Gasthaus zum Ludwigskanal, direkt am Ufer des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals.

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Ein Erlebnis der „besonderen Güte“
Um 14 Uhr hieß es „Leinen los“ auf dem echten Treidelschiff aus der königlichen-bayerischen Kanalschifffahrt. Wir waren zur Treidelfahrt auf der „Elfriede“ zum nostalgischen Treideln eingeladen. Dies ist eine alte Form der Lastenbewältigung und bezeichnet die Tätigkeit des Schiffeziehens auf Flüssen durch Menschen oder Zugtiere.


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Der alte Ludwig-Donau-Main-Kanal, der zu den schönsten Naturdenkmälern Bayers zählt fließt mitten durch das Burgthanner Gemeindegebiet. Von Mai bis September, an jedem ersten Sonntag im Monat, kann man lautlos, wie vor über 160 Jahren zu Beginn der Kanalschifffahrt, mit dem Treidelschiff „Elfriede“ darauf dahingleiten. Das Treidelschiff legt jeweils um 13 Uhr in Schwarzenbach an der Gaststätte "Zum Ludwigskanal" ab und fährt alle 60 Minuten. Das Treidelschiff wird vom Kaltblüter "Florian" bis zum Dörlbacher Einschnitt gezogen (ca. 2 km). Dort wird das Pferd umgespannt und es geht wieder zurück zur Anlegestelle. Die Fahrzeit beträgt ca. 45 Minuten. Während der Fahrt informiert das Schiffspersonal über die Geschichte des Kanals.

Weitere Eindrücke von dieser Treidelfahrt im Bild festgehalten:

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Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Ludwig-Donau-Main-Kanals, wurde 1995 im Südflügel der Burg Burgthann das „Bayerische Ludwig-Donau-Main-Kanalmuseum“ eingerichtet. Im Museum werden kostbare Unikate und Originale der Wasserwirtschaftsämter Nürnberg, Ansbach und Regensburg aufbewahrt und ausgestellt. Wertvolle Originalpläne konnten zwischenzeitlich dazu erworben werden. Dem Besucher wird neben der Geschichte des „Alten Kanals“ wie er hier in der Gegend genannt wird, das Leben um und mit dieser Wasserstraße vermittelt.

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Die Burgruine liegt über dem malerischen Schwarzachtal mitten im Ort. Der Weg ist ausgeschildert

Abstecher zur Burg Burgthann
Burgthann liegt etwa 15 km südöstlich von Nürnberg. Man nimmt entweder von der Autobahn A3 die Ausfahrt Altdorf/Burgthann oder fährt auf der Bundesstraße 8 über Postbauer-Heng in Richtung Nürnberg. Vor Schwarzenbruck führt eine Ausfallstraße ins nahegelegene Burgthann.


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Ein Auszug aus der Geschichte der Burg
Im Jahr 1160 wird ein Ritter "von Thann" auf dem "Göckelsberg" zum ersten Mal genannt.  Im Dreißigjährigen Krieg legen 1635 zunächst kaiserliche Truppen den Südost-Flügel in Schutt und Asche, 1648 wird die Burg dann von den Schweden geplündert. Nach der Verlegung des Pflegamtes 1792 wechseln die Besitzer ständig, die noch gut erhaltene Burg verfällt und wird als Steinbruch benutzt. Sicherungsmaßnahmen werden erst ab 1968 getroffen und in größerem Stil seit der Erwerbung durch die Gemeinde Burgthann 1988 fortgesetzt. 2015 wurden wegen eines dringend nötigen, neuen Brandschutzkonzepts umgitterte Stahltreppen zum Bergfried und auf die Wehrmauer erbaut. Die bauliche Ausführung ist in der Bevölkerung heftig umstritten, auch das bayerische Denkmalamt äußerte Kritik


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Heimatmuseum
Die Burg beherbergt ein kleines Heimatmuseum. Die Öffnungszeiten und Kontakt hier: Burgverein Burgthann. Nur zu den Öffnungszeiten kann auch der Bergfried bestiegen werden.

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Alle drei Jahre finden auf der Burg die Eppelein-Festspiele statt, das nächste Mal im Jahr 2020. Das Volksstück dreht sich um den berüchtigten Raubritter, der im Jahr 1381 dort im Bergfried eingesperrt gewesen sein soll.

Danach erfolgte die Rückfahrt. Abendeinkehr wurde in Hirschaid bei Bamberg gehalten.

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