Sternsinger-Aktion 2007

Sternsinger-Aktion 2007
steht unter dem Motto: Kinder sagen „Ja“ zur Schöpfung


Am gestrigen Donnerstag, 4. Januar 2007 wurden im Rathaus der Stadt Coburg die Sternsinger der beiden katholischen
Stadtpfarreien St. Marien und St. Augustin durch Bürgermeister Norbert Tessmer empfangen
2007 © Ulrich Göpfert

Coburg
…Mit dem 6. Januar gehen die zwölf Raunächte und damit auch das Weihnachtsfest zu Ende. Ein neues Jahr voller Herausforderungen wartet auf uns alle. Weiter führte Bürgermeister und Kulturreferent Norbert Tessmer in seiner Begrüßungsrede aus: „In den nächsten Tagen ziehen unsere Königsboten aus St. Augustin und St. Marien, von Haus zu Haus. Die Sternsinger von St. Augustin werden dabei ganz konkret für ein Kinderkrankenhaus in Garba Tulla in Kenia sammeln. Ich wünsche allen Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und den Begleitpersonen Ausdauer und Spaß bei der kommenden Aktion und sage an dieser Stelle im Voraus von Herzen Dank für das große ehrenamtliche Engagement. Die diesjährige Aktion Dreikönigssingen steht unter dem Leitwort „Kinder sagen Ja zur Schöpfung“. Bei ihren Besuchen bitten die Sternsinger um Ihre Unterstützung für fast 3000 Kinderhilfsprojekte in Afrika, Asien, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa.“

Die Sternsinger wünschen Ihnen Gottes Segen zum neuen Jahr. Sie schreiben nach altem Brauch – auf Wunsch – den Segensspruch an die Tür:

20*C+M+B+07

„Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus


…so bitten wir alle gemeinsam um den Segen für dieses Haus, an
dessen Eingangstüre stellvertretend für alle städtischen Ämtergebäude
die drei Buchstaben mit Kreide angeschrieben werden, sagte
Bürgermeister Norbert Tessmer an der Rathaustür
2007 © Ulrich Göpfert

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Sternsinger von St. Augustin Coburg
2007 © Ulrich Göpfert

Die Entstehung der Sternsinger
Mit Sternsinger wurden früher katholische Gemeindemitglieder, heute Anhänger beider Konfessionen bezeichnet, die am Dreikönigsfest, dem 6. Januar, beziehungsweise dem darauf folgenden Wochenende oder oft sogar in der Woche vom 1. bis zum 6. Januar, als Heilige Drei Könige gekleidet von Haus zu Haus ziehen. Während früher Erwachsene diese Aufgabe wahrnahmen, sind es heute meistens Kinder; in katholischen Gegenden oft die Ministranten oder andere Jugendliche der jeweiligen Kirchengemeinde, die nicht nur die Frohbotschaft des Evangeliums verkünden, sondern auch Spenden für benachteiligte Kinder sammeln.

In der Bibel ist nichts darüber vermerkt, dass drei Könige den neugeborenen Jesus Christus in seinem Stall bei Bethlehem in Judäa besucht haben. Im Neuen Testament ist aber die Rede von Weisen, Magiern oder Sterndeutern: Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem geboren war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. (Mat. 2,1-2)

 
Bürgermeister Norbert Tessmer war der erste Spender bei der diesjährigen Sternsinger-Aktion
2007 © Ulrich Göpfert

Die Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde, stellvertretend für das Kindermissionswerk, ausgesendet; manchmal auch an den dem Epiphaniefest vorausgehenden oder nachfolgenden Tagen. Den Menschen, die sie einlassen, singen die Sternsinger ein Lied und/oder sagen ein Gedicht bzw. ein Gebet auf. Dann schreiben sie an die Haustüren bzw. die Türbalken mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B+ mit der jeweiligen Jahreszahl und drei Kreuzen (20*C+M+B+07). Die Buchstaben C, M und B stehen für die lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“ (=„Christus segne dieses Haus“). Diese früher als Bannmittel, heute als Segensbitte geltende Formel soll das Haus und seine Bewohner vor Unglück schützen, bzw. den Segen Gottes auf sie herabrufen. Das Volk deutete diese abgekürzte Formel als Anfangsbuchstaben der Namen der drei Weisen aus dem Morgenland, die vermutlich daher ihre traditionellen Namen erhielten: Caspar, Melchior und Balthasar.


Die Sternsinger 2007 von St. Augustin und St. Marien mit Bürgermeister Norbert Tessmer vor dem Coburger Rathaus
2007 © Ulrich Göpfert

Ursprung von C M B
Die oben beschriebene Version der Verwendung der Buchstaben C M B ist die von der katholischen Kirche verbreitete Version. Neuere Forschungen merken jedoch an, dass der Begriff "mansionem" als Ausdruck für "Haus" oder "Wohnung" erst im Mittelalter benutzt wurde. Die Namen der drei Könige (deren Reliquien 1164 nach Köln überführt wurden) waren jedoch bereits im 9. Jahrhundert in Verbindung mit dem 3-Königsfest bekannt: Caspar, Melchior und Balthasar. Wenn der 3-Königs-Brauch also schon auf diese Zeit zurückgeht, kann die ursprüngliche Verwendung der Buchstaben C M B nur die Abkürzung der Königsnamen sein, der Segensspruch "Christus mansionem benedicat" hingegen eine spätere Ausdeutung dieses Spruches. Der (verstorbene) Bischof von Fulda, Erzbischof Johannes Dyba, schlug als aktuelle Interpretation der Buchstaben C M B vor: "Christus möge bleiben".

An der ersten Sternsingeraktion 1959 beteiligten sich Sternsinger in 100 Pfarrgemeinden und sammelten 90.000 DM. Seit 1961 beteiligt sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an der Aktion, die seitdem vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom BDKJ gemeinsam getragen wird. Die Sternsingeraktion ist weltweit die größte von Kindern für Kinder organisierte Hilfsaktion. Im Jahr 2005 nahmen 12.743 Gemeinden und Gruppen an der Aktion teil und es wurde mit rd. 47 Mio. Euro in Deutschland ein neuer Rekord beim Spendenaufkommen erreicht.

 
Jetzt strömen die Sternsinger aus, wünschen Gottes Segen und nehmen Spenden entgegen. Ein Blick vom Rathaus
auf den Coburger Marktplatz und das Stadthaus
2007 © Ulrich Göpfert

Rund um den 6. Januar 2007 werden zum 49. Mal bundesweit zwischen München und Kiel ca. 500.000 Mädchen und Jungen als Sternsinger unterwegs sein. „Kinder sagen ja zur Schöpfung – Tianay ny Haritanan’Atra“heißt das Leitwort der Aktion Dreikönigssingen.

Weitere Fotos als Eindrücke festgehalten:

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2007 © Ulrich Göpfert


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2007 © Ulrich Göpfert

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