Der Malermeister und sein „Stift“

Eine halbe „Bockwurst“ diente für einen derben Spaß

Dörfles-Esbach
Nach dem verlorenen 2. Weltkrieg war es für Jugendliche sehr schwer, eine Lehrstelle zu finden. Oft besorgten Verwandte über Beziehungen einen Ausbildungsplatz. Der 14-jährige (damals waren nur acht Jahre Schulpflicht) hatte dankbar einzuwilligen. Auf diesem Weg bekam ein Junge aus Dörfles seinen Lehrvertrag bei einem Malermeister im Ort. 

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Das ehemalige Esbacher Schloss
Foto:  © Ulrich Göpfert

Eines muss man wissen:
Die Gemeinden Dörfles und Esbach waren selbständige Gemeinden. Erst am 1. Januar 1971 erfolgte der Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde. 

Eines Tages bekam der Malermeister den Auftrag im „Esbacher Schloss“ verschiedene Arbeiten auszuführen. Nachdem das hohe Zimmer im Schloss fertig getüncht war und der Lehrling zu einer weiteren Arbeit nicht gebraucht wurde, erhielt er vom Malermeister den Auftrag, eine fällig offene Rechnung (handgeschrieben) und damals noch ohne Mehrwertsteuer, in Höhe von über 50 DM in der „ehemaligen Kaserne“ zu kassieren.

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Eine Postkarte auf der das Gasthaus Morgenthum in früher Zeit abgebildet ist.
Foto:  © Ulrich Göpfert

Der Meister freute sich nach getaner Arbeit auf einen Umtrunk im Esbacher Gasthaus Morgenthum. Dort trafen sich immer mehrere Handwerksmeister. Die fröhliche, durstige Runde tagte bis in den späten Abend, bis endlich der Lehrling zur Heimkehr mahnte. Der Handwagen mit dem Werkzeug und der Leiter setzte sich in Bewegung, als den Malermeister ein Bedürfnis plagte machte der Tross an der Hecke bei der Gastwirtschaft halt.

Eine halbe Bockwurst, die für den Hund zu Hause gedacht war, diente nun für einen derben Spaß
Der Meister bat seinen Stift, ihm doch zu helfen, das Hosentürchen aufzukriegen. Dann legte ihm der listige Lehrling die halbe Bockwurst in die Finger. Der Meister - in der Annahme, das richtige Teil in der Hand zu halten, ließ es nun laufen.

Das Ende davon war zuerst ein warmes Gefühl in der Hose, die danach klatschnass gewesen ist. Der Stift holte sich, für diesen dreisten Spaß, ein paar kräftige Maulschellen von seinem Meister ab.

Eine Geschichte, die tatsächlich im Dorf passiert ist. Mir sind die Protagonisten dieser Episode persönlich bekannt.

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